Umgestaltung des Spielplatzes im Stadtpark soll 352.000 Euro kosten

Von: Monika Baltes
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Der Spielplatz im Stadtpark soll neu gestaltet werden. Zentrales neues Spielelement könnte ein Seilnetztrum werden. Vorgesehen sind zudem ein Begegnungsraum, ein öffentliches WC und ein Wetterschutz. Die Spielplatzfläche im Stadtpark soll als Fortsetzung des Wassererlebnisbereiches (kleines Bild) eingebunden werden. Bäume und Sträucher am Schwalmufer werden ausgelichtet, neue Wegeführungen sollen die fußläufige Vernetzung zur Innenstadt stärken. Foto: Monika Baltes
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Der Spielplatz im Stadtpark soll neu gestaltet werden. Zentrales neues Spielelement könnte ein Seilnetztrum werden. Vorgesehen sind zudem ein Begegnungsraum, ein öffentliches WC und ein Wetterschutz. Die Spielplatzfläche im Stadtpark soll als Fortsetzung des Wassererlebnisbereiches (kleines Bild) eingebunden werden. Bäume und Sträucher am Schwalmufer werden ausgelichtet, neue Wegeführungen sollen die fußläufige Vernetzung zur Innenstadt stärken. Foto: Monika Baltes

Wegberg. Es ist in der Tat ein Zauberwort, dieses Wort „Fördermittel“. Es beflügelt die Kreativität, rückt alte Pläne in neues Licht, lässt Vorsätze wanken und erweist sich als wunderbarer Spielplatz für Begehrlichkeiten. Und Spielplatz ist das Stichwort in Wegberg. Für das Sonderprogramm des Landes NRW „Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen“ will sich die Stadt Wegberg mit dem Beitrag „Wegberg schafft spielend Bewegung“ bewerben.

Der vorhandene Spielplatz im Stadtpark soll als Fortsetzung des Wassererlebnisbereiches aufgewertet werden, „generationsübergreifende Spielgeräte“ sollen Raum für Begegnung und „interkulturelles Spielen“ schaffen, um „das Ankommen und Leben in unserer Gesellschaft“ zu fördern. 352.000 Euro soll die Maßnahme kosten, 70 Prozent davon werden gefördert. Bleiben rund 100.000 Euro Eigenanteil für die Stadt Wegberg, die im Haushaltssicherungskonzept (HSK) agiert.

Aufgrund des HSK wurden Grundsteuer und Hundesteuer erhöht, die Straßenbeleuchtung halbiert, Grünflächenpflege und Winterdienst reduziert, über die Einführung von Parkgebühren wird noch gestritten und zwei Grundschulstandorte sollen zur Kostenreduzierung aufgegeben werden.

Im beratenden Haupt- und Finanzausschuss ging es hoch her. Ralf Wolters (SPD) begrüßte das „Vorzeigeprojekt“ ausdrücklich, Georg Gellissen (CDU) befand das Vorhaben für „wichtig und richtig“. Die kleinen Fraktionen rangen derweil um Fassung. „Völlig verfehlt“, wetterte Christiane Merz-Valsamidis, „falsches Signal“, empörte sich Nicole von den Driesch (AfW), „sehr enttäuschend – alles zurück in die Schublade“, forderte Thomas Nelsbach (Freie Wähler). Auch Christoph Böhm (FDP) fand klare Worte: „Der Bund der Steuerzahler kann schon mal aufhorchen – damit schaffen wir es ins Schwarzbuch des nächsten Jahres.“

Alle Gegner sahen sich außer Stande, das Vorhaben der vom HSK gebeutelten Wegberger Bevölkerung zu erklären, führten aber vor allem praktische Erwägungen ins Feld. Die Flüchtlinge der Stadt Wegberg sind im Flüchtlingsheim an der Arsbecker Nordstraße untergebracht. Damit sind die Flüchtlingskinder 6,6 Kilometer vom Spielplatz im Stadtpark entfernt. Mit 95.000 Euro ist das geplante öffentliche WC veranschlagt. „Wer je die WC-Anlage im Flüchtlingsheim gesehen hat, kann darüber nur den Kopf schütteln“, sagte Tobias Arndt (Grüne).

Christoph Böhm erinnerte daran, dass der Plan der Spielplatzaufwertung im Stadtpark im Übrigen nicht neu sei, schon vor fast zehn Jahren sei er in ähnlicher Form einmal aufgetaucht. Verantwortliches politisches Handeln forderten die Gegner und kritisierten, das Projekt sei eine Zweckentfremdung von Fördermitteln. Durchsetzen konnten sie sich mit ihrer Meinung nicht. Mit der Zweidrittelmehrheit von CDU und SPD wurde die Beantragung der Fördermittel beschlossen. Der Antrag muss bis zum 19. Februar bei der Bezirksregierung gestellt werden.

Unverständnis zeigte eine aufmerksame Zuhörerin auf den Zuschauerrängen. Gabi Peterek, Vorsitzende des Vereins Asyl in Wegberg, konnte erst im Treppenhaus ihrem Ärger Luft machen. Nein, gesprochen habe man mit ihr über die Pläne nicht, und auf Anhieb würden ihr etliche sinnvollere Maßnahmen zur Integration von Flüchtlingen einfallen. Etwa die Beleuchtung des zwei Kilometer langen unbeleuchteten Fußweges der Arsbecker Flüchtlinge zur Bushaltestelle. Zudem: Am Flüchtlingsheim selber gebe es keinen Spielplatz. In Arsbeck leben laut Peterek 20 Flüchtlingskinder.

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