Erkelenz/Grevenbroich - Überfall auf Spielhalle mit dem Revolver in der Tasche

Überfall auf Spielhalle mit dem Revolver in der Tasche

Von: Heike Ahlen
Letzte Aktualisierung:

Erkelenz/Grevenbroich. Für vier Jahre und sechs Monate muss Darius B. (32) aus Erkelenz ins Gefängnis – mal wieder, wenn man seine Biografie betrachtet. Allerdings ordneten die Richter am Mönchengladbacher Landgericht diesmal auch die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Darius B. hatte gestanden, am 11. Dezember vergangenen Jahres eine Spielhalle in Grevenbroich überfallen und dabei 350 Euro erbeutet zu haben. Der Mann, der der Liebe wegen im Juli 2012 nach Erkelenz gezogen war, musste täglich nach Grevenbroich, um dort bei einem Arzt Methadon zu bekommen, denn seit vielen Jahren ist er schwer heroinabhängig.

In den Vernehmungen durch die Polizei hatte er die Tat noch bestritten, aber im Gerichtssaal wollte er reinen Tisch machen. Die Waffe – einen Revolver – habe er ohnehin immer bei sich getragen. Als er in die Spielhalle an diesem Nachmittag hineingegangen sei, habe für ihn noch gar nicht festgestanden, dass er sie überfallen wolle.

An einem Spielgerät habe ein Mann gesessen, hinter dem Tresen seien zwei Frauen gewesen. „Ich bin auf die Frauen zugegangen – und dann hatte ich die Waffe auch schon herausgeholt“, schildert er die Tat. Er habe leise Geld verlangt, glaube, dass der Mann am Spielgerät nichts mitbekommen habe.

Mit den erbeuteten 350 Euro sei er zunächst zum Arzt gefahren, um sein Methadon abzuholen und mit einem „Kollegen“ vor der Praxistür die auffällige Mütze zu tauschen. Mit dem Taxi habe er sich dann nach Rheydt bringen lassen, wo er Drogen gekauft habe.

Eine Urinprobe, die er am nächsten Tag beim Arzt abgeben musste, sei, so Gutachter Martin Platzek, auf Methadon, Heroin, Kokain und Benzodiazepam positiv gewesen.

Platzek hatte sich ausführlich mit B. und dessen Lebensgeschichte beschäftigt, denn für ihn sei auffällig gewesen, dass B. einerseits erwiesenermaßen hochintelligent sei, aber trotzdem schon früh ins Bodenlose abgestürzt sei. B. selbst berichtete, er sei erstmals bei seiner ersten Haftzeit in der Justizvollzugsanstalt in Heinsberg „so richtig mit Drogen in Kontakt gekommen“.

Ein zweites Verfahren gegen ihn, in dem ihm vorgeworfen wurde, seine Ex-Lebensgefährtin geschlagen zu haben, wurde eingestellt – zum einen wäre die Strafe für eine Körperverletzung bei der Verurteilung nicht ins Gewicht gefallen, weil sie viel geringer bestraft wird als die schwere räuberische Erpressung, die ein Spielhallenüberfall darstellt.

Zum anderen schilderte die junge Frau im Gerichtssaal die Vorfälle viel ausführlicher, als sie es zwei Tage nach der Tat bei der Polizei getan hatte. Das brachte die Richter dazu, an ihrer Aussage zu zweifeln.

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