Tumore werden mit Hitze zerstört

Von: Helmut Wichlatz
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So funktioniert das neue Verfahren: Dr. Harry Elsbernd (r.) und Pfleger Christoph Ostermann zeigen, wie die Radiofrequenzablation funktioniert. Foto: Wichlatz

Erkelenz. Sodbrennen ist unangenehm und kann gefährlich werden. „Sodbrennen sollte untersucht und behandelt werden“, sagt Dr. Harry Elsbernd, Chefarzt der Gastroenterologie am Hermann-Josef-Krankenhaus. Denn das Sodbrennen kann Speiseröhrenkrebs auslösen.

Die immer wieder aufsteigende Magensäure reizt die Speiseröhre und kann zur Tumorbildung führen. Im Frühstadium erkannt kann der Krebs mit einer risikoarmen und schonenden Behandlung beseitigt werden. Das Verfahren der Radiofrequenzablation ist in Deutschland noch nicht weit verbreitet und wird nur an wenigen Standorten bereits angewendet. Das Hermann-Josef ist einer davon.

In den USA gehört diese Behandlungsmethode längst zum Standard und sollte es angesichts steigender Fallzahlen auch in Deutschland praktiziert werden. Auf endoskopischem Wege werden örtlich begrenzte Tumore oder Vorstufen dazu durch Hitzeanwendung zerstört. Dazu wird eine sogenannte Ablationssonde über das Endoskop eingeführt. Sie erzeugt vor Ort durch Hochfrequenzstrom ein Hitzeherd, der das erkrankte Gewebe exakt beseitigt und das umliegende Gewebe gleichermaßen schont. Denn durch den raschen Hitzerückgang werden tiefer liegende Gewebeschichten nicht angegriffen.

Elsbernd hat sich an der Universität Cambridge eigens in der Handhabung der neuen Technik schulen lassen, um es auch in Erkelenz anbieten zu können. Ein weiteres Einsatzgebiet der Radiofrequenzablation sind Schleimhautblutungen des Magen-Darm-Traktes und Schleimhautschäden des Dickdarms, wie sie infolge einer Strahlentherapie bei Prostatakrebs auftreten können.

Elsbernd hob die Zusammenarbeit mit dem Kollegen Dr. Raphael Rosch hervor, der als Chefarzt der Viszeralchirurgie mit seinem Fachgebiet auch das zweite Standbein des Erkelenzer Darmzentrums ist. Dessen Qualität wurde nun nach einer mehrjährigen Vorbereitungsphase zertifiziert. Dabei wurden auch die Behandlungsergebnisse in einem Benchmark-Verfahren mit den Ergebnissen anderer Darmzentren in Deutschland verglichen. „Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden und stellen uns dem Vergleich gerne“, betont Elsbernd.

Verwaltungsdirektor Jann Habbinga sieht in der übergreifenden Zusammenarbeit der Fachabteilungen eine Chance für die Zukunft und Wirtschaftlichkeit des Standortes. „Es hilft auch, Betriebsblindheit zu vermeiden“, erklärt er. „Die regelmäßige neue Zertifizierung und die damit verbundenen Qualitätskontrollen verstehen wir als Herausforderung uns immer weiter zu entwickeln.“

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