Heinsberg - Trotz eines Handicaps einen festen Platz im Berufsleben

Trotz eines Handicaps einen festen Platz im Berufsleben

Von: hewi
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Das Bild zeigt Hans Marx und am Steuer des Radladers Wilfried Leichsenring Foto: zeigt Hans Marx und am Steuer des Radladers Wilfried Leichsenring

Heinsberg. Im Recycling-Zentrum Frauenrath gibt es immer genug zu tun. Einer der fleißigen Helfer vor Ort ist Wilfried Leichsenring. Der 42-jährige wohnt in Kirchhoven in einer Wohngruppe der Lebenshilfe Heinsberg. Früher hat er in der Werkstatt für behinderte Menschen in Oberbruch gearbeitet.

Doch dann wollte er „etwas anderes“ tun. Seine Bewerbung bei dem Heinsberger Unternehmen Frauenrath wurde anfangs eher skeptisch beäugt. Kann ein Mensch mit Behinderung ohne den geschützten Rahmen der Betreuung arbeiten und erfolgreich sein? Wilfried Leichsenring zeigte, dass er es kann.

„Wilfried wird hier von allen akzeptiert“, betont Hans-Josef Marx, der das Recycling-Zentrum in Heinsberg leitet. Leichsenring hat mittlerweile einen festen Außenarbeitsplatz in der Werkstatt für behinderte Menschen auf dem Recyclinghof.

Morgens fängt Wilfried Leichsenring um sieben Uhr mit der Arbeit an – bei jedem Wetter. Den Weg zur Arbeit legt er mit dem Rad zurück. Und das auch bei jedem Wetter. „Ich arbeite gerne an der frischen Luft“, erklärt er.

Den Führerschein für den rund 50 000 Euro teuren Radlader hat Leichsenring gleich beim ersten Anlauf geschafft. Natürlich habe man am Anfang geschaut, ob die Arbeit eigentlich für den Neuen geeignet sei, erläutert Marx. Doch schon bald habe man gesehen, dass Leichsenring weiß, was er tut und wie er es zu tun hat.

Morgens gibt es ein Briefing über die Dinge, die voraussichtlich anfallen werden, bevor jeder loslegt. Neue Aufträge oder Anweisungen nimmt Leichsenring über Funk entgegen. Zu seinen Aufgaben zählt nicht nur die Annahme und Verladung von Abfällen. Auch bei der Betonherstellung und Verladung des Flüssigbetons auf die Lastwagen ist Leichsenring dabei und auch bei der Herstellung der riesigen Betonsteine, die in ihrem Aussehen und ihrer Verwendung sehr an Legosteine erinnern.

Der Kollege, auf den man sich im Recycling-Zentrum inzwischen immer verlassen kann, habe kaum noch etwas zu tun mit dem Mann von damals, der sich einst noch in Begleitung eines Betreuers bei Frauenrath vorgestellt hat, hebt Marx hervor. Für das Unternehmen habe die Personalentscheidung zu keinem Zeitpunkt zu Diskussionen geführt, so Hans-Josef Marx.

Das gesellschaftspolitische Ziel der Inklusion ist in dem Heinsberger Traditionsunternehmen gelebter Alltag. Wilfried Leichsenring ist inzwischen ein voll akzeptierter Kollege, „der was wegschafft“, wie sein Vorgesetzter anerkennend betont.

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