Trigema-Chef setzt auf „Hegen und Pflegen“

Letzte Aktualisierung:
10102679.jpg
Setzt beim Umgang mit seinen Mitarbeitern auf „Hegen und Pflegen“: Trigema-Chef Wolfgang Grupp war am Mittwoch auf Einladung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft zu Gast im Kreis Heinsberg. Foto: Koenigs
10102667.jpg
Der Eröffnungstalk: Dr. Veit Luxem (l.), Sprecher der Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg, WFG-Geschäftsführer Dr. Joachim Steiner (2. v. r.) und Ulrich Schirowski (r.), Geschäftsführer vom Zweckverband Region Aachen, hießen die Gäste im Haus der Volksbank Erkelenz zur Auftaktveranstaltung des Arbeitgeberdialogs unter dem Motto „Finden & Binden“ willkommen. Moderatorin war Barbara Mourad. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Mit einem prominenten Unternehmer als Talkgast hat die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG) am Mittwoch ihren neuen Arbeitgeberdialog unter dem Motto „Finden&Binden“ gestartet:

Wolfgang Grupp, Inhaber und Geschäftsführer der Textilfirma Trigema aus Burladingen in Baden-Württemberg, war im Helikopter – aber natürlich ohne den Schimpansen aus den bekannten Fernseh-Werbespots – angereist, um vor rund 120 geladenen Gästen in der Volksbank in Erkelenz unter dem Titel „Muss der moderne Arbeitgeber wieder Patriarch werden?“ Rede und Antwort zu stehen.

Die gleichlautende Frage von Moderatorin Barbara Mourad konterte der Trigema-Chef mit den Worten: „Da müssen sie die modernen fragen!“ Er sei „normal“, was man ihm andichte, sei ihm egal. Grupp räumte ein, ein „Egoist“ und ein „Kapitalist“ zu sein: „Ich will Geld verdienen, und es muss mir gut gehen.“ Aber er zeigte sich davon überzeugt, dass er nur im Miteinander mit den Mitarbeitern zum Erfolg gelangen könne. Es sei wichtig, Arbeitskräfte, auch junge Menschen, wertzuschätzen. „Dann geben sie alles.“

Finden und Binden – dies sei für ihn nie so ein großes Problem gewesen, sagte Grupp. Er setze auf Kräfte aus der Region. Die Gene in Burladingen seien nicht schlechter als anderswo. „Hegen und Pflegen“ – dies sei im Umgang mit der Belegschaft wichtig. Alle leitenden Positionen im Unternehmen seien von ehemaligen Lehrlingen besetzt. In schwierigen Zeiten hätten die Mitarbeiter zu ihm und er zu den Mitarbeitern gestanden. Gravierende Entscheidungen würden nur zusammen mit Mitarbeitern getroffen.

Grupp formulierte positive ­Einschätzungen: „Am Standort Deutschland gibt es genug Chancen, wir Unternehmer müssen sie nur nutzen!“ Auch in der Globalisierung erkannte er – mit Blick auf die Absatzmärkte – „Riesen-Chancen“.

Wenn in Deutschland immer mehr von Arbeitskräftemangel die Rede sei, dann liege dies auch daran, dass die Meinung vorherrsche, jeder müsse ­Abitur machen. Gebraucht würden Fachkräfte, aber das seien eben auch Handwerker, die gescheit seien, sich aber auch die Finger schmutzig machen würden.

Der 73-Jährige machte deutlich, dass er von fortschreitender Emanzipation („Dann kriegen wir keine Kinder mehr!“) oder gar von der Elternzeit für einen Vater gar nichts hält; in diesem Zusammenhang war das Wort „Weichei“ zu hören. Windeln wechseln? Das schien für Grupp selbst eher außerhalb seiner Vorstellungswelt zu liegen. „Bei uns ist die Welt noch normal.“ Immerhin ließ er am Ende doch noch die Bereitschaft erkennen, dass er sich notfalls zumindest das Abendbrot selbst machen würde...

Die Bedeutung von Wertschätzung und Mitarbeiterorientierung unterstrich auch Birgit Wintermann vom Programm „Unternehmen in der Gesellschaft“ der Bertelsmann-Stiftung. Jan Kuper vom Berliner Innovationsbüro „Fachkräfte für die Region“ berichtete von deutschlandweit 1100 Initiativen, die es inzwischen mit Blick auf die Fachkräftesicherung gebe – von Schülerwerkstatt in der Prignitz bis Servicestellen im Emsland.

Die Bereitschaft zur Unterstützung für und zur Partnerschaft mit den Unternehmen hatten zum Auftakt des Arbeitgeberdialogs WFG-Geschäftsführer Dr. Joachim Steiner und Ulrich Schirowski, Geschäftsführer vom Kooperationspartner Zweckverband Region ­Aachen, betont. Sie würden wissen wollen, was die Unternehmen bräuchten, um zielgenau helfen zu können. Das Für- und Miteinander mit dem Mittelstand hatte auch der Hausherr, Dr. Veit Luxem, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Erkelenz und Sprecher der als Sponsoren fungierenden Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg, betont. (disch)

WeitereBerichterstattungfolgt

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert