Kreis Heinsberg - Treffen der Heimatvereine: „Bereicherung für Gesellschaft“

Treffen der Heimatvereine: „Bereicherung für Gesellschaft“

Von: jwb
Letzte Aktualisierung:
13242012.jpg
Vertreter von Heimatvereinen aus der Region bei der Arbeitstagung im ehemaligen Kreuzherrenkloster Haus Hohenbusch. Foto: Bindels
13242005.jpg
Mit einem Sketch und Musik belegte der Heimatverein aus Wegberg-­Beeck die notwendige Kreativität bei der Finanzierung eines Museums. Foto: Bindels
13242006.jpg
Der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen hob in seinem Grußwort die gesellschaftliche Relevanz der Heimatvereine hervor. Foto: Bindels

Kreis Heinsberg. Was vor einigen Monaten mit einem Treffen der Vorstände von Heimatvereinen aus der Region mit den Abgeordneten Dr. Gerd Hachen und Bernd Krückel zu einem Gespräch im Düsseldorfer Landtag begonnen hat, fand nun seine Fortsetzung im ehemaligen Kreuzherrenkloster Haus Hohenbusch in Erkelenz.

Zu einer Arbeitstagung trafen sich am Samstag Vertreter von Heimatvereinen, um Formen und Inhalte einer kreisweiten Zusammenarbeit zu definieren und zu vereinbaren.

„Heimatvereine sind eine Bereicherung für unsere Gesellschaft“, würdigte der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen in seinem Grußwort die Arbeit der Heimatvereine. Er wünschte den anwesenden Vereinsvertretern eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Jeder der teilnehmenden Heimatverein hatte Gelegenheit, seine geschichtlichen Wurzeln, seine Schwerpunktarbeit und seine aktuellen Projekte vorzustellen. Schnell wurden Gemeinsamkeiten deutlich, die als Synergien genutzt werden sollen. Der Pflege der Mundart widmen sich fast alle Vereine, während der Unterhalt eines Heimatmuseums mit eigenen Räumlichkeiten nur dem Historischen Verein Waldfeucht mit der Gerhard-Tholen-Stube, dem Heimatverein Wegberg-Beeck mit dem Flachsmuseum und dem Volkstrachtenmuseum sowie dem Immendorfern mit dem Historisches Klassenzimmer möglich ist.

Während Manfred Rulands, Geschäftsführer des Waldfeuchter Vereins, erläuterte, dass dank Hilfe der Gemeinde keine Kosten für die Gerhard-Tholen-Stube aufzubringen seien, verdeutlichte Georg Wimmers als Vorsitzender des Heimatvereins aus Wegberg-Beeck, dass durch Eigeneinnahme jährlich 30.000 Euro für den Betrieb der beiden Museen zu erwirtschaften seien. Mitgliedsbeiträge und Spenden würden auch das Historische Klassenzimmer erst ermöglichen, bestätigte Rudolf Müller als Vorsitzender die finanziellen Mühen zum Unterhalt eines Kleinods, welches mehr als 2500 Besucher jährlich aufweisen könne. Welche Kreativität notwendig ist, um kostenintensive Museen zu betreiben, demonstrierten Mitglieder des Heimatvereins Wegberg-Beeck mit ihrem gelungenen Sketch in besonderen Trachten und einem musikalischen Kurzprogramm von Georg Wimmers mit seiner Laute.

Für die Alternative in Form eines virtuellen Museums hat sich der mit mehr als 1300 Mitglieder größte Heimatverein der Erkelenzer Lande entschieden. Mit dem Projekt werde die Darstellung der Kulturgüter der vom Braunkohletagebau betroffenen Dörfer ermöglicht, erläuterte Günther Merkens als Vorsitzender des Vereins diese besondere Idee.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit praktizieren besonders der Heimatverein Wassenberg mit der niederländischen Gemeinde Roerdalen, wie Walter Bienen als stellvertretender Vorsitzender belegen konnte, sowie die Heimatvereinigung Selfkant. Deren Vorsitzender Gerd Passen präsentierte eindrucksvoll die Kontakte zu den Maasketen Jan van Eick, einer Organisation, die das Ziel hat, Menschen im Grenzland mit den geschichtlichen Wurzeln des europäischen Gedanken vertraut zu machen. Nachwuchssorgen etwas entgegensetzen könnten insbesondere attraktive Angebote in Form grenzüberschreitender Schulaustausche. Exkursionen mit dem Nachwuchs zu römischen und keltischen Siedlungsstellen wie im Selfkant, um das Interesse an archäologischen Funde zu ­wecken.

Archäologische Aspekte berühren unter anderem auch Arbeitsgebiete des Historischen Vereins Wegberg, wie Vorsitzender Karl Küppers berichtete. Mit besonderen Konzepten versuchen auch die Heimatfreunde Dremmen die jüngere Generation für die Arbeit des Vereins zu begeistern. „Wer sich seiner Heimat sicher ist, kann sie auch mit anderen teilen“, so die Vorsitzende Karin Schumann. Beispiel: mit Geocachingtouren – eine moderne Form der Schnitzeljagd – geschichtliche Besonderheiten des Heimatortes auffinden lassen. Wie auch junge Heimatvereine ein Profil entwickeln können, stellte der Heimatverein Schafhausen vor, der sich aktiv mit der ­Gestaltung einer Festschrift zum 800 Jahre Schafhausen-Fest einbringe, erläuterte Karl-Heinz Körner vom Vorstand.

Als Fazit formulierte Moderator Georg Wimmers: Alle Vereine bilden ein Netzwerk, um in Teilbereichen zusammenarbeiten. Einmal jährlich soll es eine Arbeitstagung geben. Ein Organisationsteam aus Mitgliedern der Vereine bereitet Themen für die nächste Tagung vor, zu denen auch Fachreferenten eingeladen werden können.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert