Heinsberg - Tour de France, Klimacamp und Stadtmauer: Die Themen des Jahres 2017

Tour de France, Klimacamp und Stadtmauer: Die Themen des Jahres 2017

Von: red
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Tour de France
Die Tour de France rollt durch den Kreis. Foto: Gerhards/Thomas/Ibsen/Herwartz
B 56n
Freie Fahrt auf der Bundesstraße 56n. Foto: Gerhards/Thomas/Ibsen/Herwartz
Laternen
Der Martinszug durch die Innenstadt findet doch statt. Foto: Gerhards/Thomas/Ibsen/Herwartz
Gitarre
Schaulaufen großer Könner beim Gitarrenfestival. Foto: Gerhards/Thomas/Ibsen/Herwartz
Wassenberg
Die Wassenberger Innenstadt erhält ein neues Gesicht. Foto: Gerhards
Schützen
15.000 Schützen nehmen am Bundesfest teil. Foto: Gerhards/Thomas/Ibsen/Herwartz
Dachser
Der Logistikkonzern Rhenus baut in Hückelhoven an der alten Kohlenwäsche ein gigantisches Logistikzentrum auf. Foto: Gerhards/Thomas/Ibsen/Herwartz
Boden
Archäologen finden die Heinsberger Stadtmauer. Foto: Gerhards/Thomas/Ibsen/Herwartz
Hilfsaktion
Eine haarige Hilfsaktion für Krebskranke gibt es in Hilfarth. Foto: Gerhards/Thomas/Ibsen/Herwartz
Klima
Tausende schlagen im Klimacamp ihre Zelte auf. Foto: Gerhards/Thomas/Ibsen/Herwartz

Heinsberg. Ein rauschendes Fest und radikaler Protest, eine kreative Hilfsaktion und leuchtende Laternen, rollender Verkehr und eine gesperrte Straße: Im Jahr 2017 gab es in Heinsberg einiges, das in Erinnerung bleiben wird. Hier ein Übersicht.

Die Tour de France rollt durch den Kreis

Ob in Keyenberg überhaupt noch einmal so viel los sein wird wie am 2. Juli, ist fraglich. Das Feld der Tour de France rollt an diesem Tag über die L 277 in den Kreis Heinsberg hinein und passiert den Ort Keyenberg, der in einigen Jahren dem Tagebau Garzweiler zum Opfer fallen soll. Schon am Morgen postieren sich erste Radsportfans am Straßenrand, wo die Zuschauer beim Eintreffen des Feldes dicht gedrängt stehen. Das Sportliche gerät beim Spektakel Tour beinahe zur Nebensache. Schließlich sind die Profis nur für Sekunden zu sehen. Die Keyenberger – und die vielen Besucher aus dem gesamten Kreis Heinsberg – stört das aber nicht. Sie machen aus dem Sportereignis ein Volksfest. Am Rande der Strecke kommt es auch zu Demonstrationen gegen den Tagebau Garzweiler.

Freie Fahrt auf der Bundesstraße 56n

Der Verkehr rollt von der Autobahn in Richtung Niederlande. Die lang ersehnte Straße bindet die Gemeinden Gangelt und Selfkant besser an das Autobahnnetz an und schafft eine neue Verbindung von den belgischen und niederländischen Seehäfen zu den Metropolen an Rhein und Ruhr. Der damalige Landesverkehrsminister Michael Groschek (SPD) bezeichnet die Straße bei der Freigabe am 3. Mai als „Logistikbrücke“. Die 18,1 Kilometer lange B 56 n wird auf den letzten Metern noch einmal gut fünf Millionen Euro teurer. Sie kostet 89,3 Millionen Euro.

Der Martinszug, den es doch gab

Fast hätte es dieses Bild nicht gegeben. Denn Anfang September kündigt der Löschzug Stadtmitte der Freiwilligen Feuerwehr Heinsberg an, nicht länger alleine Veranstalter des Martinszuges durch die Innenstadt sein zu wollen. Die Aufgabenvielfalt sei gewachsen. Der Aufschrei ist groß – und dann packen alle mit an: Ortsvorsteher Siegfried Jansen findet Unterstützung bei beiden christlichen Kirchen, beim Gewerbe- und Verkehrsverein, in der Sonnenscheinschule und natürlich auch bei der Löschgruppe der Feuerwehr. Und so ziehen am Martinstag die Kinder doch auch durch die Heinsberger Innenstadt.

Schaulaufen großer Könner beim Gitarrenfestival

„Tears in Heaven“ spielt Vojin Kocić auf seiner gewonnenen Gitarre am Ende beim Gitarrenfestival in Heinsberg. Das ist der Abschluss einer emotionalen Preisverleihung und einer ganzen Reihe von Gitarrenkonzerten der Extraklasse. Das Heinsberger Gitarrenfestival gerät im Mai wieder zu einem Schaulaufen von virtuosen Könnern auf dem Seiteninstrument. „Das war ein atemberaubender Wettbewerb“, fasst Roman Viazovskiy, künstlerischer Leiter des Festivals, zusammen.

Die Wassenberger City mit neuem Gesicht

Monatelang ist die Graf-Gerhard-Straße in Wassenberg dicht. Das Zentrum der Stadt soll ein neues, attraktiveres Gesicht bekommen. Dafür rollen die Bagger. Es ist so etwas wie eine Operation am offenen Herzen, denn die Straße wird schon umgebaut, während die Arbeiten an der dafür notwendigen Ortsumgehung zwischen Wildenrath und der L 117 bei Orsbeck in vollem Gange sind. 2019 soll die Umgehungsstraße (B 221 n) fertig sein. Den Gestaltungsspielraum, den die Stadt dadurch gewinnt, nutzt sie bereits in diesem Jahr intensiv aus.

15.000 Schützen und Musiker beim Bundesfest

Rund 15.000 Schützen und Musiker sind im September beim Bundesfest der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) in Heinsberg dabei. Und sie bringen alle ihre edel gewandeten Majestäten mit. Rot-weiße Fähnchen markieren den Zugweg durch Heinsberg und gefeiert wird auf dem Festplatz an der Gangolfusstraße. Nur beim Großen Zapfenstreich zum Auftakt des Festes können nicht alle dabei sein. Es ist es zu nass. Es regnet in Strömen.  Er findet in der Kirche St. Gangolfus statt.

Jago geht pleite, Rhenus bezieht Logistikzentrum

Der Logistikkonzern Rhenus baut in Hückelhoven an der alten Kohlenwäsche ein gigantisches Logistikzentrum auf. Dafür nutzt er ein 120.000 Quadratmeter großes Gebäude. Eigentlich war das Gebäude für den Online-Händler Jago gebaut worden. Der ging aber pleite und zog nie in Hückelhoven ein. Und so fiel den Verantwortlichen im Hückelhovener Rathaus ein Stein vom Herzen, als der Projektentwickler Panattoni Europe für die gigantische Immobilie schnell einen Nachmieter fand.

Der etwas andere Bodenschatz: Archäologen finden Heinsberger Stadtmauer

Im August taucht sie auf: Im Boden mitten in der Heinsberger Innenstadt finden Archäologen Reste der Heinsberger Stadtmauer aus dem 14. oder 15. Jahrhundert. An der Hochstraße wird ein altes Gebäude abgerissen, wo nun die „Heinsberger Höfe“ entstehen. Dort kommt die Mauer zum Vorschein. Ein Teil von ihr soll erhalten und sichtbar bleiben. Vom gesamten Fund wird zudem ein Modell erstellt, das bald im Rathaus zu sehen sein soll. Für den Bauherrn der „Heinsberger Höfe“ ist der Fund nicht in jeder Hinsicht ein Glücksfall: Er muss für Sicherung, Bergung und Dokumentation des historischen Fundes aufkommen. Das kostet 200.000 Euro extra.

Haarige Hilfsaktion in Hilfarth für Krebsstiftung

Eine ziemlich haarige Aktion starten die C-Juniorinnen des TuS Jahn Hilfarth am 1. Mai. Sie lassen sich die Zöpfe abschneiden. Mit mindestens 25 Zentimeter Haar können Echthaarperücken geflochten werden, für Menschen, die ihr Haar verlieren. Die Idee gefällt Trainer Markus Sodekamp so gut, dass er seine Mädchen überzeugt mitzumachen – für die gute Sache. Bei dem Event in der Turnhalle an der Callstraße in Hilfarth kommen 11.511,55 Euro für die Kinderkrebsstiftung Bonn zusammen. Auch Vivien Konca, Miss Germany 2014, lässt sich die Haare abschneiden.


Tausende schlagen im Klimacamp ihre Zelte auf

Polizei und Aktivisten belauern sich am Rande des Tagebaus Garzweiler Ende August. Jeder Aktivist, der das Gelände des Klimacamps am Erkelenzer Laheypark verlässt, wird von der Polizei beäugt.  Im Camp geht es zunächst einige Tage lang um Ideen und Konzepte, wie der Planet zu retten ist. Gegen Ende des Klimacamps steht der Protest gegen die Braunkohle im Fokus. Die meisten Beobachter rechnen damit, dass die Aktivisten in den nahe gelegenen Tagebau Garzweiler eindringen wollen – wie bei der „Ende Gelände“-Aktion 2015. Aber am Ende kommt es anders: Von Bedburg aus ziehen 1200 Aktivisten zur Nord-Süd-Kohlebahn. Dabei kommt es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Rund 300 Aktivisten gelangen auf die Gleise.

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