Hückelhoven - Todesfall auf Zechengelände: War Pflichtverletzung Schuld an Unfall?

Radarfallen Bltzen Freisteller

Todesfall auf Zechengelände: War Pflichtverletzung Schuld an Unfall?

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
13099267.jpg
Detlef Stab, der Vorsitzende des Fördervereins Schacht 3, ist schockiert bei dem Gedanken, was sich an der Kipplore auf dem ehemaligen Zechengelände am Samstag zugetragen hat. Foto: Koenigs
13099271.jpg
Unbekannte haben an der Stelle, wo der knapp zweijährige Junge tödlich verletzt wurde, einige Kerzen aufgestellt. Foto: Koenigs

Hückelhoven. Ortstermin auf dem historischen Zechengelände an Schacht 3 in Hückelhoven. Der Grund hierfür ist ein denkbar trauriger. Am Samstag war ein 22 Monate alter Junge beim Spielen mit anderen Kindern durch eine Kipplore so schwer verletzt worden, dass er wenig später in einem Mönchengladbacher Krankenhaus starb.

Beamte des Kriminalkommissariates I der Kreispolizeibehörde, das sich mit Todesermittlungsverfahren befasst, Vertreter der Denkmalstiftung von Sophia-Jacoba und der Chefjurist der Stadt Hückelhoven trafen sich am Montagmorgen auf dem ehemaligen Zechengelände, um einige Umstände und Zusammenhänge zu beleuchten.

„Wir wurden nur zu den Eigentumsverhältnissen befragt“, erklärte im Anschluss Holger Loogen, Persönlicher Referent des Bürgermeisters und Leiter des Amtes für Kultur und Stadtmarketing in Hückelhoven. Die Antwort war schnell gegeben, denn der Eigentümer des Geländes sei die Denkmalstiftung. Ein Umstand, der im Falle einer Haftungsstreitigkeit natürlich eine Rolle spielen könnte.

Ob es hierzu allerdings kommt, sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu beantworten, sagte der zuständige Oberstaatsanwalt aus Mönchengladbach, Lothar Gathen: „Alles ist noch zu untersuchen. Man muss schauen, ob eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht vorliegt.“ Auch eine Verletzung der Aufsichtspflicht durch die Eltern sei denkbar.

„Die Lore und der gesamte Bereich werden überprüft“, bestätigte Hauptkommissar Karl-Heinz Frenken auf Nachfrage. Die Spurensicherung hatte ihre Arbeit bereits am Samstag abgeschlossen. „Ich gehe aber nicht davon aus, dass alle Untersuchungen schon beendet sind.“

Detlef Stab, der Vorsitzende des Fördervereins Schacht 3, stand auch am Montag noch fassungslos vor der Kipplore, die dem kleinen Jungen zum Verhängnis geworden war. Er könne sich nicht erinnern, dass es in all den Jahren auf dem ehemaligen Zechengelände schon einmal zu einem ähnlichen Vorfall gekommen sei, sagte er gegenüber einem Mitarbeiter unserer Zeitung.

Obwohl der Hergang der Geschehnisse am Samstag bislang nicht offiziell bestätigt wurde, sollen dem Vernehmen nach mehrere Kinder in die Kipplore geklettert sein, so dass diese durch das Gewicht zurückkippte. Der kleine Junge war offenbar unbemerkt unter das andere Ende der Lore geklettert. Als die übrigen Kinder dann die Kipplore wieder verließen, sei diese in die Ausgangsposition zurückgekippt und hatte dabei den Kleinen unter sich begraben.

Dass der verstorbene Junge einer Artistenfamilie angehöre, wie in Medien berichtet wurde, konnte die Polizei am Montag noch nicht bestätigen. Lediglich, dass er deutscher Nationalität sei und offenbar mit seinen Eltern eine Artistenfamilie im Zirkus besucht hatte. Der Zirkus, der in nur etwa 50 Metern Entfernung zum Unfallort seine Zelte aufgeschlagen hatte, war am Montagvormittag bereits wieder zu einem neuen Veranstaltungsort abgereist.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert