Tod in Havert: Täter muss achteinhalb Jahre in Haft

Von: wos/red
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Der 61-Jährige lebte einige Zeit zusammen mit der 55-Jährigen aus dem Selfkant in deren Haus in Havert. Symbolbild: dpa

Aachen/Selfkant. Die erste Schwurgerichtskammer am Aachener Landgericht hat am Freitag den Heerlener Martin G. wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt. Das Gericht sah es somit als erwiesen an, dass G. seine Lebensgefährtin umgebracht hat. Eine Verurteilung wegen Mordes hielt das Gericht letztlich aber nicht für angemessen.

Der 61-Jährige lebte einige Zeit zusammen mit der 55-Jährigen aus dem Selfkant in deren Haus in Havert. Die beiden hatten sich im Herbst 2015 kennengelernt und waren sich kurz darauf in einem gemeinsamen Urlaub nähergekommen.

Der neue Freund aus Heerlen, der bei einem statistischen Amt tätig war, behielt zwar seine Wohnung in den Niederlanden, zog aber noch vor Weihnachten faktisch zu seinem späteren Opfer in das Haus in Havert. Als die 55-Jährige am zweiten Weihnachtsfeiertag von der Arbeit – sie war in einem Pflegeberuf tätig – wieder zurück nach Hause kam, geschah das Grauenvolle. Martin G. brachte sie um.

Aus welchen Gründen genau er dann zu einem langen Küchenmesser griff, konnte auch der Prozess vor dem Aachener Schwurgericht unter Vorsitz von Richterin Hildegard Tag letztlich nicht klären. Denn der Angeklagte hatte sich auf massive Erinnerungslücken berufen, vor allem konnte auch der Rechtsmediziner nicht eindeutig klären, ob es vor der Tat gegen 13.30 Uhr noch zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen den beiden gekommen war.

Eindeutig stand jedoch fest, so das Gericht, dass G. zwölfmal mit einem Küchenmesser auf sein Opfer einstach. Drei der Stiche – ins Herz, in die Hauptschlagader und in die Lunge – wären schon für sich genommen sofort tödlich gewesen.

Das Gericht hielt Martin G. zugute, dass er die Tat bereits beim Herbeirufen der Polizei gestanden hatte. Beim Notruf hatte G. gesagt: „Ich habe meine Frau umgebracht“. G. gab im Prozess an, am Tattag seit dem frühen Morgen Alkohol getrunken zu haben. Die Spirituosen verdünnte er nur leidlich mit Cola. Und dann habe er irgendwann zu einem Messer gegriffen.

Aber was geschah in den letzten Minuten vor dem Tod der Frau? Sie hatte wohl ein separates Bett aufgestellt, weil sie nicht wollte, dass G. und sie weiter in einem Bett schlafen. Angeklagt war G. wegen heimtückischen Mordes. Die Kammer kam aber zu dem Ergebnis, dass eine Verurteilung wegen Totschlags angemessen sei.

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