Tod im Selfkant: Stiche in Herz, Hauptschlagader und Lunge

Von: Wolfgang Schumacher
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Vor dem Aachener Landgericht muss sich der 61-jährige Martin G. verantworten. Er soll seine Frau mit drei Messerstichen am zweiten Weihnachtstag des letzten Jahres getötet haben. Symbolbild: dpa

Aachen/Selfkant. Zehn bis fünfzehn Zentimeter, so der Rechtsmediziner am Freitag vor der Schwurgerichtskammer des Aachener Landgerichts, gingen die zahlreichen Stiche in den Körper der 55-jährigen Lebensgefährtin des Angeklagten Martin G. (61) aus Heerlen. Alleine drei davon, berichtete der Mediziner, seien „sofort – oder innerhalb weniger Sekunden – tödlich“ gewesen.

Der Tod des Opfers sei wohl gegen 13.30 Uhr an jenem tragischen zweiten Weihnachtstag im vergangenen Jahr in dem Einfamilienhaus in Selfkant-Havert eingetreten, erst nach 15 Uhr hatte der als Statistiker in Heerlen beschäftigte mutmaßliche Täter die Polizei alarmiert.

Und alarmiert ist eigentlich der falsche Ausdruck. Denn beim Vorspielen des Anrufs, mit dem der Mann die Hilfskräfte herbeirief, wurde jedem im Gerichtssaal klar, dass er in einer beängstigenden Ruhe formulierte: „Ich habe meine Frau umgebracht.“ Es solle doch jetzt mal jemand vorbeikommen.

Der Polizei bot sich ein grauenvolles Bild: Blut überall, vor allem aber unmittelbar vor und am Sofa im Wohnzimmer. Dort hatte die Tat wohl stattgefunden, dort soll der mutmaßliche Täter immer wieder auf seine Lebensgefährtin eingestochen haben.

Ein Stich mit dem Küchenmesser ging mitten ins Herz, ein anderer habe die Hauptschlagader durchtrennt, der dritte zerstörte die Versorgung der Lunge. Das Opfer hatte keine Chance. Alle drei Stiche waren für sich genommen bereits unmittelbar tödlich.

Das Gericht hatte von dem Kölner Rechtsmediziner wissen wollen, ob die Spurenlage das genaue Tatgeschehen rekonstruieren lasse. Die Tatvorgeschichte – der Angeklagte beruft sich auf Erinnerungslücken – blieb bislang im Dunkeln. Vor allem ließ sich bislang nicht klären, ob sich das Paar vorher bereits handgreiflich gestritten hatte.

Denn auch dafür gab es Indizien: Blutstropfen waren im ganzen Haus zu finden. Sie hätten allerdings ebenso von Martin G., der die Tat im Wesentlichen gestanden hatte, stammen können, da er sich an der Daumenkuppe verletzt hatte und ebenso blutete.

Sie habe an dem Feiertag, gab der wegen heimtückischen Mordes angeklagte Mann am ersten Verhandlungstag an, arbeiten müssen und sei gegen Mittag nach Hause gekommen. Dann habe sie wortlos begonnen, im Obergeschoss ein Gästebett fertig zu machen. Darüber muss es zum Streit gekommen sein.

Der Angeklagte Martin G. stand nach eigenen Angaben unter erheblichem Alkoholeinfluss.

Eigentlich war das Urteil bereits für Freitag erwartet worden. Dazu kam es aber nicht. Ein Urteil wird nun für Freitag, 22. Juli, 11 Uhr, im Aachener Landgericht erwartet.

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