Erkelenz - Tod des Augenarztes war kein Unfall

Tod des Augenarztes war kein Unfall

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
leiche immerath
Die Spurensicherung untersucht den Fundort der Leiche. Foto: Peter Kerkhoff

Erkelenz. Der Tod des Erkelenzer Augenarztes Udo Schmitz kann kein Unfall gewesen sein. Das geht aus Recherchen dieser Zeitung hervor. Schmitz wurde am 9. Januar auf einem Feld nahe Erkelenz-Immerath erschossen.

Auch einen Unfall hatte die Mordkommission zunächst in Betracht gezogen, der sich etwa bei einer Waffenübergabe ereignet haben könnte.

Nach Informationen dieser Zeitung trafen etwa 40 Kugeln einer Maschinenpistole überwiegend den Unterleib des Augenarztes, wie am Donnerstag die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach auf Anfrage bestätigte. Das Magazin dieser Maschinenpistole fasst aber nur 32 Schuss. Was bedeutet, dass der Täter das Magazin gewechselt haben muss, um die letzten Kugeln auf Udo Schmitz abfeuern zu können. Das schließe in der Tat einen Unfall aus, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Über den Fall war vergangene Woche in einer ZDF-Sendung berichtet worden. Darin wurde erwähnt, dass Udo Schmitz Kontakte zu einem Waffenhändler namens Drago gehabt haben könnte, der auch als Tatverdächtiger in Frage käme. Am Donnerstag nun bestätigte die Staatsanwaltschaft, dass es „diesen Drago wahrscheinlich gar nicht gibt”. Der Name Drago war vom Hückelhovener Fraktionsvorsitzender der Linken, Manfred H., während des Verhörs bei der Mordkommission erwähnt worden. Das hatte Hauptkommissar Hubert Graff in der ZDF-Sendung vergangene Woche gesagt. H. soll Udo Schmitz die Maschinenpistole beschafft haben, mit der der Augenarzt letztlich erschossen wurde. Auch sagte H. aus, bei einem angeblichen Treffen von Schmitz und Drago 2008 dabeigewesen zu sein.

Hat Manfred H. eine Falschaussage gemacht? Um sich selbst zu schützen? Die Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft nun davon ausgeht, dieser Drago existiere wahrscheinlich nicht, könnte diesen Schluss nahelegen. Die Staatsanwaltschaft betont jedoch ausdrücklich, gegen H. werde weiterhin nur wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenschutzgesetz ermittelt.
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