Wegberg-Harbeck/Mönchengladbach - Tod auf Kirmes: Sechs Jahre Jugendstrafe

Tod auf Kirmes: Sechs Jahre Jugendstrafe

Von: tp
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Die eigentliche Tat vor dem Festzelt in Wegberg-Harbeck hatte niemand beobachtet.

Wegberg-Harbeck/Mönchengladbach. Der Anlass war laut Richter „denkbar banal“, die Folgen tödlich: Der 19-jährige Cedric H. aus Wegberg wurde am Freitag vor dem Landgericht Mönchengladbach wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu sechs Jahren Jugendstrafe verurteilt.

Richter Lothar Beckers fasste das Geschehen der Nacht des 13. Juli 2014 vor dem Festzelt in Wegberg-Harbeck zusammen: Streit unter Jugendlichen wegen einer lange zurückliegenden Firmfahrt, erst fliegen Worte, dann Fäuste. Der Angeklagte geht mit blutender Nase ins Zelt und kommt mit seinem Taschenmesser zurück. Er fügt Dominik J. eine Verletzung im Gesicht zu, dann schlägt er mit dem Messer in der Faust auch dessen 17-jährigen Bruder Maurice. An einer Verletzung im Halsbereich stirbt dieser später in einem Mönchengladbacher Krankenhaus. Zur Tat äußerte sich der Angeklagte nur über seinen Anwalt.

„Für uns ist das polizeiliche Geständnis relevant“, erklärte der Richter. Cedric H. habe der Polizei nach der Tat exakt beschrieben, wo er die Tatwaffe weggeworfen habe, die dann auch gefunden wurde. Im Gegensatz dazu sei die Verhandlung von „Erinnerungslücken“ des Angeklagten geprägt gewesen.

„Der Angeklagte ist kein Schläger. Er ist hilfsbereit und vermittelnd“, charakterisierte der Richter den Abiturienten. Genau dieses Bild hatte auch Verteidiger Reiner Jobs während der 14 Prozesstage immer wieder gezeichnet. Aber, so hielt Beckers fest: „All diese Charaktereigenschaften haben versagt. Der Angeklagte hat die Tat brutal ausgeführt.“

Das Gericht zeigte sich davon überzeugt, dass Cedric H. sein Messer nicht aus dem Zelt geholt habe, um damit zu drohen. Dagegen spreche das Verstecken der Waffe in der Faust, die acht Zentimeter lange Klinge habe nach unten gezeigt. Auch habe Cedric H. nach dem ersten Schlag, der eine tiefe, blutende Stirnwunde bei Dominik J. verursachte, nicht innegehalten.

„Warum Sie die Tat begangen haben, konnten wir leider nicht klären. Wir hätten gerne etwas von Ihnen dazu gehört“, wandte sich Beckers an den Angeklagten, dessen Haftbefehl in Kraft bleibt. Innerhalb einer Woche können gegen das Urteil Rechtsmittel eingelegt werden.

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