Hückelhoven - Tierischer Unterricht für Lernschwache

Tierischer Unterricht für Lernschwache

Von: Ingo Kalauz
Letzte Aktualisierung:

Hückelhoven. Die Schulbank auf dem Reiterhof drücken? Das klingt mehr nach Ferien und nicht nach dem pädagogischen Konzept, das sich dahinter verbirgt. Wenn sich in den kommenden Wochen Schüler der Peter-Jordan-Schule, einer der drei Förderschulen im Kreis Heinsberg, bei den „Sternenreitern“ treffen, dann ist dieser Hof für heilpädagogisches Reiten für einige Wochen ihr neuer Unterrichtsort.

Und natürlich wurde dieser neue Schulraum gerade für diese Schüler mit Bedacht gewählt. „Die auf maximal drei Monate begrenzte Schulungsmaßnahme ,Das Bauernhof-Projekt‘“, so Hans Hilgers, der als Konrektor die geplante Maßnahme den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses der Stadt Hückelhoven erläuterte, „ist ein weiterer Baustein in der Berufsvorbereitungspalette der Peter-Jordan-Förderschule und richtet sich insbesondere an solche Jugendliche, bei denen die bereits vorhandenen berufsqualifizierenden Angebote nicht greifen“.

Diese Offerte hat zum Ziel, dass der Jugendliche innerhalb dieses Zeitfensters sowohl soziale Kompetenzen als auch berufliche Schlüsselqualifikationen erlernen soll.Durch das Projekt sollen besonders die Schüler angesprochen werden, die auch in der „normalen“ Förderschule nicht in eine soziale Gruppe integriert werden können; die sozialauffälliges oder bereits „delinquentes Verhalten“ zeigen oder abzugleiten drohen; die ihre eigene Entwicklung oder die ihrer Mitschüler erheblich stören oder gefährden; die Schule verweigern oder bereits in frühen Jahren eine Verweigerungshaltung für jegliches schulisches Lernen aufbauen; die psychische Auffälligkeiten zeigen; oder die andere als die üblichen Angebote des Lernablaufs benötigen. „Wir erhoffen uns mit dem Projekt des Unterrichts auf dem Hof eine wirksame Hilfe besonders für schwer traumatisierte Schüler“, sagte Hilgers.

Lernziele klar definiert

Denn natürlich werden den Jugendlichen auf dem Reiterhof auch klassische Lerninhalte vermittelt, auch die Lernziele sind klar definiert: Durch den kombinierten Einsatz von Lehrkräften, Sozialarbeit und therapeutischem Reiten soll sich die Situation der Schüler so verbessern, dass sie sich stabilisieren und nach Möglichkeit den Schulbesuch wieder regulär aufnehmen können und ihre Bildungsziele erreichen.

Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses folgten den Erläuterungen des Konrektors der Peter-Jordan-Förderschule mit wachem Interesse, ehe sie sich den damit verbundenen Personal- und Personalsachkosten und der Kostenbeteiligung zwischen öffentlichen Jugendhilfeträgern zuwenden mussten. Aber das war dann wieder die „normale“ politische Arbeit. Das von Hans Hilgers beschriebene Projekt soll am 4. April beginnen und ist zunächst bis zum Schuljahresende 2016/17 befristet.

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