Tierheim Heinsberg: Hunde und Katzen haben zu wenig Platz

Von: Rainer Herwartz
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Der 300 Meter lange Zaun am Tierheim in Heinsberg-Kirchhoven soll 3300 Quadratmeter mehr Auslauffläche verschaffen. Zunächst müssen aber noch viele Löcher für die Pfähle gebohrt werden. Foto: Rainer Herwartz
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Die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Bianka Mai, freut sich aber schon jetzt über den guten Beginn. Foto: Rainer Herwartz
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Vieles umfunktioniert: Hinter der weißen Türe, wo heute der Operationsraum ist, war früher eine Garage. Foto: Rainer Herwartz
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Daneben folgen die knapp bemessene Aufnahmestation... Foto: Rainer Herwartz
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... und die ebenso kleine Quarantänestation, die ehemals als Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter diente. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Manche Dinge erklären sich erst auf den zweiten Blick. So mutet es zunächst seltsam an, wenn ein Zaun gebaut werden soll, um im Endeffekt mehr Bewegungsfreiheit zu erzielen. Doch genau das ist derzeit beim Tierheim in Heinsberg-Kirchhoven der Fall.

„Wir bauen unseren neuen Zaun für mehr Freiheit, Sicherheit und Auslauf unserer Tiere“, sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereins für den Kreis Heinsberg, Bianka Mai. „Der Deutsche Tierschutzbund unterstützt dieses Projekt bereits mit 5000 Euro und steuert weitere 5000 Euro bei, wenn wir es schaffen, bis zum 31. Mai 5000 Euro an Spenden mit dem Verwendungszweck ,Zaunanlage‘ zu sammeln. Jeder Euro zählt jetzt doppelt, und das Gelingen dieser Spendenaktion bedeutet eine Schonung unserer schmalen Rücklagen, die wir dringend für den Tierheimbetrieb und weitere Modernisierungsmaßnahmen benötigen.“

Knapp 30 Jahre hat das Tierheim an der Stapperstraße mittlerweile auf dem Buckel. Und in dieser Zeit, so Bianka Mai, habe es auch durchaus gute Dienste geleistet. „Aber die Anforderungen an die Aufnahmekapazität haben sich mittlerweile total geändert. Damals kam man mit der Kapazität bestens klar. Doch heute können wir nicht mehr allen Tieren sofort helfen und müssen manche auf eine Warteliste setzen oder Übergangslösungen finden.“

Auch die Haltungsbedingungen hätten sich geändert. „Zum Beispiel sind unsere Innenzwinger für die Hunde nach heutigem Standard um die Hälfte zu klein. Außerdem ist die Anzahl der Katzenzimmer nur halb so groß wie sie sein müsste, um dem Bedarf gerecht zu werden. Für die Kaninchen haben wir kein Warmhaus, was gerade in der kalten Jahreszeit für Tiere, die aus einer Wohnungshaltung stammen, problematisch ist.“ Der gesamte zur Verfügung stehende Innenraum sei mittlerweile zur Tierunterbringung umfunktioniert worden – auch zu Lasten der Mitarbeiter.

Der Anteil der Fundtiere liege zwar konstant bei etwa 60 Prozent, „aber das einzelne Tier ist wesentlich betreuungs- und kostenintensiver geworden“. Gründe hierfür lägen zum Beispiel in der Zunahme von Verhaltensauffälligkeiten bei Hunden und einem verstärkten Auftreten von Erkrankungen bei Katzen. „Unser größter Engpass liegt denn auch bei den Katzen“, sagt Bianka Mai. „Immer wieder treten dort hartnäckige Infektionserkrankungen auf, die uns dazu zwingen, die Aufnahmestation bis zu mehreren Wochen zu schließen. Dieses Nadelöhr muss dringend entschärft werden. Das ist der nächste große Schritt.“

Hierzu müsse eine größere Quarantäne- und eine größere Krankenstation gebaut werden. Erst einmal soll nun der 300 Meter lange Zaun, der ein 3300 Quadratmeter großes Areal umschließt, zumindest für die Hunde eine Erleichterung schaffen. „Hier sollen sich vor allen Dingen die Hunde einmal richtig auspowern können, die schon seit Jahren bei uns sind.“

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