Thomas Schnelle (CDU) setzt auf Teamgeist und Praxisnähe

Von: Ingo Kalauz
Letzte Aktualisierung:
14520127.jpg
Tritt im Wahlkreis Heinsberg II an: Thomas Schnelle. Foto: Johannes Bindels

Hückelhoven. Wenn Thomas Schnelle ausspannen will, schiebt er eine CD von den Dire Straits, von U2 oder auch schon mal Depeche Mode in den Player. Nicht die harten Sachen also, „nein, ich stehe eher auf melodische Songs“, sagt er. Das passt zu dem Mann, der in der jüngeren Hückelhovener Politik, also in der des neuen Jahrhunderts allgemein und in seiner Partei, der CDU, im Besonderen eine nicht ganz unwesentliche Rolle spielt.

Alles immer schön der Reihe nach, dann fügt sich das eine zum anderen, bis schließlich ein stimmiges Ganzes entsteht. Das war für die Frauen und Männer, die nach der Schließung der Zeche an politisch verantwortlicher Stelle saßen, eine unabdingbare Haltung: Hückelhoven musste praktisch neu erfunden werden, ein Steinchen musste auf das andere gelegt werden, damit ein neues, ein stimmiges Gebilde entstehen konnte.

Fast zeitgleich nämlich mit der Schließung der Zeche im Jahr 1997 übernahm in der alten Kohlestadt die CDU das politische Ruder. Und die Christdemokraten mit Thomas Schnelle in ihren Reihen bestimmen bis heute die Richtung, in die es langgeht.

Schnelle war bei der Kommunalwahl 1999 einer von den 23 bis dahin eigentlich nur im eigenen Dorf bekannten Hückelhovenern, die in den Rat der Stadt gewählt wurden. Die meisten von ihnen waren das, was man nicht nur in der Sprache der Politik als „junge Hüpfer“ bezeichnet. Jung, unerfahren – aber auch unverbraucht.

Einer von ihnen ist inzwischen bereits zweimal zum Bürgermeister der Stadt gewählt worden. Die CDU löste damals die SPD als traditionell stärkste Kraft im Rat ab. Ein politischer Erdrutsch war das, ein Einschnitt, von dem sich die Sozialdemokraten bis heute nicht erholt haben. Die Stadt Hückelhoven ohne die Zeche, die Stadt so, wie wir sie heute kennen, ist von Thomas Schnelle und seinen politischen Freunden geprägt.

Dass diese enorme Aufgabe gelingen konnte, daran trägt Thomas Schnelle Anteil. Er ist keiner, der den Kragen gerade rückt und die Mundwinkel nach oben zieht, wenn ein Fotograf in Sichtweite kommt – er ist einer von denen, die wenig öffentlichkeitswirksam im Hintergrund stehen. Schnelle ist nicht Chef der CDU-Fraktion im Hückelhovener Rat, er ist der Stellvertreter des Fraktionsvorsitzenden.

Der Vorsitzende verkauft die Politik öffentlichkeitswirksam nach außen, der Stellvertreter sorgt mit dafür, dass innerhalb der Fraktion die Arbeit ohne große Reibungsverluste funktioniert. „Eine Mannschaft kann auch im politischen Raum nur dann erfolgreich sein, wenn es menschlich in der Truppe stimmt, sagt er.

Thomas Schnelle, 49, seit 1997 bei der Kriminalpolizei in Mönchengladbach beschäftigt, fühlt sich freilich auch wohl in seiner Haut, wenn er bei seinen Kollegen von der Bruderschaft im voll besetzten Festzelt im Stehen ein Bier trinkt oder wenn er bei einem Heimspiel im Borussia-Park zusammen mit mehr als 50.000 Fans lautstark hilft, die Fohlen nach vorne zu treiben.

Der 49-jährige waschechte Kleingladbacher ist ein Mensch, der felsenfest in seinem sozialen Umfeld verankert ist. Durch die Aktivitäten im Vereinsleben seines Heimatortes hat der Vater einer zwölfjährigen Tochter und eines 17 Jahre alten Sohnes auch zur Politik gefunden. Vor Ort, da, wo er sich auskennt, hat er gemerkt, dass man etwas verändern kann, wenn man sich politisch in seiner Kommune engagiert:

„Wir haben in meinem Heimatort durchgesetzt, dass da ein Spielplatz hinkommt. Das war eine meiner ersten Erfahrungen im politischen Raum. Und die war positiv.“

Auch wenn Schnelle keiner von denen ist, die im Mittelpunkt stehen wollen: Im Wahlkampf, den er derzeit austrägt, lässt es sich nicht vermeiden, dass er ganz in den Vordergrund rückt. Aber auch wenn er auf Stimmenfang ist, geht er eher behutsam vor, drängt sich dem Wähler weder auf, noch bedrängt er ihn gar.

Der Kriminalhauptkommissar wirkt eher ruhig und zieht im Hintergrund die nötigen Fäden. Er „macht“ nicht Politik, er ermittelt, was machbar ist und wie Politik dann praxisnah umgesetzt werden kann. „Ich mache eigentlich sehr gerne Wahlkampf. Und ich merke, dass ich aus den Gesprächen, die ich dabei führe, auch selbst Nutzen ziehe.“

Mit seiner Art, Politik zu machen wurde Thomas Schnelle 2004 stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Hückelhovener Stadtrat und Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes; seit 2013 ist er Mitglied im CDU-Bezirksvorstand Aachen.

Jetzt will der bekennende Katholik Nachfolger von Dr. Gerd Hachen im Düsseldorfer Landtag für den Wahlkreis Heinsberg II werden. In diesem verlor die CDU seit 1949 nur einmal, und das liegt mittlerweile 32 Jahre zurück, das Direktmandat in diesem Wahlkreis, 1985 holte es sich der SPD-Mann Johannes Sondermann.

Es liegt auf der Hand, dass Schnelle in Düsseldorf den Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Sicherheitspolitik im Land legen würde: „Das ist ein weites Feld, auf dem es viele Verbesserungsmöglichkeiten gibt.“ Und was ist, wenn er wider Erwarten scheitert? „Opposition ist Mist“, sagt Thomas Schnelle, „aber sie ist das Wichtige an der Demokratie.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert