Thema Fracking: Linke und Piraten informieren

Von: defi
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Das Thema Fracking erhitzt immer wieder die Gemüter: So gab es jüngst noch eine Demonstration vor dem Bundestag in Berlin. Foto: Stock / Popow
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Zum Thema Fracking hatten Linke und Piraten Referenten eingeladen, die sich bei einer Informationsveranstaltung im Haus Corsten in Heinsberg dieses aktuellen Themas annahmen. Das Bild zeigt (v.l.) Oliver Kalusch, Marika Jungblut, Jenny Marx, Hanns-Jörg Rohwedder, Beate Hane-Knoll und Katharina Lenzen. Foto: defi

Kreis Heinsberg. Die Linke und die Piraten informierten kurz vor Ende des vorerst verschobenen Countdowns zum „Fracking-Erlaubnisgesetz“ Parteimitglieder und Gäste bei einer gemeinsamen Veranstaltung im Hotel Corsten in Heinsberg über das brandaktuelle Thema Fracking.

Die Fraktion der Partei Die Linke im Regionalrat Köln hatte zu dieser Infoveranstaltung unter dem Titel „Das neue Fracking-Gesetz unter der Lupe – Gefahr für unsere Region?“ gemeinsam mit den Piraten im Regionalrat Köln sowie mit der Heinsberger Kreistagsfraktion der Linken und mit den Piraten aus dem Kreis Heinsberg eingeladen. Als Referenten hatten die Veranstalter Marika Jungblut von der Bürgerinitiative „No Fracking“ und Oliver Kalusch vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz sowie als Gastredner mit Hanns-Jörg Rohwedder einen Landtagsabgeordneten der Piraten für die Veranstaltung in Heinsberg gewinnen können. Beate Hane-Knoll begrüßte im Namen der Regionalrat-Fraktion der Linken die Zuhörer.

Linke und Piraten eint die ablehnende Haltung zum Hydraulic Fracturing oder kurz Fracking, einer Methode der Erdöl- und Erdgasförderung aus tiefliegenden Gesteinsschichten, bei der auch chemische Zusätze eingesetzt werden. Hanns-Jörg Rohwedder kritisierte, dass wer die Energiewende wolle, nicht ins Fracking einsteigen dürfe. Rohwedder: „Wir müssen weg von den fossilen Energieträgern.“ Die Linke tituliert den Gesetzesentwurf, der eigentlich am heutigen Freitag im Bundestag zur Abstimmung angestanden hätte, als „Fracking-Erlaubnisgesetz“ und befürchtet, sollte es nach der Sommerpause zu einer Verabschiedung dieses Gesetzes kommen, den Einstieg ins bundesweite Fracking.

Auch in den benachbarten Niederlanden waren dem Fracking erste Türen geöffnet worden. Jenny Marx, Geschäftsführerin der Fraktion der Linken im Heinsberger Kreistag, sagte: „Wir erwarten mit Spannung den Umweltbericht zum Fracking in den Niederlanden, der nach den Sommerferien vorliegen soll.“

Katharina Lenzen, Verwaltungspiratin beim Virtuellen Kreisverband Heinsberg der Piraten, hofft, mit Bürgerinformationen wie der im Haus Corsten das bundesweite Fracking und damit auch das Fracking im Kreis Heinsberg endgültig stoppen zu können.

Gefahren

Marika Jungblut aus Baesweiler von der Bürgerinitiative „No Fracking“ verwies in der Infoveranstaltung in Heinsberg auf die Gefahren des Frackings: Belastung des Grundwassers durch Chemikalien, Erdbebengefahr in der erdbebenaktiven Region Aachen/Heinsberg, Bergschäden an Gebäuden und die ungeklärte Entsorgung des Lagerstättenwassers.

Jungblut hatte in Heinsberg noch befürchtet, dass das „Pro-Fracking-Gesetz“ vor der Sommerpause im Bundestag durchgepeitscht werden würde. Doch die Koalitionspartner hatten noch Gesprächsbedarf und den Bundestagstermin kurzfristig verschoben.

Jungblut: „Wir haben die Bundestagsabgeordneten der Region angeschrieben, aber bislang lediglich eine Antwort von Andrej Hunko (Die Linke), der gegen das Gesetz stimmen will, erhalten. Die Lobbyisten sind sehr stark. Jeden Tag sind ihre Briefe an die Abgeordneten rausgegangen.“

„Desinformationskampagne“

Wie diese Abgeordneten sich entscheiden werden, darauf ist auch Oliver Kalusch vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz gespannt. Kalusch sagte in Heinsberg: „Vor zwei Jahren konnten wir als Umweltschützer noch eine Entscheidung für das Fracking verhindern.“

Ob es diesmal wieder klappen wird, das Fracking-Gesetz zu verhindern, da war Kalusch, der sich seit 30 Jahren im Umweltschutz engagiert, skeptisch. „Eine so stringente Desinformationskampagne habe ich noch nicht erlebt,“ meinte Kalusch in Bezug auf die „riesige Werbekampagne“ von Umweltministerin Barbara Hendriks (SPD) für das Fracking.

Der Abend in Heinsberg war Kaluschs letzte Infoveranstaltung zum Fracking vor der im letzten Moment abgeblasenen Entscheidung im Bundestag gewesen. Dass die große Koalition die Entscheidung über die geplanten Regelungen für das umstrittene Fracking auf die Zeit nach der Sommerpause verschoben hat, wertet Marika Jungblut als „ersten Erfolg im Kampf gegen das Pro-Fracking-Gesetz.“ Jungblut erklärte auf Nachfrage: „Dies zeigt uns, dass die Experten und Verbände, die vor der Hochrisikotechnologie Fracking warnen, das Risiko für Mensch und Umwelt richtig einschätzen, denn sonst hätten die Lobbyisten der Gasindustrie ein leichtes Spiel bei unseren Abgeordneten.“

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