Theater beendet Saison mit spannendem Kriminalstück

Von: hl
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Erkelenz. Der Autor John Wainwright war einer der erfolgreichsten Autoren der jüngeren Zeit (1921-1995). Er veröffentlichte 83 Romane, sieben Hörspiele, Kurzgeschichten sowie viele Zeitschriftenartikel. Mit seinem Kriminalstück „Das Verhör“ fand nun die diesjährige Theatersaison ihr Ende.

Viel Beifall zum Schluss bekamen die vier Schauspieler des Berliner Kriminal Theaters für eine Aufführung, deren Spannung sich schrittweise aufbaute.

Eigentlich hätten in der gut besuchten Stadthalle lauter Experten für Kriminalistisches sitzen müssen, laufen doch im Fernsehen fast rund um die Uhr und auf nahezu allen Kanälen Kriminalfilme verschiedenster Art. Und so wirkte das oft fast betulich daherkommende Stück direkt angenehm angesichts von heutigen Mord- und Totschlaggeschichten mit viel Gewalt und Horror.

Die Schauspieler

Thomas Gumpert spielte den Chief Inspektor John Parker, der unbedingt und mit allen Mitteln der Verhörmethodik einen zweifachen Kindesmörder überführen will. Ulrich Voß war der Rechtsanwalt Adam Barklay, der vor allem wegen seiner kleinen Unwahrheiten bei der Befragung seitens seines Freundes John gleich zu Anfang in Verdacht gerät, der gesuchte Mörder zu sein.

Heide Domanowski verkörperte überzeugend und mit viel weiblicher Präsenz die mondäne Ehefrau des Rechtsanwaltes, die mit ihren Lügereien dessen vermeintliche Schuld noch unterstreicht. Mario Krüger war der unauffällige Sergeant Hastings, dessen Hauptaufgabe das Kaffeekochen zu sein scheint.

Große Spannung

Das ganze Stück hindurch stand die Frage im Raum, wer denn nun der gesuchte Mörder sei. Und die immer größer werdende Spannung war der Kern des Kriminalfalls, der insbesondere durch die Leistungen der Schauspieler hervorstach.

Bis zum Schluss lieferten sich vor allem die beiden Hauptbeteiligten oft mitreißende Rededuelle, die hin und wieder auch in Geschrei ausarteten.

Unter den guten Leistungen stach die von Ulrich Voß hervor, als er bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung ein Loblied auf die Kinder, deren Unschuld und deren Bedürfnisse sang – obwohl im Publikum diese anrührende Rede eher als Blasphemie empfunden wurde angesichts des Verdachts, in dem er stand.

Bis zum Schluss war unklar, wer der gesuchte Mörder war, und Barklay wollte sich sogar erschießen angesichts der offenbar gegen ihn vorgetragenen Beweise, als völlig überraschend und unerwartet der wahre Mörder überführt wurde, war es doch der unauffällige Sergeant Hastings.

Die Inszenierung des Stückes leistete Wolfgang Rumpf und die Ausstellung Manfred Bitterlich.

Das Bühnenbild wurde von einem großen Stadtplan dominiert, der im Hintergrund durch zwei Fernseher ergänzt wurde. Deren unscharfe Bilder lenkten teilweise deutlich von der Handlung auf der Bühne ab. Dies dürfte manche Zuschauer gestört haben, obwohl dieser Zweck von Rumpf und Bitterlich gewünscht war.

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