Tauschen statt wegwerfen lautet die Devise

Von: mb
Letzte Aktualisierung:
5808065.jpg
Gut beschirmt und mit dem Original-Windrad ihres Logos begrüßte die Gruppe „Wandel im Westen“ die zweite Interessentin an der Bücherkiste vor dem Wegberger Rathaus. Foto: Monika Baltes

Wegberg. Im Westen nichts neues? Von wegen! „Westen im Wandel –einfach gut leben“, so heißt die Gruppe engagierter Mitmenschen, die eines ihrer ersten Projekte in Wegberg vorstellte. „Die Bücherkiste“ heißt die Aktion.

In einem kleinen stabilen Holzhaus vor dem Rathaus in Wegberg, direkt gegenüber der Skulptur „Der lachende Dritte“, warten Bücher auf neue Leser. Jeder Interessierte kann Bücher kostenlos mitnehmen oder selber Lektüren einstellen. Das Motto lautet Tauschen statt wegwerfen.

Und das Projekt kommt an bei den Wegbergern: Voller Freude wird die zweite Besucherin, kurz nachdem die Mitglieder die Aktion gestartet haben, an der Bücherkiste empfangen. „Der erste Interessent kam schon, als wir noch aufbauten“, freut sich die Gruppe über den sichtbaren Erfolg.

Weiterer Anlass zur Freude ist einige Minuten später das Eintreffen von Mitstreiter Willi Ellerkamp, der mit dem „bunten Original-Windrad“, dem Logo der Gruppe, ein wenig Farbe auf den verregneten, grauen Platz bringt.

Inspiriert durch die Transition-Town-Bewegung, will der lockere Zusammenschluss von derzeit 30 Personen aus dem Kreis Heinsberg den Klimaschutz und Nachhaltigkeit stärken. Die Gruppe will zum verantwortungsvollen Umgang mit Energie und Ressourcen anregen und regionale Kreisläufe beleben und unterstützen.

„Die Politik tut sich schwer, den Herausforderungen von Klimawandel und knapper werdenden Roh- und Treibstoffen zu begegnen. Wir müssen von unten, von der Basis her, etwas verändern“, ist Bücherkistenpatin Marlies Schmidt überzeugt.

Lokale Wirtschaftskreisläufe sollen die Abhängigkeit von Importen lindern: „Ich muss mein Obst ja nicht aus Neuseeland und Südafrika einfliegen lassen“, sagt sie und zaubert den Flyer „Bio+Hofläden im Kreis Heinsberg Nord“ hervor. Das ist ein weiteres Projekt von „Westen im Wandel“. Dabei wurde übersichtlich zusammengetragen, wo in der Nähe Kartoffeln, Brot, Fleisch, saisonales Gemüse und Obst direkt beim Erzeuger zu erwerben ist.

Auch eine Garten-AG auf dem Gelände des NABU in Wildenrath und eine Näh- und Bastelgruppe gibt es schon. Und nächste Schritte sind bereits in Planung: eine Arbeitsgruppe Reparatur-Café (Reparatur statt Neukauf), eine Fahrradtour zu den Hofläden und das Projekt Slow-Food – gemeinsames Kochen. Außerdem soll das Angebot der Bücherkisten nicht auf Lektüre beschränkt bleiben, sondern auch auf Kleidung und Alltagsgegenstände ausgedehnt werden. „Wenn wir nichts tun, tut sich nichts“, sagt Monika Rocholl, die das „Gejammer der Resignation“ satt hat. Und Natascha Burmeister-Langer fügt an: „Wichtig ist es, Vertrauen in sich und die gemeinsamen Möglichkeiten zu haben“. In der Gruppe wird jeder nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten eingesetzt. Handwerkliches Geschick ist ebenso gefragt wie gute Ideen und Technik-Erfahrung. „Wir suchen noch jemanden, der uns bei einer eigenen Home-Page hilft“, erklärt Gisela Stotzka, die Ansprechpartnerin für die Gruppe Nord des Kreises Heinsberg. Die Finanzierung der Projekte wurde nicht über Sponsoren, sondern ausschließlich über Spenden finanziert, „denn wir wollen uns von niemandem abhängig machen“. Mit Kreativität, Begeisterung und Gemeinschaftsgefühl in eine bessere Welt – ein Weg, der in kleinen Schritten gegangen wird.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert