Tauchunfall: Lago Laprello gilt nicht als gefährlich

Von: kl
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Die Rettungskräfte waren schnell zur Stelle nach dem Unfall am Lago in Heinsberg. Foto: Heldens

Heinsberg. Der Schock sitzt tief und hat sich auch nach Tagen noch nicht gelöst. Nicht nur bei der Tauchgruppe des TuS Oberbruch ist der Tauchunfall am Sonntag im Lago Laprello das bestimmende Thema. Nach einer Erklärung für das dramatische Geschehen, bei der eine 17-Jährige aus Wassenberg schwer verletzt wurde, wird immer noch gesucht. Das Mädchen wird inzwischen im Klinikum Aachen behandelt.

Wie Stefan Reiners, zweiter Vorsitzender des TuS Oberbruch, erklärt, war das Mädchen eine ausgebildete Taucherin mit bestandenen Zusatzlehrgängen „Orientierung“ und „Gruppenführung“ und hatte eine bis 2015 attestierte Tauchfähigkeit. Wie es die Regel ist, war sie nicht allein, sondern wurde von einem Tauchpartner begleitet. Der 49-jährige Begleiter ist zwar Tauchlehrer, war aber nicht in dieser Funktion dabei.

„Beim Auftauchen am Ende des Tauchgangs verlor dieser seine Partnerin bei schlechter Sicht nur für Sekunden aus den Augen und schlug sofort Alarm bei den anwesenden Tauchern, als er sie auch an der Oberfläche nicht finden konnte“, schildert Reiners den Sachverhalt. „Daraufhin haben die Tauchkollegen sofort und in fantastischer Weise reagiert“, lobt Horst Küppers, der Vorsitzende des TUS, den Einsatz. Gemeinsam wurde augenblicklich nicht nur der Rettungsdienst verständigt, sondern zeitgleich auch eine Suchaktion durchgeführt.

Dabei wurde die Verunglückte schnell gefunden. „Da sie jedoch bewusstlos war, wurde sie auf den Steg verbracht, wo sofortige Ersthelfermaßnahmen durch ihren Tauchpartner und andere Tauchkollegen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durchgeführt wurden“, berichtet Reiners. Nach seinen Angaben stellte die ebenfalls alarmierte Polizei die Tauchausrüstung der Verunglückten sicher. „Vor Ort wurden keine Mängel hieran festgestellt, insbesondere war die Druckluftflasche funktionsfähig und geöffnet“, sagt er.

Die 17-Jährige wurde zunächst ins Städtische Krankenhaus Heinsberg gebracht und behandelt, bevor sie mit dem Rettungshubschrauber nach Aachen geflogen wurde. Ihr gesundheitlicher Zustand habe sich „grundsätzlich stabilisiert, ist aber weiterhin kritisch“, sagt die Polizei.

Der Lago war für die 17-Jährige kein unbekanntes Tauchgewässer. Die TuS-Diver, wird sich die Abteilung des Oberbrucher Sportvereins nennt, haben dort ihr Domizil auf einem gepachteten Gelände und betreiben ganzjährig ihren Tauchsport. „Der Lago ist nicht als gefährliches Gewässer bekannt“, meint Küppers. Und er werde nicht nur von den TuS-Divern genutzt. „Auch die Rettungstaucher der Feuerwehr üben hier regelmäßig.“

Über die Ursachen, die zu dem dramatischen Geschehen geführt haben, können weder Küppers noch Reiners etwas sagen. Man müsse das Ergebnis der Ermittlungen abwarten.

Zu Spekulationen und Beurteilungen will sich auch Thomas Pütz nicht äußern. Der zertifizierte Tauchlehrer mit jahrzehntelanger Erfahrung antwortet auf die Frage, ob Tauchen ein gefährlicher Sport sei, spontan und eindeutig: „Nein“. Tauchen sei dann nicht gefährlich, „wenn ich die Sicherheitsvorschriften einhalte.“ Als Beleg verweist er auf die Unfallstatistik: Bei den Sportunfällen rangiert das Tauchen unter ferner liefen. „Ganz selten“ passierten Unfälle, meint Pütz, der viele Gewässer zwischen der Eifel und Roermond kennt. Vor Jahrzehnten habe es noch zwei bis drei Tote bei Tauchunfälle gegeben. Doch seien diese Unfälle fast verschwunden, was Folge der qualifizierten Ausbildung und der technisch ausgereiften Ausrüstung sei. „Die Mindestanforderungen an die Taucherausbildung sind erheblich angehoben worden.“

Der ständige Blick auf die Tauchunfallstatistik sagt dem Tauchlehrer, dass in aller Regel Panik und Fehleinschätzung zu einem Unfall führen.

Konkret zum Drama in Heinsberg sagt Pütz nichts. Dazu müssten erst alle Untersuchungsergebnisse abgewartet werden.

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