„Tag des offenen Ateliers“: Ein Mix aus Wachs, Öl und Pigmenten

Von: Monika Baltes
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Stolze Künstler: Im ehemaligen Karmeliterkloster in Wegberg präsentieren die kreativen Köpfe ihre individuellen Kunstwerke. Foto: Baltes
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Die Künstler bieten eine enorme Vielfalt. Es gibt unter anderem Holzschnitte, Arbeiten mit Spachtelmasse und Grafiken.

Wegberg. Ihre Stammgäste kennen die Tradition, mit einer Installation im Treppenhaus die Besucher zu einem besonderen Tag in der Atelieretage des alten Klosters Wegberg zu begrüßen. In der Mitte der Wendeltreppe fällt ein strahlend blaues Tuch, gleich einem Wasserfall nach unten, ergießt sich in Verwirbelungen.

Schiffsähnliche weiße Objekte „schwimmen“ stolz in Stofffalten, andere sind umgekippt. Das Bild verbindet sich in Gedanken des Betrachters mit den erschreckenden Bildern aus dem Mittelmeer, wo verzweifelte Flüchtlinge ihren Weg in die Freiheit mit dem Leben bezahlen. Ja, auch die Kunst hat Wege, auf aktuelle Probleme aufmerksam zu machen.

Die Installation stammt in diesem Jahr von Eva-Stefanie Mosburger-Dalz, die lächelt. Denn ihr Anliegen war ein ganz anderes. „Vertrauen“, sagt sie, „sich ins Leben reinziehen lassen“. Stoff sei immer wieder anders. Wie der Wasserfall, der nicht zu leiten sei. Den Symbolgehalt des Gewebes habe sie präsentieren wollen. Den Wirbel des Lebens wollte sie sichtbar machen, das Schicksalhafte und das feste Vertrauen darauf, von guten Mächten getragen zu sein. Kunst liegt fürwahr im Auge des Betrachters.

Heimat in Wegberg gefunden

Es ist eine kleine verschworene zehnköpfige Künstlergemeinschaft, die seit sieben Jahren im ehemaligen Karmeliterkloster in Wegberg eine Heimat gefunden hat. Und sie hat sich einen guten Namen gemacht, weit über die Grenzen von Wegberg hinaus. „Wir haben Besucher aus dem Ruhrgebiet, aus Düsseldorf und den benachbarten Niederlanden, letztens waren sogar Frankfurter hier“,sagte Beate Bündgen.

Die enorme Vielfalt der Künstler im Klostergemäuer bietet eine breite Palette von Möglichkeiten Kunst zu entdecken. Beate Bündgen setzt einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf Holzschnitt und Holzdruck.

Durch die Bilder von Johannes Donner ziehen sich feine und grobe Adern, die explosionsartige sich aufladende Spannungsfelder kreieren.

Ulrike Kotlowski hingegen bemüht sich um stimmige Verbindungen von Form und Farbe und benutzt Spachtelmasse, Wachse, Öle und Pigmente. Eva-Stefanie Mosburger-Dalz präsentiert experimentelle Arbeiten, Textilkunst, Grafik und analytische Naturdarstellung.

Ingrid Pusch zeigt als Ergebnis eines langen Bearbeitungsprozesses Bilder meditativer Ruhe aus übereinander liegenden Farbschichten.

Brigitte Uhrmacher spielt mit Ferne und Nähe, Spannung und Entspannung, Verdichtung und Auflockerung.

Die Arbeiten von Johann Wittmann sind weitgehend gegenständlich, oft durch Perspektive und Ausschnitt verfremdet. Oder er nimmt historische Zeitungsseiten, deren Worte er „verbildlicht.“

Karin van Zoggel setzt auf pastellige Farbigkeit und humorvollen Motive. All das – und noch viel mehr ist räumlich aneinandergereiht in ehemaligen winzigen Klosterzellen und nur wenige Schritte voneinander entfernt. Ein Spaziergang durch die Fülle der Kunst.

Einer von vier Terminen im Jahr, an denen die Künstler die Klosterpforte zum „Tag des offenen Ateliers – Kunst im Kloster“ öffnen, ist das Wegberger Frühlingsfest.

Sie konnten sich – wie immer - auf ein treues Publikum verlassen, zu dem sich auch wieder neue Gesichter gesellt hatten. Unablässig zog ein Besucherstrom durch die Ateliers. Darüber freuten sich die Künstler gemeinsam – es ist wie gesagt – eine wirklich verschworene Gemeinschaft, die sich gut versteht. „Selbst mit Lottogewinn würden wir nichts verändern“, bekräftigte Karin van Zoggel.

Die Atelieretage öffnet übrigens an jedem ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr Ateliers, in denen gerade gearbeitet wird, für Besucher.

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