Hückelhoven-Brachelen - „Tag der Pflegenden“: Die Pflege in den Fokus rücken

„Tag der Pflegenden“: Die Pflege in den Fokus rücken

Von: kalauz
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Manuela Garbrecht möchte auf Dinge, die in der Pflege verändert werden müssen, aufmerksam machen.“ Foto: kalauz

Hückelhoven-Brachelen. Die Pflegeversicherung soll zukunftssicher gemacht werden. Das jedenfalls ist das Ziel der schwarz-roten Bundesregierung.

Die Diskussion, die auf Bundesebene angestoßen wird, wird auf lokaler Ebene in Bewegung umgesetzt: Am 12. Mai findet in Hückelhoven in der Aula und in der Mehrzweckhalle ein „Tag der Pflegenden“ statt. Initiatorin ist Manuela Garbrecht, Ausbildungskoordinatorin bei den St.-Gereon-Seniorendiensten in Brachelen. „Es geht uns darum, soziales Profil zu zeigen und die Wertschätzung der Pflege im Bewusstsein der Menschen zu erhöhen. Pflege geht nämlich alle an“, sagt Garbrecht.

Für sie ist die Pflege alter Menschen, der sie seit elf Jahren ihren Beruf gewidmet hat, eine Herzensangelegenheit. Und deshalb ist es für Manuela Garbrecht mit einer einmaligen Aktion, mit einem „Tag der Pflegenden im Kreis Heinsberg“, auch nicht getan. So gut, so richtig und so wichtig dies auch ist.

„Für mich ist dieser Tag und die damit verbundenen Aktionen die Initialzündung zur Gründung eines Vereins“, sagt sie. „Jetzt wir!“ soll er heißen. „Ein ganz wichtiges Anliegen ist es, auf die Dinge, die in der Pflege verändert werden müssen, aufmerksam zu machen.“ Das, sagt Garbrecht, sei als Einzelkämpfer schwieriger als mit mehreren Leuten, die das gleiche Anliegen haben. „Wir wollen aber keinesfalls nur stänkern, sondern vielmehr den Begriff der Pflegebedürftigkeit in den Fokus der Diskussion rücken.“

Da hat sie als Organisatorin der ersten bundesweiten Aktion „Pflege am Boden“ schon erste Erfahrungen sammeln können: Mit 160 Teilnehmern war die in Hückelhoven die größte von insgesamt 72 teilnehmenden Städten. „Da habe ich gesehen: Die Leute machen mit, die gehen raus, die engagieren sich, wenn man sie richtig anspricht.“ Natürlich war das mit Kosten verbunden, und verständlicherweise kann und will sie solche Aktionen künftig nicht aus eigener Tasche finanzieren.

Vereinsgründung

Auch deshalb ist ihr die Idee zu einer Vereinsgründung gekommen. „Die Aktion ,Pflege am Boden‘ findet bundesweit jeden zweiten Samstag im Monat statt. Wir werden auch weiter daran teilnehmen. Aber wir wollen auch noch andere Aktionen starten“, sagt sie. Das Berufsbild der Pflegenden positiver darzustellen, als das jetzt der Fall ist – das ist ihr Hauptanliegen. Natürlich spielt auch die finanzielle Situation von Pflegekräften eine große Rolle.

Mehr Flexibilität

Mehr Flexibilität beispielsweise für Pflegende mit Kindern will sie auf der Agenda ihres Vereins sehen. Eine bessere „Lebensbalance“ nennt sie das. Und es müsse eine Personalsituation geschaffen werden, die sich am tatsächlichen Bedarf orientiert. Solche Dinge, daran glaubt sie fest, lassen sich mit der Organisationsform eines Vereins effektiver in die Diskussion bringen: „Wenn viele laut werden, werden sie eher gehört. Der Begriff der Pflegebedürftigkeit wird seit Jahren diskutiert. Passiert ist bisher nichts.“ Das will Manuela Garbrecht im Verein jetzt ändern.

Bis das soweit ist, steht ihr allerdings noch eine Menge Arbeit ins Haus: „Ja, ich muss mich jetzt um eine Satzung kümmern, viel organisatorischer Kram ist zu erledigen – alles Neuland für mich“. Sie wird das schaffen, denn zupacken ist Manuela Garbrecht aus dem Umgang mit pflegebedürftigen Menschen gewohnt.

Zunächst aber hat die Vorbereitung für den „Tag der Pflegenden“ im Kreis Heinsberg am 12. Mai Vorrang. Landrat Stephan Pusch und Bürgermeister Bernd Jansen werden die Schirmherren der Veranstaltung sein. Am Programm selbst wird noch gefeilt, fest steht aber schon jetzt, dass Hastenraths Will und die Coverband „Booster“ auf der Bühne stehen werden.

Für eine Talkrunde haben NRW-Pflegeministerin Barbara Steffens, der Berichterstatter der Bundes-CDU/CSU für Pflege, Erwin Rüddel, Volkhard Dörr von der Stabsstelle Kommunale Pflegeplanung des Kreises Heinsberg und Herbert Löscher von der AOK zugesagt.

„Wir werden soziales Profil zeigen.“ Wenn Garbrecht das sagt, ist das keine Drohung, sondern ein Versprechen.

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