Wassenberg - Tafel und Gesamtschule sorgen für Ende der Fastenzeit

Tafel und Gesamtschule sorgen für Ende der Fastenzeit

Von: ng
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Pfarrer Thomas Bergfeld, Ludger Herrmann, Schülerin Theresa Rombach, Mensamitarbeiterin Nicola Kleier und Neuntklässlerin Theres Schophoven freuen sich auf den Brunch. Ob an diesem Tag auch warme Brezeln auf den Tisch kommen?

Wassenberg. In vielen Familien der Region wird das Osterfest nach Weihnachten der zweite kulinarische Höhepunkt. Immerhin endet die Fastenzeit – und was hält Leib und Seele besser zusammen als gutes Essen? Viele Menschen werden jedoch auch an den Ostertage fasten – nicht aus Überzeugung, sondern weil sie sich ein richtiges Festmahl nicht leisten können. Oft ist nicht einmal der schokoladige Schmunzelhase für die Kleinsten drin.

Das darf nicht sein, findet Wilfried Kremers. Deshalb spielt er in diesem Jahr den „Osterhasen“: Der Wassenberger hat tief in sein Portemonnaie gegriffen, um Bedürftigen eine Festtagsüberraschung zu bieten, die durch den Magen geht.

Und da er weiß, dass man allein lange nicht so erfolgreich ist wie in einem guten Team, hat er die Wassenberger Tafel, die finanziell schwächeren Bürgern der Stadt seit 2006 mit Lebensmittelspenden unter die Arme greift und mehr als 100 Haushalte zu ihrem „Kundenkreis“ zählt, die Betty-Reis-Gesamtschule mit ihren Schülern und den Mensaverein der Schule um Hilfe gebeten. „Und natürlich waren wir gerne bereit, ihm bei so einer guten Sache zu helfen“, sagt Schulleiterin Karin Hilgers.

Kremers hatte die Idee, die Kunden der Wassenberger Tafel zu einem Weihnachtsessen einzuladen. Da die Angebote in der Adventszeit auch für die Bedürftigen vielfältig sind, wurde die Aktion kurzerhand terminlich „umgeleitet“.

Nun werden am Samstag, 13. April, die Tische in der Mensa zusammengerückt und in eine Festtafel verwandelt. Ab 11.30 Uhr ist Zeit für einen Brunch. „Ostern ist ein Familienfest, deshalb haben wir die Aktion auf das Wochenende nach Ostern verschoben“, erklärt Ludger Herrmann, Didaktischer Leiter der Gesamtschule.

Die Idee, die Tafelkunden Wassenbergs zum Brunch zu laden, hatte Pfarrer Thomas Bergfeld, der sich auch bei der Tafel der Stadt engagiert. Ihm liegt diese Aktion besonders am Herzen. „Wir möchten den Menschen nicht nur einfach ein leckeres Frühstück bieten, sondern sie einladen, mit uns ein paar schöne Stunden zu verbringen“, sagt er. Denn finanzielle Armut mache nicht nur hungrig, sondern isoliere einen Menschen auch.

Die Veranstalter sehen die Aktion als eine Möglichkeit, soziale Verantwortung gegenüber anderen Menschen zu übernehmen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Und so wollen sie Vorbild für den Nachwuchs sein. „Unsere Schüler nehmen in dem Bewusstsein teil, sich solidarisch gegenüber schwächeren Mitmenschen zu zeigen“, betont Ludger Herrmann.

Die Vorbereitung des Brunchs übernimmt Nicola Kleier, die die Geschäfte der Mensa führt, doch die Schüler der neunten Klasse werden ihr und dem Mensateam tatkräftig unter die Arme greifen. Wichtig ist den Lehren und Tafelmitarbeitern jedoch auch, dass die Jugendlichen während der Veranstaltung gemeinsam mit den Tafelkunden am Tisch frühstücken. „So kommen die Schüler und die Gäste mit Sicherheit schnell miteinander ins Gespräch“, ist Herrmann überzeugt. Die Schüler freuen sich schon auf den Tag.

Glück zurückgeben

„Wir haben Glück und können mit unseren Familien immer schöne Feste feiern. Deshalb wollen wir jetzt auch mal an andere Menschen denken“, sagt die Schülerin Lena Schophoven. Der Chor der Schule wird den Brunch begleiten und musikalisch untermalen.

Pfarrer Bergfeld hofft, dass die Mensa an diesem Tag voll wird. „Für viele Menschen ist es schwer, Hilfe anzunehmen, denn die Hemmschwelle liegt bei vielen sehr hoch.“ Doch Ostern sei auch das Fest, der Hoffnung. „An diesem Tag können auch die Gäste Hoffnung auf einen Neuanfang schöpfen.“

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