Strom aus der Sonne für alle Haushalte

Von: kl
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Wer das neue Solarpotenzialkataster im Internet aufruft, kann sich anhand der Karte von Erkelenz für jedes Gebäude anzeigen lassen, ob sich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach lohnt. Foto: Thorsten Pracht

Erkelenz. Klimawandel, Energiesparen, erneuerbare Energien – das sollen nicht nur Schlagworte sein, das sollen Begriffe sein, die mit Leben gefüllt werden. Dies haben sich die in der Arbeitsgemeinschaft der Bürgermeister im Kreis Heinsberg zusammengeschlossenen Ersten Bürger aus den Städten und Gemeinden vorgenommen.

„Wir sind die Pragmatiker vor Ort, die Lösungen suchen“, sagte der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen, als am Freitag im Erkelenzer Rathaus das erste Solarpotenzialkataster im Kreis Heinsberg vorgestellt wurde. „Der Kreis Heinsberg ist ein sonniger, grüner Kreis“, meine Jansen. „Eine Energiewende im Sinne der Umwelt kann nicht gelingen, wenn wir darauf warten, dass etwas geschieht.“ Daher hätten die Bürgermeister überlegt, was sie machen könnten, um nicht nur die Kommunen , sondern auch die Bürger dafür zu motivieren. So entstand die von den Raiffeisenbanken und Volksbanken sowie von der NEW unterstützte Idee eines Solarpotenzialkatasters.

Dafür verantwortlich zeichnet die Tetraeder.solar GmbH aus Dortmund. Ihr Geschäftsführer Dr.-Ing Stephan Wilforth stellte das erste Solarpotenzialkataster im Kreis Heinsberg vor. Dass es ausgerechnet Erkelenz ist, liegt schlicht und einfach daran, dass die Stadt als erste ihre Unterlagen eingereicht hatte. Ziel ist es nun, für die anderen Kommunen im Kreisgebiet binnen sechs Monate die Kataster zu erstellen, wie der Wassenberger Bürgermeister Manfred Winkens betonte.

„Das Kataster soll die erste Informationsquelle für Bürger sein, ob sich für ihn eine Photovoltaikanlage auf dem Dach lohnt“, erläuterte Wilfort. Auf der Homepage der Stadt Erkelenz gibt es einen Verweis zu diesem Kataster. Darauf erkennbar sind die Dächer aller 40 796 Gebäude im Stadtgebiet (Stand 2010). Rund die Hälfte ist gut bis sehr gut geeignet, um über eine Anlage die Sonnenenergie zu sammeln. Jeder Bürger kann eine Beurteilung für seine eigene Immobilie herausfinden. In einem nächsten Schritt erfährt er, ob sich die Anschaffung lohnt und mit welchen Kosten er rechnen muss. Für jedes Haus lassen sich so der mögliche Stromertrag und die möglichen CO2-Einsparung abfragen. „Sicher ist bei einer Finanzierung eigentlich nur, dass eine Amortisierung nach spätestens sieben Jahren eintritt“, meinte Dr. Veit Luxem als Vertreter der Banken. Die Lebensdauer einer Photovoltaikanlage wird dabei mit 30 Jahren abgegeben.

„Wir bieten eine erste, neutrale und kostenlose Information für die Bürger an. Sie können sich spielerisch und unterhaltsam informieren“, sagte Wilfort. Wenn Interesse vorhanden ist, können sie sich an den Fachhandel wenden. Welche Bedeutung die Solarenergie haben könnte, macht Wilforth an Zahlen deutlich: Betrachtet man allein die besonders gut geeigneten Dachflächen in Erkelenz, so ergibt sich hieraus eine Fläche in der Größenordnung von 80 Fußballfeldern. Das Gesamtpotenzial des erzielbaren Stromertrags reicht bilanziell aus, um den gesamten Strombedarf aller Privathaushalte in Erkelenz zu decken. Das Thema Sonne sei nicht neu, wie Karl-Heinz Robertz von der NEW sagte.

Bereits jetzt würde die NEW jährlich 21 Millionen Euro als Einspeisevergütung an Besitzer von Photovoltaikanlagen auszahlen. „Unser Ziel sind dezentrale und optimale Einspeisepunkte.“ Sein Kollege Ralf Poll ergänzte, die NEW sei auch für die Netzinfrastruktur zuständig, damit der Solarstrom ins Netz gelangen kann. Zugleich sei das Unternehmen bemüht, als Anbieter von Anlagen aufzutreten. Jansen schilderte die Problematik beim eigenen Hausbau: „Sechs Berater mit sechs Meinungen machen sechs unterschiedliche Vorschläge.“ Da könne der Bürger schnell die Lust verlieren. „Jetzt erhält er einen einfachen Weg, um herauszufinden, ob Solarenergie für sein Haus überhaupt in Frage kommt.“

Dass das Kataster funktioniert, zeigt Wilforth am Beispiel der Städteregion Aachen: Dort werden 18 Prozent mehr Anlagen gebaut als in Regionen, in denen es kein Kataster gibt. Lob für Erkelenz gab es von Franz-Josef Schrammen. Der Bürgermeister von Waldfeucht sagte, Erkelenz habe als Vorreiter die Idee des Solarpotenzialkatasters in der Bürgermeisterrunde vorgeschlagen. „Das ist ein klassisches Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit, bei der eine große Kommune die kleineren unterstützt.“

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