Wassenberg - Streit um das Feuerwehrgerätehaus in Myhl geht weiter

Streit um das Feuerwehrgerätehaus in Myhl geht weiter

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
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Das alte Gerätehaus in Myhl soll ersetzt werden. Die Verwaltung will es an der Schulstraße neu bauen, was viele Myhler ablehnen. Foto: anna

Wassenberg. Dass auf dem Parkplatz an der Grundschule in Myhl ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut werden soll, passt Franz Phlippen und vielen anderen Myhlern gar nicht. Phlippen sieht in der Entscheidung des Rates, das Gerätehaus dort zu bauen, eine zu große Gefahr für die Kinder aus Schule und Kindergarten. Mit seiner Beschwerde hat er sich nun an den Wassenberger Rat gewandt.

Rund 400 Unterschriften gegen das Bauvorhaben hatte er gesammelt und regte zugleich einen Bau des Feuerwehrgerätehauses am Ortsrand in Richtung Gerderath an, nahe der derzeit im Bau befindlichen B 221n. Der Rat musste sich nun mit der Beschwerde und Anregung befassen, wenngleich Kämmerer Willibert Darius nur einen Tag vor der Vergabe des Bauauftrags nur noch von einer „Phantomdiskussion“ oder von „Schaulaufen“ sprach.

Schon bei der Aufstellung des Brandschutzbedarfsplans durch einen externen Gutachter sei ein Standort an der L 19 in die Überlegungen einbezogen worden, hieß es in der Stellungnahme der Verwaltung. Im Ergebnis habe sich jedoch ein Standort auf dem stadteigenen Grundstück an der Schulstraße als der geeignetste erwiesen. Würde man Phlippens Anregung folgen, würde sich der Bau nicht nur um rund zwei Jahre verzögern, sondern auch um mehr als 300.000 Euro verteuern, so Darius.

Im Oktober werde es jedoch eine weitere Begehung des vorhandenen Feuerwehrgerätehauses geben. „Und wenn wir dann nicht belegen können, dass wir im Bau sind, dann wird es dichtgemacht“, sagte Darius. „Sie erwecken den Eindruck, als wäre das alles offen“, konterte er in Richtung der SPD-Fraktion, für die zuvor Hermann Thissen gesprochen und dabei noch Beratungsbedarf gesehen hatte.

„Hier handelt es sich nicht um eine offene Maßnahme, die wir noch drei Mal hin und her diskutieren können“, sagte Darius. Nicht zu verachten sei auch der Umstand, dass die Stadt schadenersatzpflichtig sei, wenn sie die Ausschreibung zum Bau des Feuerwehrgerätehauses jetzt aufheben würde. Sicherlich habe man sich im Vorfeld auch schon mit Bedenken gegen die Sicherheit der Kinder auseinandergesetzt, sagte der neue CDU-Fraktionsvorsitzende Marcel Maurer.

Doch zu Schulzeiten seien in Myhl nur drei Feuerwehrleute vor Ort, die das neue Feuerwehrgerätehaus sogar zu Fuß erreichen könnten, sagte er. „Hier wird künstlich ein Problem erzeugt, was gar nicht da ist“, fügte Darius hinzu.

Frank Gansweidt (SPD) sagte, dass der Bau des Gerätehauses schon im September 2016, vor der Verabschiedung des Brandschutzbedarfsplans, beschlossen worden sei. Damals seien Alternativen nicht sichtbar gewesen. Daher fühle er sich von der Verwaltung extrem schlecht informiert „und ein bisschen hinters Licht geführt“.

Ortsvorsteher enthält sich

Myhls Ortsvorsteher Rainer Peters (CDU) hielt die Diskussion aus „Respekt vor dem mündigen Bürger“ ebenfalls für notwendig. Und er müsse den Willen der Myhler berücksichtigen, die den Standort an der Schulstraße ablehnen würden. Daher kündigte er an, dem Verwaltungsvorschlag, die Anregung Phlippens zum Bau des Feuerwehrgerätehauses an anderer Stelle abzulehnen, nicht zuzustimmen.

Er enthielt sich, ebenso wie der zweite Myhler Stadtverordnete Hermann-Josef Kohnen, als die Mehrheit gegen acht Stimmen aus der Opposition die Anregung des Bürgers Phlippen ablehnte.

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