Straßenlärm: Im Flachsfeld könnte es bald so richtig laut werden

Von: Daniel Gerhards
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28.000 Fahrzeuge pro Tag – Tendenz steigend: Die Erkelenzer Anwohner der A46 befürchten, dass Verkehr und Lärm stark zunehmen werden, wenn die Autobahn via B56n an die Niederlande angeschlossen ist. Foto: Daniel Gerhards
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Gegen Krach im Viertel: Klaus Labahn setzt sich für Lärmschutz ein.
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28.000 Fahrzeuge pro Tag – Tendenz steigend: Die Erkelenzer Anwohner der A46 befürchten, dass Verkehr und Lärm stark zunehmen werden, wenn die Autobahn via B56n an die Niederlande angeschlossen ist. Foto: Daniel Gerhards
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Gegen Krach im Viertel: Klaus Labahn setzt sich für Lärmschutz ein.

Erkelenz. Klaus Labahn sieht nicht wie jemand aus, dem der Lärm den Schlaf raubt. Er macht einen ziemlich ausgeglichenen Eindruck. Aber er weiß, dass es in seiner Nachbarschaft Menschen gibt, die befürchten, dass es im Flachsfeld und in Bellinghoven bald laut wird.

„Wir hören die Autobahn hier kaum. Hier ist es noch erträglich“, sagt Labahn, der an der Straße Am Flachsfeld wohnt. Aber das Thema Autobahnlärm sei aktuell im Viertel in aller Munde – besonders in den Straßen, die näher zur Autobahn liegen. „Das ist ein großes Thema für die Leute, die nah an der Autobahn wohnen“, sagt er. Einige Bewohner des Ortes Bellinghoven fühlten sich schon jetzt gestört. Im Flachsfeld habe man die Sorge, dass es bald so richtig laut wird.

Aktuell rollen laut Verkehrsstatistik der zuständigen Behörde Straßen NRW täglich 28.000 Autos über die A 46 bei Erkelenz. Tendenz steigend. Der Verkehr auf den deutschen Autobahnen nehme im Allgemeinen zu, sagt Gerlinde Quack, Projektleiterin in der Planung bei Straßen NRW. Besonders bei den Lastwagen erwartet sie eine Steigerung.

Diese allgemeine Zunahme des Straßenverkehrs macht den Anwohnern in Erkelenz aber kein großes Kopfzerbrechen. Was den Leuten Sorgen macht, ist der Anschluss der Autobahn an die Niederlande. Dann, so die Befürchtung, wird es erheblich mehr Verkehr auf der A46 geben – und damit auch mehr Lärm. Es ist geplant, die Autobahn über die B 56n an die Niederlande anzubinden. Zwei der drei Bauabschnitte der neuen Bundesstraße sind fertig. Ende 2015 oder Anfang 2016 soll die neue Straße dann bei Janses Mattes auf die A 46 treffen.

Wie viele Fahrzeuge Erkelenz dann zusätzlich via Autobahn passieren, ist offen. Allerdings gehen die Planer davon aus, dass auf der B 56n im Schnitt täglich 20.000 Fahrzeuge unterwegs sein werden. Die werden zwar nicht alle bis nach Erkelenz fahren. Aber die Zahl zeigt, dass die Gefahr einer höheren Belastung besteht.

Bei der Stadt Erkelenz kommen heute schon vereinzelt Lärmbeschwerden an – immer dann, wenn der Wind ungünstig steht, sagt Erster Beigeordneter Dr. Hans-Heiner Gotzen. Diese Beschwerden könne die Stadt nur weiterleiten, denn zuständig sei Straßen NRW. Der Landesbetrieb müsse über das Ausmaß der Lärmbelastung und über etwaige Schutzmaßnahmen befinden.

Bei Straßen NRW wiederum heißt es, dass man Lärmschutzmaßnahmen nur auf Basis von Ist-Werten zustimmen könne. Das heißt, es muss erstmal laut sein, damit die Behörde etwas unternimmt.

So weit, so klar. Zur Krux könnte für die Bewohner von Flachsfeld und Bellinghoven die Berechnung der Geräuschbelastung werden. Das Prozedere: Jeder Anwohner, der sich vom Autobahnlärm belästigt fühlt, kann sich an Straßen NRW wenden. Die Behörde berechnet dann, ob der Pegel über dem Grenzwert liegt. Die Grenzwerte liegen für Kern-, Dorf- oder Mischgebiete bei 69 Dezibel am Tag und 59 Dezibel in der Nacht. In reinen Wohngebieten liegen sie bei 67 Dezibel am Tag und 57 Dezibel in der Nacht.

Als Grundlage für die Berechnung werden die Zahlen aus der im Fünfjahresrhythmus stattfindenden Straßenverkehrszählung herangezogen. Die nächste Zählung ist für 2015 geplant. Also kurz vor dem Anschluss der A 46 an die Niederlande. Sollten sich Verkehr und Lärm danach tatsächlich merklich steigern, spiegelt sich das in den berechneten Werten nicht wider. Lärmgeplagte Anwohner müssten dann bis zur übernächsten Verkehrszählung im Jahr 2020 warten.

Runder Tisch und Stadtrat

Die Bewohner des Flachsfelds wollen nicht so lange warten. Labahn könnte sich sehr gut vorstellen, dass eine Lärmschutzwand die befürchteten Probleme lösen kann. Die Betroffenen wollen sich zunächst über den Arbeitskreis ÖPNV und Verkehr des Runden Tisches an den Stadtrat wenden.

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