Stimmungsvoll: Gerben Budding auf der Seifert-Orgel

Von: Utz Schäzle
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Heinsberg. Im Rahmen des Orgelfestivals Limburg – Sommerliche Konzerte in der Euregio - hatten die Propsteigemeinde St.Gangolf Heinsberg und die Kulturgemeinde Heinsberg, zu einem Orgelkonzert geladen. Zu Gast war der niederländische Organist Gerben Budding, der auf der Seifert-Orgel im Selfkantdom Werke unterschiedlicher Komponisten aus verschiedenen Epochen vortrug.

Die zahlreichen Zuhörer erlebten eine stimmungsvolle Stunde mit exzellenter Orgelmusik. Musik und Raum boten Gelegenheit im hektischen Alltag zur Ruhe zu kommen.

Gerben Budding ist Organist an der berühmten Bätz/Witte Orgel in Gorinchem /Niederlande. Er wählt in seinem Spiel bewusst farbige Register und lotet so die Möglichkeiten der Klangkörper gekonnt aus. Er zaubert Stimmungen, spielt kraftvoll wie ganz subtil und bringt so die Konzertbesucher zum intensiven Hinhören. Allein durch sein spannungsreiches Musizieren ist er ein hervorragender Interpret. Gemessen feierlich war das Präludium und Fuge e-moll von Johann Sebastian Bach, ein festlicher Auftakt des abendlichen Konzertes. Strahlend hell musizierte Gerben Budding die Bachsche Choralbearbeitung „Schmücke dich o liebe Seele“.

Die zwei Werke von Marcel Duprè „Vepres du commun des fetes de la Sainte-Vierge „Op 18 Nr 6-9“ und „Contege et Litanie“ Op 19 Nr2 wurden mit dem gesamten dynamischen Bereich der Seifert-Orgel gespielt. Zarte Klänge sowie wuchtige Akkorde ergänzten sich zu einer grandiosen Wirkung, die bis zum Abschluss der einzelnen Stücke anhielt. Budding präsentierte hier alle seine Qualitäten, sein deutlich strukturiertes Spiel, umsichtige, auf Durchsichtigkeit angelegte Registrierung, Temperament und Gestaltungskraft.

Diese Fähigkeiten kamen besonders in Jehan Alains „Premiere Fantaisie“ (1932) und „Deuxieme Fantaisie“ (1936) zum Tragen, denn in diesen Werken entwickelte der Organist zwei gigantische Klangwelten voller Kontraste, gepaart mit kurzen Momenten himmlischer Ruhe und transparenter Klarheit.

Cesar Franck, der als einer der einflussreichsten Komponisten der spätromantischen Zeit galt, schrieb das „Piece Heroique“, das Gerben Budding brillant und im Detail filigran erklingen ließ.

Orgeln in Kirchenräumen sind seit jeher Klangkörper die unterschiedliche Aufgaben erfüllen müssen. Sie sollen der Liturgie in Gottesdiensten dienen und als repräsentatives Musikinstrument eine große Klangvielfalt für Konzerte ermöglichen. Dies gelingt in St. Gangolf in hervorragender Weise. Großartig gestaltete sich die den Konzertabend beschließende Interpretation der Max Reger Phantasie über den Choral „Eine Feste Burg ist unser Gott“ Op 27.

Die dynamischen Elemente waren hinreißend heraus modelliert In der machtvollen kühnen Gesamtkonzeption gewann das Spiel von Gerben Budding die eindringliche Kraft eines klingenden Bekenntnisses.

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