Heinsberg-Karken - Sternsinger: Geld und Süßes liegt oft bereit

Sternsinger: Geld und Süßes liegt oft bereit

Von: Anna Petra Thomas
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Erik Otten, Paul Bongartz und Jan Fiebig (v.li.) bringen den Segensspruch überall an, wo die Spender ihn wünschen, auch ganz oben über der Haustür. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Karken. „Wir kommen daher aus dem Morgenland, wir kommen geführt von Gottes Hand.“ So klang es schon am Dreikönigstag am Freitag, und so klingt es auch am Samstag noch vor vielen Haus- und Wohnungstüren in Karken.

In 20 Gruppen haben sich Kinder und Jugendliche, bekleidet mit edlen Gewändern und goldenen Kronen, wieder auf den Weg gemacht, um Geld und Süßigkeiten zu sammeln im Rahmen der Aktion Dreikönigssingen des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

„Dürfen wir singen?“, fragt Paul Bongartz an der ersten von insgesamt 70 Türen allein für diese Gruppe im Karkener End. Natürlich dürfen sie und natürlich dürfen sie hier auch ihren Segensspruch anbringen. Da erfüllt Paul der Bewohnerin gerne den Wunsch, auf einen Stuhl zu steigen und den Aufkleber mit dem Spruch ganz oben über der Tür anzubringen.

„Wir wünschen Euch ein fröhliches Jahr, Kaspar, Melchior und Balthasar“, lautet dazu passend der zweite Satz des Sternsingerliedes, das in Karken in jedem Jahr wieder erklingt, seit Jahrzehnten schon.

Bereits seit acht Jahren ist der elfjährige Paul zusammen mit seiner Mutter Sabine Kaiser-Bongartz inzwischen dabei. „Erst drei Jahre war er alt, da habe ich ihn schon auf dem Schlitten mitgenommen“, erinnert sich die Mutter.

„Weil‘s Spaß macht“, sagt Paul auf die Frage, warum er jedes Jahr wieder mit dabei ist, auch bei Kälte, Schnee oder Regen. Er freue sich, so selbst einen Beitrag leisten zu können für die Kinder in der Welt, denen es nicht so gut gehe wie ihm hier in Deutschland. Diese Meinung teilen auch Erik Otten (11), auch schon ein erfahrener Sternsinger und Jan Fiebig (8).

„Ich habe Euch schon erwartet“, erklärt die Seniorin ein paar Häuser weiter. Geld und Süßigkeiten für die Sternsinger hat sie schon bereitgelegt. Die meisten Menschen in Karken wüssten noch um die Bedeutung des Dreikönigssingens, freut sich Sabine Kaiser-Bongartz. „Das ist alles noch sehr traditionell hier.“ Aber Ausnahmen gebe es auch, verrät sie. Sie sei auch schon einmal gefragt worden, ob sie mit den Kindern für Halloween sammle. Das ist aber die Ausnahme.

Zum ersten Mal vor 44 Jahren

Das zeigt der Erfolg der Karkener Aktion, deren Teilnehmer zum ersten Mal bereits vor 44 Jahren in Karken von Tür zogen, um Geld zu sammeln. „Die Freude war immer groß, wenn das Ergebnis des Vorjahres übertroffen wurde, was in den letzten Jahren meist der Fall war“, erinnert sich Maria Houben vom Arbeitskreis. In den vergangenen Jahren seien immer um die 6500 Euro zusammengekommen.

In diesem Jahr leiten Sonja Rongen und Rosemarie Lieben die Aktion. Nach einem Vorbereitungstreffen am Donnerstagabend im Pfarrheim machten sich die Gruppen auf den Weg. Am Samstagabend ziehen sie um 19 Uhr gemeinsam zur Dankmesse in die Karkener Kirche ein. Abschluss ist dann das gemeinsame Mittagessen, zu dem sich traditionell die rund 100 Kinder und Jugendliche sowie 25 Erwachsene am Sonntag im Pfarrheim treffen.

Die Kosten dafür werden immer von einem privaten Spender übernommen. Gespannt sind natürlich schon jetzt alle Karkener Sternsinger auf das Ergebnis in diesem Jahr. Das in Karken gespendete Geld kommt den Kinderprojekten des Arbeitskreises Dritte Welt zugute. In diesem Jahr ist es für das Kinderheim Loreto in Mbinga in Tansania bestimmt. Dort unterstützt der Arbeitskreis seit Jahren zumeist behinderte Kinder, aber auch Kinder aus ärmsten Verhältnissen.

Die Süßigkeiten, die alle Sternsinger zu den Geldspenden erhalten, teilen sie untereinander und geben einen großen Teil davon auch wieder ab. Sie gehen an eine Organisation im Selfkant, die diese Süßigkeiten zu Kindern in Rumänien und Russland bringt.

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