Heinsberg - „Stern des Sports“: Bewegen für Körper, Geist und Integration

„Stern des Sports“: Bewegen für Körper, Geist und Integration

Von: Johannes Bindels
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Auf dem Siegertreppchen stehen v.l.: Egbert Symens (TC Rot-Weiß GK), Dirk Schulze (SV Ophoven) und Hartmut Esen (ATV Geilenkirchen). Foto. Bindels

Heinsberg. Ein Stück des Sternenhimmels im Sport hat der SV 1936 Ophoven schon geholt. Der Verein gewann den „Stern des Sports“ in Bronze beim gleichnamigen Wettbewerb, der von der Raiffeisenbank Heinsberg in Kooperation mit dem Kreissportbund durchgeführt wurde. 16 Vereine hatten sich mit ihren Projekten beteiligt. Eine Jury, zu der auch unsere Zeitung gehörte, nahm die Bewertung vor. Die „Sterne des Sports“ sind eine Auszeichnung, die an Sportvereine für ihr soziales Engagement vergeben wird.

Der SV Ophoven hat als Gewinner des kommunalen Wettbewerbs nun die Chance auf den „Stern des Sports in Silber“, den eine Jury auf Landesebene auswählen wird. Der Höhepunkt wird wie immer seit 2004 die Auszeichnung auf Bundesebene in Berlin mit dem Gewinn des „Sterns des Sports“ in Gold sein.

Zur Verleihung hatte die Raiffeisenbank Heinsberg die Vorstände der beteiligten Vereine eingeladen, und mehr als 70 geladene Gäste konnten vom Vorstandsmitglied Thomas Giessing begrüßt werden. „Der Stern des Sports in Bronze funkelt beim Wettbewerb unserer Raiffeisenbank in Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund zum allerersten Mal in unserer Region. Und das bei einer Veranstaltung, zu der ich Sie alle als Vorstandsmitglied unserer Bank – natürlich auch im Namen meines Vorstandskollegen Klaus-Dieter Kroll – herzlich willkommen heiße.“

In seiner Rede betonte Giessing die vielfältigen Verdienste des Breitensports um das gesellschaftliche Wohl in unserer Region, welche durch den verliehenen Preis gewürdigt würden. Der Sport leiste zudem einen unverzichtbaren Beitrag zur nachhaltigen Gesundheitsvorsorge in unserer Gesellschaft und trage dabei erheblich zur Kostenreduzierung im Gesundheitswesen bei.

„Im Kreis Heinsberg sind mehr als 63 000 Menschen in Sportvereinen organisiert. Das heißt konkret: Jeder vierte Einwohner des Kreises ist Mitglied in einem Sportverein. Diese eindrucksvollen Zahlen verdeutlichen die ungebrochene Popularität unserer Sportvereine. Der organisierte Sport dient damit als eine große gesellschaftliche Klammer in einer zunehmend individualisierten Gesellschaft.

Der lokal verwurzelte Vereinssport vermittelt das Angebot von Gemeinschaft und Zusammenhalt. Die Sportvereine schaffen einen Lebensraum, in dem man sich wohlfühlt und oft Freunde fürs Leben findet.“ Für viele bedeute der Verein deshalb ein großes Stück Lebensqualität, ja ein Stück Geborgenheit und Heimat, stellte Giessing weitere Aspekte des Vereinssports heraus und ergänzte: „Kurz gesagt: Sport verbindet! Die vorbildlichen Projekte der heute hier anwesenden Vereine sind der beste Beweis dafür.“

Mit einem Dank an die beteiligten Jurymitglieder aus Presse und Sport, an Ronnie Goertz als Vorsitzendem des Kreissportbundes und Projektpartner sowie an die vielen Mitarbeiter des eigenen Hauses für das große Engagement im Vorfeld schloss Giessing.

Ronnie Goertz betonte in seinem Grußwort an die Gäste und Vereine: „Als Kreissportbund Heinsberg unterstützen wir Sie gerne bei ihrem Engagement durch Umsetzung unserer Programme ,Kinder in Bewegung‘, ,Bewegt gesund bleiben‘ und ,Bewegt älter werden‘. Lassen Sie uns gemeinsam weiter alles dafür tun, dass zukünftig noch mehr Sterne im Kreis Heinsberg funkeln, dass wir durch gute Beispiele zeigen, wie Sport im Verein auch heute noch Spaß macht und lassen sie uns so viele Menschen wie möglich dazu begeistern, sich zu bewegen, denn unsere Lebenswelt ist eine Bewegungswelt.“ Alle beteiligten Vereine könnten sich als Sieger fühlen, auch über das Preisgeld von 100 Euro hinaus.

Vor der Preisverleihung der ersten drei Plätze sorgte die Combo der Jugendmusikschule in der Besetzung Frank Ollertz (E-Piano), Jo Didderen (Bass), Steffen Thormälen (Drums) und der begeisternden sechszehnjährigen Celina dos Santos als Sängerin für das musikalische Rahmenprogramm.

Mit dem dritten Platz erhielt der TC Rot-Weiß Geilenkirchen ein Preisgeld über 500 Euro für seine Maßnahme „Kinder und Jugend unsere Zukunft“. Dieses Projekt gibt es seit 20 Jahren und beinhaltet mit dem „Snoopy-Training“, dass Kinder ab vier Jahren erste Tenniserfahrungen machen könnten. Darüber hinaus bietet der Verein Kinder und Jugendlichen aus sozial schwachen Verhältnissen eine kostenlose Teilnahme am Training an und beteiligt sich an den Ferienmaßnahmen.

Den zweiten Platz und 750 Euro wies die Jury dem ATV Geilenkirchen für sein Gesundheitsprogramm zu, bestehend aus Rehabilitations-, Präventions- und Gesundheitssport, welches auf die Verbesserung des körperlichen Allgemeinbefindens abziele. Für die präventive Wirbelsäulengymnastik hat der Verein bereits eine Auszeichnung vom Deutschen Olympischen Sportbund erhalten.

Besonders herausgehoben hatte die Jury aber das Projekt „Sport an der Dialyse“, da dieses Projekt einmalig im Kreis Heinsberg ist. Ziel des Projekts ist die Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, des Allgemeinbefindens und das seelische Gleichgewicht bei chronisch Kranken.

Als Sieger aber befand die Jury den SV 1936 Ophoven für seine Maßnahme „Anstoß für ein neues Leben“. Ziel dieser Maßnahme ist die Integration von Jugendstrafgefangenen mit Migrationshintergrund aus der JVA Heinsberg durch Hilfe bei der Vermittlung eines Schul-, Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes im Rahmen der Entlassungsvorbereitung, Integration durch Förderung der Teilnahme am Vereinsleben und die soziale Integration im Einzugsgebiet des Fußballvereins sowie die Herstellung von Kontakten zum Fußballverein am zukünftigen Heimatort.

Mit dieser Maßnahme versucht der Fußballverein, jugendliche Straftäter in ein straffreies Leben zu integrieren. „Stellvertretend für den Verein nehme ich den Preis sowie die damit verbundenen 1000 Euro gerne entgegen“, kommentierte Dirk Schulz als Vorsitzender des Vereins die Überreichung der Trophäe.

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