Heinsberg - Steinway Flügel der Jugendmusikschule Taste für Taste abbezahlt

Steinway Flügel der Jugendmusikschule Taste für Taste abbezahlt

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
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Jakob Gerards (2.v.l.) und Theo Krings (r.) dankten allen Spendern der insgesamt 88 Tasten für den neuen Flügel im Rondell. Zugleich nahmen sie Abschied von Lehrerin Annemie Houben (2.v.r.). Foto: anna
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Seit 1969, der Gründung der Jugendmusikschule, war Annemie Houben hier als Lehrerin und einige Jahre als Leiterin tätig. Dafür dankten ihr Theo Krings (links) und Jakob Gerards (rechts). Foto: anna

Heinsberg. „Ein Flügel für Heinsberg“ hieß es vor vier Jahren in der Kreisstadt, als die Jugendmusikschule Heinsberg ihren neuen Steinway Konzertflügel D-274 präsentierte. Ein privater Unterstützer finanzierte ihn vor, und so konnte er im Heinsberger Rondell bereits erklingen, in großen Konzerten ebenso wie im Unterricht der Jugendmusikschule.

Parallel dazu verkaufte die Jugendmusikschule 88 Tasten zu je 500 Euro, um ihren Flügel quasi Taste für Taste zu bezahlen.

Jetzt, vier Jahre später, konnten Schulleiter Theo Krings und der Vorsitzende der Jugendmusikschule Heinsberg, Jakob Gerards, die letzten Tasten im Rahmen einer Matinee an ihre Besitzer und Spender für den Flügel übergeben. Seitdem hängt im Rondell ein großes Foto einer Tastatur, die auf jeder Taste den Namen des jeweiligen Spenders trägt.

Ein zweites Instrument dieser Art gebe es im näheren Umkreis nicht, erklärte Gerards zum Auftakt der Matinee, zu der alle Spender für den Flügel eingeladen worden waren. Danach spielten Schüler und Lehrer für ihre Gäste.

Klangvoller Abschied

Den Anfang machte Clara Heil mit „La fille aux cheveux de lin“ von Claude Debussy. Danach spielte Christoph Gerards den ersten Satz der Sonate in C-Dur von Joseph Haydn für seine ehemalige Lehrerin Annemie Houben, die während der Matinee aus der Schule verabschiedet wurde.

Annemie Houben war an der Musikschule seit ihrer Gründung im Jahre 1969 tätig, einige Jahre sogar als Schulleiterin, wie Krings berichtete. Ihre Nachfolgerin als Lehrerin ist Christine Neumann, die zunächst mit der „Polonaise Fantaisie“ überzeugte, danach gleich noch einmal zusammen mit ihrer Partnerin Anke Pan.

An zwei Flügeln spielten die beiden Pianistinnen die Tarantella aus der zweiten Suite für zwei Klaviere von Sergej Rachmaninov und die Paganini-Variationen für zwei Klaviere von Witold Lutoslawski. Das Publikum war begeistert. Dann setzte sich Theo Krings selbst an den Flügel und spielte mit Julius Meier (Violine) und Johanna Peiler (Violoncello) im Trio „Invierno Porteno“ von Astor Piazzolla. Großer Applaus war auch ihnen sicher.

Flügel klingt auch ohne Tasten

Es folgte Markus Bartz, der zeigte, wie man dem Flügel auch Töne entlocken kann, ohne nur auf den Tasten zu spielen. „Don‘t give up“ und „What went wrong?“ hießen die Songs, die er präsentierte.

Überzeugend spielte schließlich auch Frank Ollertz auf dem Flügel, seinen „Folk Song 2“ zusammen mit Paul Gerards an der Gitarre. Mit einem gemütlichen Beisammensein ging die Matinee zu Ende.

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