Wegberg - Stefan Verhasselt wirft tiefen Blick ins niederrheinische Herz

Stefan Verhasselt wirft tiefen Blick ins niederrheinische Herz

Von: Monika Baltes
Letzte Aktualisierung:
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Augenzwinkernd und selbstironisch und charmant: Kabarettist Stefan Verhasselt gastiert in Wegberg. Foto: M. Baltes

Wegberg. Wie viel Spaß so ein „flammneues lindgrünes Jäckchen“ machen kann! Mit seinem vierten Kabarett-Programm „Wer kommt, der kommt“ gastierte Stefan Verhasselt auf Einladung des Kulturrings in der Wegberger Mühle.

Und gekommen waren alle, auch wenn es in der ersten Reihe zwei leere Stühle gab, die Anlass zu vergnüglichen Spekulationen um zerbrochene Beziehungen oder Todesfälle in der Nachbarschaft boten.

In Wirklichkeit waren stattdessen Stühle nachträglich hinten angestellt worden. Dem Niederrheiner aufs Maul geschaut hat er, und weil der Niederrheiner das Herz auf der Zunge trägt, ergibt sich zwangsläufig auch ein tiefer Blick ins niederrheinische Herz.

Charmant und humorvoll kommt er vom „Höckschen aufs Stöckchen“, wie es sich für einen Niederrheiner gehört. Herrencreme, die durch Alkohol zur Diplomatencreme mutiert, ganze Tische, die nicht mal bei Facebook geteilt werden und die „Niederrheinische Schöpp“, die bundesweit als Merkel-Gesicht bekannt ist – Stefan Verhasselt beobachtet aufmerksam und seziert genüsslich.

Stefan Verhasselt darf das, er ist selber Niederrheiner, er wurde in Straelen geboren. Seit vielen Jahren arbeitet er als Radio-Moderator, 2006 ging der Traum vom ersten eigenen Solo-Kabarett in Erfüllung. Schon 2011 war er mit seinem Programm „Der Niederrheiner an und für sich“ und 2013 mit dem „Niederheiner 3.0“ in Wegberg zu Gast und kann sich auf ein Stammpublikum verlassen. Da stellt sich schnell Vertrautheit ein und das Publikum redet mit.

Sie kennen sie doch alle, die „Tantenspucke“, die hier von Tante Getrud, da von Tante Lisa kommt. Auch bei der genauen Definition von „lindgrün“ ist das Publikum gern behilflich. Und bekommt im Gegenzug einen gut durchdachten Rat, welches Buch gerade auf dem Nachttisch liegen sollte und warum. Gutgemeinte Warnungen folgen, vor raffinierten Salaten im Allgemeinen und Rucola-Salat mit Balsamicoessig im Besonderen. „Leersätze“ nimmt der Kabarettist ins Visier und Veganer, die ohne Knochen kochen.

Er zwängt sich durch die Gänge eines Bio-Marktes und denkt über den „isoterischen Föhn“ nach. Über die typischen sprachlichen Eigenheiten, über die Segnungen der digitalen Technik, über das offengelassene Hintertürchen, über den unspektakulären Alltag und seinen ganz normalen Wahnsinn – der Niederrheiner kann über alles reden.

Stefan Verhasselt tut es augenzwinkernd und selbstironisch, authentisch und charmant. Sehr zum Vergnügen des Publikums, das immer wieder erstaunt feststellt: „Ja, genau wie bei uns.“

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