Heinsberg-Waldenrath - „Stammtisch Nummer eins“: Erinnerung beim Frühschoppen

„Stammtisch Nummer eins“: Erinnerung beim Frühschoppen

Von: agsb
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Die sechs Herren kommen auf 512 Mitgliedsjahre: Stammtisch Nummer eins bei „Feltmann“ mit Käthe Schmitz und Jose Jungen (Mitte). Foto: agsb

Heinsberg-Waldenrath. „Erzählt, gelacht und gesungen – alles bei Paul und Jose Jungen“, sagte der fast 87-jährige Ignaz Rongen lachend zur Stammtischrunde. Es ist Sonntagmorgen, die Messe gelesen – einige Senioren sitzen am Stammtisch Nummer eins in der Gaststätte Feltmann, nunmehr geführt von Paul und Jose Jungen.

Fünf weitere Männer, die allesamt seit Jahrzehnten befreundet sind, sind ebenfalls mit dabei. Das Alter ist dabei imponierend, die durchweg jüngere Generation an der Theke blickt da schon mit Ehrfurcht zum Stammtisch Nummer eins. An dem sitzen: Josef Philippen (87 Jahre), Hans Schlömer (87), Leo Laumen (84), Josef Heinrichs (84) und jüngster in der Runde ist Arnold von den Driesch, mit stolzen 83 Jahren. Sonntag für Sonntag sitzen die Herren in gemütlicher Runde beisammen und erzählen aus alten Tagen. „Früher gab es hier fünf Stammtische, wir haben den verbliebenen Rest jeweils aufgesammelt und sind nunmehr seit Jahrzehnten der Stammtisch Tisch Nummer eins“, sagte Arnold von den Driesch.

Ignaz Rongen blickte mit einem Lachen zurück: „Früher haben wir nach dem Frühschoppen auch die Nachmittagsandacht mitgelesen, wir waren ja gute Katholiken.“ Da lachten alle herzhaft, früher war eben alles anders. Da war halt Frühschoppen am Sonntag nach der Heiligen Messe Pflicht und manchmal versackte einer – da blieb die Sonntagsküche kalt. „Einige mussten noch Fußballspielen oder waren in sonstigen Vereinen aktiv, so mancher nahm hier sein spezielles Doping“, sagten alle und blickten auf gute, alte Zeiten zurück.

Und immer wieder war das „Früher war alles schöner“ im Mittelpunkt, da hatte Waldenrath noch mehrere Gaststätten, nur „Feltmann“ sei übriggeblieben. Am Stammtisch eins saß eine lockere Runde, es wurde geflachst wie in alten Tagen – die Zeit am Stammtisch möchte keiner der Gruppe missen.

Paul Jungen hatte dann eine glorreiche Idee, holte Käthe Schmitz von Nebenan mit zur Runde. Die rüstige Dame ist eine geborene Feltmann, stand früher hinter der Theke. „Die muss sich hier was anhören“, lachte Ignaz Rongen als Geschichten aus alter Zeit erzählt wurden.

„Und ich musste hinter der Theke auch vieles mithören“, sagte Käthe Schmitz selbst. Gemeinsam ließen sie nochmals die gute alte Zeit hochleben. Die Geschichte mit dem Bäcker von einst ließ alle herzhaft lachen. Dieser stellte stets Brötchen oder Gebäck in den Flur nebenan, wohl wissend, dass sie nicht lange im Korb liegen blieben. Der Stammtisch drückte Lebensfreude aus, es herrschte eine heitere Atmosphäre. „Am Ostersonntag sitzen wir wieder hier“, freuten sich alle Teilnehmer auf die nächste Stammtischrunde.

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