Stadtwappen enthüllt: Jetzt bewacht der Löwe alle Begegnungen

Von: Anna Petra Thomas
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Groß war der Applaus bei den Zuschauern, als die fünf Auszubildenden die Folie von ihrem Kunstwerk entfernten. Foto: Anna Petra Thomas
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Die fünf Auszubildenden bei der Arbeit: Thomas Dohmen, Tobias Krone, Henning Tholen, Joshua Sieben und Sebastian Schaffrath (von links), zusammen mit Branko Malenkovic (hinten links) und Arnold Nießen.

Heinsberg. Weißer Marmor, feinkörniger roter Manga-Granit und Blaubasalt prägen jetzt das Bild auf dem Boden vor dem Eingang in die Heinsberger Begegnungsstätte. In mehr als 100 Stunden feinsten Kunsthandwerks haben fünf Auszubildende der Straßenbauer-Innung Rurtal daraus das Heinsberger Stadtwappen im Großformat gefertigt: der Löwe in weißem Marmor auf rotem Manga-Grund, gerahmt mit Blaubasalt.

Das Mosaik, das in der vergangenen Woche noch ein großes, weißes Zelt vor dem Eingang der Halle verbarg, war auch bei der kleinen Feier zum Tag des Handwerks am Wochenende noch unter einer großen Plane verborgen. Riesig war der Applaus von Vertretern aus Politik und Wirtschaft, als die fünf jungen Handwerker die Abdeckung wegzogen und ihr Werk zum Vorschein kam.

Arnold Nießen, Lehrlingswart der Straßenbauer-Innung Rurtal, der die Arbeiten der jungen Handwerker als „Polier“ begleitet habe, wie er sagte, begrüßte die schon ganz neugierigen Gäste der Feier. Er dankte zunächst der Unternehmensgruppe Frauenrath, für die Jörg Frauenrath teilnahm, für die Spende des Materials, darüber hinaus dem Berufskolleg Geilenkirchen und dem Berufsbildungs- und Gewerbeförderungszentrum (BGZ) Simmerath für die Unterstützung.

„Lieber Nölles“ nannte ihn dann Innungs-Obermeister Dietmar Frenken und dankte ihm und Ausbildungsmeister Franko Malenkovic aus dem BGZ für die Unterstützung der fünf Auszubildenden bei diesem Meisterwerk, das nun im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen getreten werden darf. „Das ist eine tolle Aktion zum Tag des Handwerks“, erklärte Frenken und erinnerte daran, dass Heinsberg nach Geilenkirchen 2012, Gangelt 2013 und Hückelhoven im vergangenen Jahr bereits die vierte Kommune ist, der Auszubildende der Innung ein solches Wappen durch ihre Arbeit vor Ort geschenkt haben.

„Es hätte sich kein besserer Platz finden lassen als genau hier vor dem Eingang der Begegnungsstätte“, freute sich Frenken über das gelungene Werk. Und dabei handele es sich keineswegs um eine Arbeit, die nach einer Vorlage am Reißbrett eins zu eins habe umgesetzt werden können. „Dieses Kunstwerk musste handwerklich klein in klein erarbeitet werden“, betonte er und nahm die Zeichnung zur Hand, die den Künstlern vorgelegen hatte und die ihnen die Ausbildungsmeister Thomas Gehring und Josef Hirth aus dem BGZ zur Verfügung gestellt hatten.

Allein die „Planquadrate“ dieser Zeichnung wiesen den jungen Leuten auf dem Boden in Form gespannter Schnüre den Weg für die Verlegung der einzelnen Steinelemente. „Das habt ihr als Mannschaft famos geschafft!“, staunte auch Frenken, als die fünf die Plane wegzogen. Viele weitere Anfragen von Kommunen für weitere Arbeiten dieser Art lägen bereits vor, verriet er. Noch sei allerdings nicht entschieden, ob man diese Aktion zum Tag des Handwerks fortführe oder vielleicht doch künftig etwas anderes mache.

Warum das Wappen 2015 ausgerechnet nach Heinsberg kam, verriet Frenken zum Abschluss. Es sei genau hier zu Ehren des verstorbenen Ehrenobermeisters Arndt Frauenrath verlegt worden. Nicht zuletzt durch ihn sei die Handwerkszunft da angekommen wo sie hingehöre, bis hin zu Gesprächen mit der Kanzlerin auf Augenhöhe.

Nach so viel Dank sei es nun eigentlich seine Aufgabe, Dank zu sagen, ergriff Bürgermeister Wolfgang Dieder das Wort. „Sie haben ein fantastisches Werk geschaffen. Das hatte ich in dieser filigranen Ausführung nicht erwartet“, sagte er und lenkte den Blick der Betrachter auf den geteilten Schweif, die Krallen oder die Mähne.

Als er das Wappen vorher betrachtet hätte, sei bei ihm schon die Frage aufgetaucht, wie es wohl als Pflasterarbeit umgesetzt werden könne. „Wenn ich es jetzt fertig sehe, bin ich begeistert!“ Es habe keinen besseren Platz geben können als den vor dem Eingang der Begegnungsstätte, wo sich Menschen treffen und diese handwerkliche Kunst bewundern könnten.

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