Wegberg - Stadtrat stoppt die Biogasanlage

Stadtrat stoppt die Biogasanlage

Von: kl
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Wegberg. Der beabsichtigte Bau einer Biogasanlage in Gripekoven ist vom Tisch. Der Wegberger Stadtrat lehnte eine erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes mit deutlicher Mehrheit ab.

Die Luft war schnell raus bei dem Thema, das etliche Zuhörer am Dienstagabend ins Wegberger Rathaus gelockt hatte. Sogar auf den Fluren warteten viele gespannt darauf, wie der Stadtrat abstimmen würde. Sie spendeten nach der Abstimmung begeistert Beifall.

Eine Diskussion kam im Stadtrat nicht auf, die Fraktionen beließen es bei kurzen Stellungnahmen, ehe sie zur Entscheidung schritten. Gerade einmal drei Mitglieder der CDU-Fraktion stimmten für eine Änderung des Flächennutzungsplans in Gripekoven, durch den der Bau der Biogasanlage mit einem Produktionsvolumen von drei Millionen Kubikmeter Biogas pro Jahr möglich geworden wäre.

Bei vier Enthaltungen sprach sich die deutliche Mehrheit von 30 Stimmen gegen die Änderung aus, obwohl nach der Vorlage von Seiten der Verwaltung keine Bedenken zur Einleitung der Bauleitverfahren bestanden.

Sprecher aller Fraktionen betonten zwar, dass sie eine Stärkung der erneuerbaren Energien bejahen, bei einem Abwägungsprozess aber diese geplante Anlage in Gripekoven nicht akzeptabel sei. Wäre ihr Umfang um 700.000 Kubikmeter geringer, sei sie ohne Zustimmung des Rates machbar gewesen, gab Georg Gellissen (CDU) zu bedenken. Ralf Wolters (SPD) sprach von einer „Industrieanlage“, die verkehrstechnisch nicht angebunden werden könnte.

So wie er, so betonten auch FDP, Grüne und Freie Wähler, dass der Eingriff in Natur und Umwelt an dem von dem Investor gewünschten Standort nicht akzeptabel sei.

Bürgermeister Reinhold Pillich erläuterte, die Verwaltung habe mit den Investoren wegen alternativer Standorte verhandelt, doch seien diese nicht erwünscht gewesen.

Die Initiative „Pro Wasser und Umwelt in Gripekoven“, die vehement gegen die Biogasanlage kämpfte, sieht sich damit am Ziel ihrer Träume, die Arbeitsgemeinschaft „Nachhaltiges Biogas“ bestätigte gestern das, was sie vor der Abstimmung im Falle einer Ablehnung angekündigt hatte: Für sie ist das ambitionierte Projekt seit Dienstagabend „gestorben“.

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