Heinsberg-Kempen - Stadtprinz Guido steht selbst in der Bütt

Stadtprinz Guido steht selbst in der Bütt

Von: Anna Petra Thomas
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Mit Heinsbergs Stadtprinz Guido I. (Geiser) freuten sich nach seiner Proklamation Wolfgang Weintz, Präsident des Komitee Heinsberger Karneval (KHK), dessen Geschäftsführer Kurt Schmitz, die Adjutanten Sven Neumeister und Christoph Tholen (von links) sowie Hoppeditz Gitte, Bürgermeister Wolfgang Dieder sowie die Adjutanten Lothar Louis und Andreas Nolten. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Kempen. Da fehlten auch dem überaus gestandenen Vereinsmenschen, der Stadtprinz Guido I. (Geiser) von der KG Kemper Gröne nun mal ist, erst einmal die Worte. Nach seiner Proklamation durch Bürgermeister Wolfgang Dieder stand er im Festzelt auf dem Kempener Marktplatz in der Bütt, schaute erst einmal ins Publikum und sagte dann: „Eins vorab, ich bin einfach überwältigt.“

Das närrische Volk nahm‘s ihm ab und tobte.

Nach dieser ersten vollen Welle närrischer Sympathie wandte sich der Prinz seinem vorgefertigten Redemanuskript zu. „Als erstes steht hier ‚Hallo Kempen‘…“ Ein Tusch, der hölzerne Boden vibrierte, und die Stimmung war nicht mehr zu bremsen, schon gar nicht, als der Prinz mit einem „jetzt mal ganz ernst“ doch endlich seine vorbereitete Rede halten wollte. Nach seiner Ankündigung, dass sich „die nachfolgenden Sendungen“ verzögern würden, kam er schließlich zu Wort.

Der Prinz erinnerte noch einmal an die Feier seines runden Geburtstags vor vier Jahren, als ihm die KG Kemper Gröne eine kleine Karnevalsfeier geschenkt hatten, in der er plötzlich der Prinz war. Ein großes Plakat mit dem Titel „Wunschprinz 2015“ sei dabei gewesen, das bis heute die Diele in seinem Haus ziere. Und als ihn die Prinzenpirscher dann in diesem Frühjahr tatsächlich gefragt hätten, habe er nicht lange gezögert. „Ich glaube schon jetzt, dass ich damals für mich die richtige Entscheidung getroffen habe“, so der Prinz.

„Finanzamt, Eintracht, Karneval, mit Smille feiern wir überall“, verkündete er sein Motto und lud nicht nur zum Feiern ein, sondern bat auch um tatkräftige Unterstützung bei der Rahauserstürmung am Karnevalssamstag. Natürlich wolle er den Bürgermeister „schnellstmöglich zur Kapitulation zwingen“ um für die Karnevalstage das Regiment im Rathaus übernehmen zu können.

Damit war Dieder natürlich gar nicht einverstanden. „Du hast viel Fantasie, den Schlüssel kriegst du nie!“, hatte er dem Prinzen schon zuvor in seiner Rede zur Proklamation zugerufen. „Da gibt‘s was auf die Brille, dann fährst Du nach Kempen auf der letzten Rille, mein lieber Smille.“

Dass er ansonsten jedoch dieses Amtes würdig sei, daraus machte Dieder keinen Hehl. „Smille hat viel um die Ohren“, lobte er sein ehrenamtliches Engagement in den Kempener Vereinen. Nichts könne ihn irritieren, er wisse alles zu organisieren. „Er hat den Vereinen gedient, wir machen, was sich geziemt, denn Smille hat sich‘s verdient“, sprach er, bevor er dem neuen Stadtprinzen sein Zepter überreichte.

Nach der Verabschiedung des scheidenden Stadtprinzenpaares von der KG Ongerbröker Kohmule, der Proklamation des neuen Stadtprinzen von der KG Kemper Gröne und dem Ständchen des Kempener Bundesschützen-, Trommler-, Pfeifer- und Bläsercorps war der formelle Teil des Abends nach gut einer Stunde „überstanden“.

Die Stimmung war in dieser Zeit auf ihrem Barometer ganz nach oben geklettert, und so kam schon Martin Schopps als Wort-Eisbrecher des Abends nicht ohne Zugabe von der Bühne. „Wer nämlich mit h schreibt, kennt zumindest schon mal sieben Buchstaben und kann den Stift richtig herum halten“, zog er ein positives Resümee seines Lehrerlebens.

Schon bekannt und von vielen der rund 700 Zuhörer im Zelt erwartet wurde Joachim Jung als Lieselotte Lotterlappen. Ohne festes Programm hastete sie wieder durchs Publikum, mokierte sich hier über die Frisur, da über den unkarnevalistischen Gesichtsausdruck und tobte sich schließlich mit ihrer Trompete aus.

152 Zentimeter Power setzte Roberta dann in ihrem Gesang um, der sie von der Bühne auch auf den ein oder anderen Tisch führte. Unterstützung im Publikum holte sich das Duo Naseweiss, unter anderem bei seiner Einrad-Nummer. Beeindruckt war das Publikum aber auch von der Boxeinlage in Zeitlupe, die beide auf der Bühne boten und bei der es plötzlich mal ganz still wurde im Zelt.

Viel Grün, was nun mal die Kemper Gröne ausmacht, sah das Publikum bei den Tanzeinlagen. So begeisterten die Jüngsten in der Gruppe „Magic“ mit ihrem Froschkönigs-Tanz. Die Gruppe Sunshine nahm die Jecken mit auf eine Reise durch den Karneval von Venedig bis nach Rio de Janeiro, und gleich in den nächsten Mai tanzte die Gruppe „Mirage featuring Fantasy“.

In Stadtfarben, Rot und Weiß, eroberte dagegen Tanzmariechen Mila Heuter als erstes die Bühne. Ihr folgten im Laufe des Abends noch Annika Jütten und Jenny Scherrers, die mit ihrem Tanz in ihre 26. Session für die KG Kemper Gröne mit dem Stadtprinzen startete. Für ein fulminantes Finale sorgten dann schließlich gegen Mitternacht „De Mennekrather“ mit ihrer Musikshow.

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