Stadt und IG 2020 schließen Vertrag: Zukunft der Festhalle gesichert

Von: Rainer Herwartz
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Stadt und IG 2020 haben einen Nutzungsvertrag der Festhalle Oberbruch über zehn Jahre abgeschlossen. Foto: Herwartz
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Josef Füßer und Wolfgang Dieder unterzeichnen den Vertrag für die Festhalle.

Heinsberg. „Ich kann mich noch an den Anruf von Herrn Dieder erinnern im Frühjahr 2014. Er fragte mich, ob der Ortsring die Festhalle übernehmen könne“, sagt Josef Füßer von der Interessengemeinschaft Oberbruch 2020. Die frühere Pächterin hatte ihren Vertrag nicht verlängert. Was aus diesem Anruf allerdings erwachsen würde, ahnten wohl beide zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten und einem mittlerweile bestens in Fahrt gekommenen Veranstaltungsreigen mündete ein beispielhaftes ehrenamtliches Engagement jetzt in der Unterzeichnung eines auf zehn Jahre angelegten Nutzungsvertrages.

Als die IG 2020 die Fäden in die Hand genommen habe, seien die einzigen Veranstaltungen, die in dem heruntergekommenen, einstigen Prunkstück des Ortes noch stattgefunden hätten, vereinzelt türkische Hochzeiten und zu Karneval die eine oder andere Sitzung gewesen, sagt Füßer. Seitdem wurden rund 4000 Arbeitsstunden investiert, um die Festhalle wieder flott und einladend zu gestalten. Das Ende ist noch nicht absehbar. Denn auch heute noch treffen sich jeden Mittwoch zwischen 15 und 20 Unermüdliche, um zwei Stunden ihrer Freizeit mit Streichen, Werkeln oder Putzen zu verbringen.

„Wir sind angetreten mit der Philosophie, dass hier jeder Mensch nach seinen Vorstellungen feiern können soll.“ Vorausgesetzt, dass er sich im Rahmen ordnungsbehördlicher Regelungen bewege. Auch für rechtsradikale Veranstaltungen sei hier kein Platz. „Der Mieter entscheidet, ob er sich und seine Gäste selbst verpflegt oder jemanden besorgt, der es für ihn übernimmt.“

Vor leeren Tischen steht dabei niemand. Allein 700 Gläser für Weißwein, eine ebensolche Zahl als Rotwein- oder Saftgläser stünden zur Verfügung. „3500 Euro haben wir in Geschirr investiert und für zig tausend Euro Tischwäsche angeschafft.“ Aus der alten seien nur noch Putzlumpen gemacht worden.

Rund 700 Mietverträge wurden laut Füßer schon bearbeitet. Bis zum Ende des Jahres seien davon auch 400 umgesetzt. Manche Firmen wie Nord-West-Lotto oder demnächst die Post hätten sich quasi ein Dauer-Abo gebucht. „Die Festhalle ist wieder belebt, und das hat sie auch verdient“, sagt Füßer. Sie sei in vielen Belangen unvergleichbar im Kreis Heinsberg.

Dieser Erkenntnis wollte Bürgermeister Wolfgang Dieder nicht widersprechen. „Das ist ein fantastisches Ergebnis. In kürzester Zeit hat sich gezeigt, dass die IG in der Lage ist, eine volle Auslastung herbeizuführen. Mittlerweile ist es schon schwer, überhaupt noch einen freien Termin zu finden.“ Dieder war verblüfft darüber, wie „liebevoll“ die Interessengemeinschaft zu Werke gegangen ist.

„Eine Vielzahl von Menschen hat sich identifiziert mit dieser Halle und eine Wohlfühlatmosphäre geschaffen.“ Er selbst habe dort noch keine Veranstaltung erlebt, bei der nicht mindestens „drei, vier oder fünf“ Ansprechpartner der IG vor Ort gewesen seien. „Wir sind von diesem Engagement sowas von überrascht . . . Die IG 2020 hat eine Erfolgsgeschichte geschrieben, die für mich mehr als beeindruckend ist.“

Im Dezember 2014, so blickte Dieder noch einmal zurück, sei ein erster Nutzungsvertrag unterzeichnet worden, wonach bis zum Juni 2015 geprüft werden sollte, ob die Interessengemeinschaft die schwierige Aufgabe, die vor ihr lag, bewältigen würde. Mit dem neuen Nutzungsvertrag verpflichtet sich die Stadt nun auch, im Laufe der nächsten zehn Jahre insgesamt zwei Millionen Euro in die weitere Sanierung der Oberbrucher Festhalle zu stecken.

„Wir können die Zukunft der Festhalle als komplett gesichert ansehen“, so Dieder. Schon in diesem Jahr geht es los mit der Dachkonstruktion. „Die Ausschreibung für ein neues Dach ist raus“, sagt Dieder. „Deshalb ist im Juli und August der große Festsaal geschlossen.“ Ganz ruhen wird der Betrieb allerdings nicht, wie Füßer gleich nachschiebt. „Die anderen Räume bleiben geöffnet.“ Dem Feiern steht also nichts im Wege. Kommentar

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