Stadt schafft zweite Vorbereitungsklasse für Flüchtlingskinder

Von: Ingo Kalauz
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Hückelhoven. Allein in den ersten dreieinhalb November-Wochen suchten laut Computersystem Easy des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) schon fast so viele Menschen Zuflucht in der Bundesrepublik wie im bisherigen Rekordmonat Oktober.

In dem hatte das Easy-System 180.000 Flüchtlinge verzeichnet. Natürlich erhöht sich damit auch die Zahl der Asylsuchenden, die auf die Kommunen verteilt werden.

„Das Flüchtlingsthema ist allumfassend, es greift auch in den Schulbereich hinein.“ Helmut Holländer ist nicht nur Erster Beigeordneter der Stadt Hückelhoven, er ist in Personalunion auch Kämmerer und Schuldezernent der Stadt. Und in jeder dieser Funktionen hat er jeden einzelnen Tag seiner Arbeitswoche und in fast jedem Fachausschuss des Stadtrates mit dem Flüchtlingsthema zu tun. Natürlich auch im Schulausschuss. Da nämlich wurde wegen der großen Zahl sowohl von schulpflichtigen Flüchtlingskindern als auch von Zuzügen aus EU-Staaten und anderen Ländern über die Einrichtung einer zweiten Internationalen Vorbereitungsklasse (IVK) am Gymnasium Hückelhoven beraten.

Völlig ausgeschöpft

Mit dem Beschluss des Stadtrates vom Mai wurde am Gymnasium Hückelhoven mit Beginn des Schuljahres 2015/16 in Folge der vermehrten Zuweisung von Asylbewerbern in Abstimmung mit der Schulleitung eine Internationale Vorbereitungsklasse eingerichtet. Die weiter anhaltende Zuweisung von Asylbewerbern mit schulpflichtigen Kindern hat jetzt dazu geführt, dass diese Vorbereitungsklassen in der Sekundarstufe I völlig ausgeschöpft sind und darüber hinaus noch Bedarf an weiteren Plätzen für eine Vorbereitungsklasse besteht.

Das Gymnasium hat sich deshalb bereit erklärt, schon zum neuen Schulhalbjahr, also zum 1. Februar 2016, eine zweite Internationale Vorbereitungsklasse einzurichten; die personellen Voraussetzungen dafür wurden geschaffen, auch die räumlichen Kapazitäten sind vorhanden.

„Die schnelle Vermittlung von Grundlagen der deutschen Sprache ist das vorrangige Ziel in diesen Vorbereitungsklassen“, erklärte Birgit Fluhr-Leithoff den Ausschussmitgliedern. Sie ist am Gymnasium Hückelhoven für den Ganztagsbereich und deshalb auch für die Vorbereitungsklassen zuständig. 16 Wochenstunden werden die zurzeit 17 Kinder aus elf Nationen in der deutschen Sprache unterrichtet.

Eine Bereicherung

Mit der Einführung einer zweiten Klasse hofft man zumindest temporär die Klassenstärke auf acht bis zwölf Kinder reduzieren zu können – auch um der Orientierung am Europäischen Referenzrahmen im Unterricht gerecht werden zu können. Fluhr-Leithoff sprach von „Neuland“ und von einer „großen Herausforderung“ für die Lehrkräfte – aber auch von einer „großen Bereicherung“, die der Unterricht in solch einer bunt gemischten Schulklassen mit sich bringe.

Trotz eines „nicht unerheblichen Mehraufwandes“ für das Kollegium sieht man am Gymnasium in Hückelhoven in der Einrichtung einer zweiten IVK den pädagogischen Vorteil, dass eine gezieltere und individuellere Differenzierung in den Klassen möglich sein wird. Nicht zuletzt wohl auch wegen des sehr anschaulich und von Empathie getragenen Vortrages der Rahmenbedingungen, des Konzeptes und dessen Umsetzung der Internationalen Vorbereitungsklasse sprachen sich auch die Mitglieder des Schulausschusses für die Einrichtung einer zweiten solchen Klasse am Gymnasium in Hückelhoven aus.

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