Stadt muss nachbessern: Wassenberger Windkraftpläne liegen auf Eis

Von: Daniel Gerhards
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Die Stadt Wassenberg zog ihren Antrag auf eine Änderung des Flächennutzungsplanes zurück. Symbolfoto: Marius Becker/dpa

Wassenberg. Die Windradpläne der Stadt Wassenberg sind vorerst in der Warteschleife. Die Stadt Wassenberg zog ihren Antrag auf eine Änderung des Flächennutzungsplanes bei der Bezirksregierung Köln nun zurück. Diese Änderung ist Voraussetzung dafür, dass im Birgelener Wald eine Konzentrationszone für die Windenergie entstehen kann.

Dabei würde es sich nach aktueller Planung um eine Konzentrationszone mit Ausschlusswirkung handeln, die es der Stadt erlaubt, Windräder an allen anderen Standorten im Stadtgebiet zu verbieten.

Nach Darstellung von Bürgermeister Manfred Winkens (CDU) sei die Verwaltungsspitze bereits vergangene Woche Dienstag zu einem mehrstündigen Termin bei der Bezirksregierung gewesen. Dabei habe sich herausgestellt, dass die Stadt bei ihrem Antrag noch einmal nachbessern muss. „Das kostet schon ein bisschen Zeit“, sagte Winkens. Bis Anfang August muss die Bezirksregierung aber – so will es die Frist – über den Wassenberger Antrag entscheiden. Deshalb will die Stadt den Antrag nun zurückziehen und ihn im September, wenn er überarbeitet ist, neu einreichen.

Von diesen Vorgängen war bei der Ratssitzung am vergangenen Donnerstag allerdings keine Rede. Dabei wurde ein von der FDP-Fraktion beantragter Tagesordnungspunkt wieder zurückgezogen. Die Fraktionsvorsitzende Dr. Susanne Beckers hatte beantragt, zu prüfen, ob sich der angesprochene Antrag bei der Bezirksregierung zurückstellen lässt. Das Schreiben der FDP hatte die Verwaltung wohl anders interpretiert und – so könnte man es zusammenfassen – mit einem Plädoyer für die geplante Windkraftkonzentrationszone im Birgelener Wald beantwortet.

Dass der FDP-Antrag von der Tagesordnung genommen wurde, sorgte wiederum bei Mitgliedern der Bürgerinitiative, die sich gegen die umstrittenen Windräder im Wald wendet, für Unmut. Sie wussten von der Frist, die nicht mehr einzuhalten gewesen wäre, hätte man die Causa nach der Sommerpause vertagt. Bürgermeister Winkens sagte, dass er das Fristende zu diesem Zeitpunkt nicht gekannt habe.

Mit der Rücknahme des Antrages ist die Windkraftfrage um den Birgelener Urwald aber nur aufgeschoben. Winkens sagte jedenfalls, dass er dabei bleibe, die Konzentrationszone im Birgelener Wald einrichten zu wollen. Das bedeutet de facto, dass dort der Bau von Windrädern auf Kurz oder Lang erlaubt sein wird. Und es bedeutet eben auch, dass alle anderen Stadtorte für Windräder tabu sind.

Für das Szenario, dass die Konzentrationszone vollends gestoppt wird, befürchtet Winkens, dass umgehend mehrere Anträge auf Windräder an anderen Orten gestellt werden. „Ich kenne mindestens sechs Grundstückseigentümer, die nur darauf warten, Windräder auf ihren Grundstücken bauen zu dürfen“, sagte Winkens. Solange das Verfahren in Sachen Birgelener Wald aber läuft, brauchten solche Anträge auf Windräder zum Beispiel in Ohe, Dohr oder Ophoven nicht genehmigt zu werden, so Winkens.

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