Stadt Erkelenz bewahrt Gedenken an Joseph Emondts

Von: koe
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Erinnerung an einen großen Sohn der Stadt: „Joseph-Emonds-Hof“ steht auf dem Straßenschild, das jetzt in Erkelenz enthüllt wurde. Foto: Koenigs

Erkelenz. Die neu benannte Straße „Joseph-Emonds-Hof“ liegt direkt neben dem Erkelenzer Friedhof am Schulring. Hier hat Joseph Emonds seine letzte Ruhe gefunden. Die neu benannte Straße ist von mehreren Schulen umgeben.

„Nicht nur den Schülern möge Joseph Emonds mit seinem Handeln ein Vorbild sein. Möge er in Erkelenz nicht vergessen werden“, so hieß es in einer Rede zur Einweihung des Straßennamensschildes „Josef Emonds Hof“, gehalten von Hubert Rütten, dem Leiter der Arbeitsgruppe „Erforschung und Darstellung der Geschichte“ im Heimatverein Erkelenz.

Klaus Steingießer, Vorsitzender des Bezirksausschusses Erkelenz-Mitte, enthüllte das Namensschild, nachdem er viele Erkelenzer Bürger begrüßt hatte, unter ihnen Vertreter der Kirchen, der Realschule und Anwohner. Bürgermeister Peter Jansen sah das große Interesse der Bürgerschaft als ein Zeichen dafür an, dass sich hier etwas von großer Bedeutung für Erkelenz und Umgebung ereigne.

Er ging auf die Krisen in der Welt ein und zog Parallelen zur damaligen Zeit. Auch heutzutage bedürfe es immer mehr Menschen, die sich einsetzen und offen ihre Meinung kundtun. Die Themen vergangener Jahrzehnte seien auch heute noch zentrale Themen, und es sei ein wichtiges Zeichen in unserer Zeit, einen Menschen wie Joseph Emonds zu würdigen.

Von der Gestapo verhört

Hubert Rütten stellte den Besuchern der Einweihung des Straßennamenschildes eindrucksvoll den Menschen Joseph Emonds vor. Er sei im Jahre 1898 in Terheeg bei Erkelenz geboren worden, stammte aus einer bäuerlichen Familie und sei tief geprägt gewesen von der religiösen Atmosphäre und der sozialen Einstellung in seinem katholischen Elternhaus.

Nach Abitur und Teilnahme am 1. Weltkrieg sei er als Pazifist heimgekehrt, 1922 im Kölner Dom zum Priester geweiht worden und danach zunächst als Kaplan tätig gewesen.

Er habe sich politisch betätigt, wobei sein Engagement den Sorgen und Nöten der Arbeiter und der unteren Bevölkerungsschichten gegolten habe. Joseph Emonds habe vor dem Nationalsozialismus gewarnt und sei von der Gestapo überwacht und verhört worden. Er habe ein Ehepaar jüdischer Herkunft wochenlang bei sich versteckt.

Wie vielen Juden und anderen Verfolgten Pfarrer Joseph Emonds in der NS-Zeit geholfen habe, sich zu verstecken oder über die Grenzen ins benachbarte Ausland zu fliehen, sei nicht bekannt. Fest stehe jedoch, dass Joseph Emonds zu den „Stillen Helden“ gehört habe, die mutig Situationen genutzt und Verfolgten geholfen hätten.

Wie der von Joseph Emonds gerettete Matthias Barz es einmal formulierte, dass er und seine Frau überlebten, „weil es solche Menschen gab in diesem Land, die an uns taten, was sie tun wollten, und nicht, was sie tun sollten“.

Nach der feierlichen Einweihung des Straßennamensschildes „Joseph-Emonds-Hof“ wurde am Grab von Joseph Emonds ein Kranz niedergelegt.

Joseph Emonds wurde vor wenigen Wochen posthum die Gedenkmedaille der nationalen Gedenkstätte Israels verliehen, ein Ehrentitel für Personen, die ihr Leben einsetzten, um Juden vor der Ermordung zu retten.

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