Heinsberg - Staatssekretär und 300 Gäste bei der Jungfernfahrt

Staatssekretär und 300 Gäste bei der Jungfernfahrt

Von: anna
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Ein sauberer Schnitt für die Kreisstadt: Schon am Freitag setzte sich der erste Zug zur offiziellen Jungfernfahrt mit 300 Gästen in Bewegung.

Heinsberg. Bei strahlendem Sonnenschein setzte bereits am Freitag ganz offiziell ein Zug auf der reaktivierten Bahnstrecke zwischen Heinsberg und Lindern zur offiziellen Jungfernfahrt an. Um 12.25 Uhr setzte sich der Sonderzug mit rund 300 Gästen an Bord in Bewegung. Um 13.10 Uhr sollte er in Heinsberg wieder ankommen. Aber er kam erst einmal nicht.

Geduldig wartete hier Gunther Adler, Staatssekretär im NRW-Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr. „Früher haben wir an den Gleisen gelauscht“, scherzte er, kurz bevor der Zug dann um 13.22 Uhr tatsächlich wieder einrollte. Die offizielle Eröffnung der Strecke, bei der Adler zusammen mit Landrat Stephan Pusch, Bürgermeister Wolfgang Dieder und weiteren Vertretern der Projektpartner einem roten Band mit einer Schere zu Leibe rückte, war für ihn eine Premiere. „Spatenstiche und Richtfeste macht man ja gerne“, lachte er, aber eine Bahnstrecke habe auch er noch nie eröffnet.

War schon 1890 bei der ersten Eröffnung der Bahnstrecke eine Musikkapelle mit an Bord gewesen, so spielte jetzt die Piccolo Dixieland Band aus Belgien zur Feier des Tages auf und empfing die Gäste dann auch gleich neben dem Gleis in einem ganz in den Stadtfarben Rot und Weiß geschmückten Festzelt, mit roten Weihnachtssternen und weißen Christrosen. „Sie sehen bei strahlendem Wetter einen strahlenden Bürgermeister“, begrüßte Dieder die Gäste hier. „Es ist soweit!“, rief er aus und übergab das Wort dann zunächst an den Staatssekretär.

Die Eröffnung sei mit vielen nüchternen Zahlen verbunden, erklärte Adler, aber jeder der 18 Millionen Euro, die für dieses Projekt gezahlt worden seien, sei ein sehr gut investierter Euro. „Die Bahn schafft ein enormes Mehr an Lebensqualität“, betonte er als Vertreter der Landesregierung. Sie sei eine Alternative für alle Heinsberger, die etwa zu Arbeit oder Studium nach Aachen pendeln würden. In die andere Richtung biete sie Mobilität auf hohem Niveau beim Weg zu Einkauf oder Schulbesuch in Heinsberg. Durch die Elektrifizierung sei es gelungen, die CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren, fügte er hinzu.

Im weiteren Verlauf seiner Rede dankte der Bürgermeister dann nochmals allen am Projekt Beteiligten aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung. „Ich hoffe, dass die neue Bahn alle Hoffnungen und Erwartungen erfüllen wird, die wir in sie setzen“, schloss er und zitierte dann aus dem Liederbuch zur Feier der Eröffnung der Bahn im Jahre 1890, das ihm der Randerather Heimatforscher Santosh Pinto mitgebracht hatte: „Von Lindern aus führt sie gleich lustig bergauf, hinein in die lachenden Fluren“, hieß es da für den Beginn der Strecke. Und für den Schluss: „Von Dremmen geht‘s weiter, Juchheisa, Juchhei! Nach Heinsberg, wo vorerst sie endet!“

Moderator Robert Esser interviewte anschließend Vertreter der insgesamt acht an diesem Projekt beteiligten Partner. „So toll, wie das hier gelaufen ist, ist das ein Vorbild für andere“, betonte dabei AVV-Geschäftsführer Hans-Joachim Sistenich. „Ich bin der einzige Landrat mit einer eigenen Bahnhaltestelle“, erklärte Pusch und würdigte das Projekt für seine Endphase als ein „Musterbeispiel interkommunaler Zusammenarbeit“.

Als Gast auf der Bühne freute sich auch Aachens Baudezernentin Gisela Nacken über den neuen Bahnanschluss ihrer Heimatstadt. Jetzt könne man in Aachen mit dem Fahrrad in die Bahn steigen, nach Heinsberg kommen und hier über „wunderbare Radwege“ fahren, beleuchtete sie gar einen touristischen Aspekt der neuen Bahn in Richtung Heinsberg.

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