St.-Marien-Schützen: „Mahnmal des Friedens“ neu geweiht

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
12869994.jpg
Pfarrer Thomas Wieners weiht das Friedenskreuz ein, dass die St.-Marien-Schützenbruderschaft an einem neuen Ort aufgestellt hat. Zuvor haben tatkräftige Schützen des Kreuz aufgearbeitet. Das Holz ist über 400 Jahre alt. Fotos (2): Anna Petra Thomas Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg. Eine kleine Wallfahrt mit dem neuen Schützenkönig zum Friedenskreuz Am Stern gehört zu den Traditionen der St.-Marien-Schützenbruderschaft in der Wassenberger Oberstadt. In diesem Jahr verlief der Weg dorthin jedoch ein bisschen anders, denn das Kreuz ist „umgezogen“: von einem privaten Grundstück, das veräußert worden ist, auf ein städtisches Terrain gleich gegenüber an der Ecke der Straßen Am Stern und Am Römerhof.

Ehrenvorsitzender Richard Essers beleuchte im Rahmen der Weihe durch Pfarrer Thomas Wieners die Geschichte des Kreuzes und schickte dabei sein Fazit vorweg: „Die Geschichte des Kreuzes zeigt, wie wichtig eine Schützenbruderschaft in der Pfarrei sein kann.“

Als die Oberstädter 1945 aus der Evakuierung zurückgekehrt seien und auch das kirchliche Leben wieder begonnen habe, hätten „beherzte Männer“ 1947 eine Schützenbruderschaft gegründet, um den damaligen Kaplan Ludwig Hecker bei Neuaufbau der Pfarrei St. Marien zu unterstützen. Diese Bruderschaft sei Trägerin des Lebens in der noch sehr jungen Pfarrei geworden, so Essers, der die ganze Geschichte des Kreuzes zu erzählen wusste.

Demnach beschloss der junge Vorstand der Bruderschaft mit Wilhelm Backhaus, Max Tetz, Josef Geiser und Hubert Heinrichs den Bußwallfahrten für den Frieden andernorts folgend, ein entsprechendes Kreuz, ein Friedenskreuz, aufzustellen. Den geeigneten Platz fanden sie am Rande eines Ackers der Familie Wilms aus Myhl an der Straße Am Stern. Mehr noch, die Familie stellte ihnen auch frisch geschlagene Birkenstämme für das Kreuz zur Verfügung.

„Mit einem Pferdefuhrwerk der Stadt Wassenberg holte Hubert Heinrichs das Holz ab und zimmerte daraus ein Kreuz“, berichtete Essers. „Ein bescheidener Metallkorpus wurde angebracht und von Rektor Ludwig Hecker eingesegnet.“ In der Passionsnacht 1947 nahmen 105 Männer an der ersten Bußwallfahrt für den Frieden in der Oberstadt teil.

1953 wurde das Kreuz erneuert. Gerhard Windeln mauerte den Sockel, Hans Dormanns schmiedete die Halterung. Die Firma Holz Krappen aus Myhl lieferte Eichenholz für Kreuz und Dach. Den Korpus schnitzte der Architekt und Bildhauer Paul Wollenweber aus 400 Jahre altem Holz einer Mühle. Er schrieb zudem eine Urkunde, die in den Sockel eingemauert wurde.

Sie endet mit dem Satz: „Es möge allen ein Mahnmal des Friedens sein.“ Geweiht wurde das Kreuz am 13. September 1953 durch Domkapitular Rupertshoven aus Dalheim im Beisein von Pfarrrektor Ludwig Hecker, Bürgermeister Hermann Buckmann und Amtsdirektor Friedrich Bell.

Ein Jahr später wurde rund um das Kreuz unter Aufsicht von Stadtgärtner Franz Gansweidt eine Bepflanzung vorgenommen. 1986 wurde es von der Volkskundlichen Arbeitsgemeinschaft im Kreis Heinsberg in die Liste der Kleindenkmale aufgenommen.

Im Februar dieses Jahres beschloss die Bruderschaft, das Kreuz zu sanieren und am neuen Ort aufzustellen. Ein zwölf Mitglieder starkes Team übernahm die Aufgabe: Theo Louis, Franz Markus, Hermann Josef Schmitz, Jürgen Deckers, Karl Heinz Johnen, Peter Kohlen, Walter und Pascal Senk, Leo Barten, Alex Dohmen, Franz Thomaßen und Richard Essers. Essers Dank ging abschließend an die Stadt, vertreten durch Bürgermeister Manfred Winkens, sowie an alle weiteren Unterstützer und Sponsoren.

Winkens selbst wollte anschließend nicht mehr sprechen, was Präses Pfarrer Wieners spontan kommentierte: „Er lässt Taten sprechen und nicht Worte.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert