St. Lambertus: Muslimische und katholische Frauen beten nebeneinander

Von: ulla
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Hückelhoven. Dass muslimische Frauen zusammen mit christlichen in einer katholischen Kirche beteten, war das herausragende Ereignis im Rahmen der „Woche für Frauen“ der Frauengemeinschaft St. Lambertus in der Pfarrkirche St. Lambertus.

Dass auch zusammen gefeiert wird, hatte es in der Vergangenheit ja schon öfter gegeben. Im Flyer zur Frauenwoche wurden Sinn und Absicht dieses Gebetes formuliert, nämlich Gebete, Erfahrungen und Symbole aus verschiedenen Religionen und Glaubenswegen einzubringen, wobei in gegenseitiger Achtung die unterschiedlichen Traditionen nebeneinander stehen blieben.

In der Pfarrkirche begrüßten die Gemeindereferentin Ute Errens und Pastorin Anne Mischnik gut 50 Frauen, zum Teil mit ihren größeren Kindern, aus der Türkei, Slowenien, Polen und Deutschland. Gemeindereferentin Ute Errens wies zu Beginn des von ihr eröffneten gemeinsamen Gebetes darauf hin, dass diese Veranstaltung das Ergebnis eines langen Dialoges mit gegenseitigen Einladungen vor allem der Ditib-Moschee in Hilfarth sei, die sich als eine von fast 900 muslimischen Ortsgemeinden neben der Ausübung des Glaubens der Integration verpflichtet fühle.

In den Gebeten, abwechselnd von den Vertreterinnen ihrer Herkunftsländer vorgetragen, ging es auch darum, dass in einer Zeit, in der die Religionen vielerorts als Mittel zu Spaltung und zu Auseinandersetzungen missbraucht würden, das gemeinsame Gebet der Religionen eine Chance sein könnte, für- und miteinander Gottes Zeugen zu sein und damit dem Frieden der Welt zu dienen. Die Gebete wurden zunächst in Deutsch und dann in Slowenisch, Polnisch und Arabisch vorgetragen. Letzteres ist die Sprache des Korans, aus dem Verse aus den Suren 2 und 14 vorgetragen wurden. Im Mittelpunkt aus der christlichen Tradition standen die Seligpreisungen aus dem Matthäus-Evangelium.

Herzliche Atmosphäre

Zum Anfang der gemeinsamen Gebete erhielten alle Teilnehmerinnen eine rote Rose, in den einzelnen Religionen Symbol der Liebe, die „frau“ als Erinnerung an eine beeindruckende Veranstaltung mit nach Hause nehmen konnte. Eine junge Türkin spielte zur Auflockerung, wenn dieses Wort in einer Kirche überhaupt angebracht ist, Geige.

Die Musik spielte auch eine große Rolle beim anschließenden Fest in der Burg. Sehr zutreffend hatte es dazu in der Ankündigung geheißen: „Es wird ein Fest, wenn wir einander den Tisch decken, typische Speisen auf den Tisch kommen lassen, gemeinsam essen und trinken, mit Fatima Deckers-Biermann – einer jungen Marokkanerin – tanzen, trommeln und singen, miteinander sprechen und lachen.“

Und dieses Versprechen wurde nicht nur eingehalten, es übertraf weit die Erwartungen der Verantwortlichen und der Teilnehmerinnen. Bei allen gab es große Begeisterung, viel Fröhlichkeit und ein ausgeprägtes Gefühl der Zusammengehörigkeit, was sich auch in den zahlreichen Gesprächen untereinander zeigte. Mit herzlichen Umarmungen verabschiedeten sich die Frauen nach Hause.

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