St. Lambertus Kirche: Empore wird Basis für die neue Orgel

Von: Helmut Wichlatz
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Die Arbeiten an der Orgel beginnen Anfang nächster Woche. v. l. Josef Viethen, Stefan Emanuel Knauer, Werner Rombach und Markus Forg

Erkelenz. Es kann losgehen: Am Montag, 26. Januar, beginnen die Arbeiten für die geplante Orgelempore im Eingangsbereich von St. Lambertus. Die neue Hauptorgel ist zwar noch in relativ weiter Ferne, doch „wenn die Empore steht, gibt es kein Zurück mehr“, betont der Vorsitzende des Orgelbauvereins, Markus Forg.

Dabei sei die Planung der rund 50 Quadratmeter großen und bis zur Brüstung über vier Meter hohen Empore schlicht gehalten. Sie soll nicht optisch bestimmend sein, führt der Architekt Josef Viethen aus. An der Stelle, wo die Empore errichtet wird, befand sich auch bis zur Zerstörung im Krieg die Hauptorgel in der „historischen Kirche“. Und dort gehört sie auch hin, da sind sich Forg und seine Mitstreiter sicher.

„Das ist der ideale Standort für eine Orgel in der Kirche“, hebt Kantor Stefan Emanuel Knauer hervor, wobei er ein bisschen ins Schwärmen gerät. „Die Menschen werden begeistert sein, wenn sie zum ersten Mal das Orgelspiel von dort oben hören.“ Die Chororgel im Altarraum, die aus der Borschemicher Kirche stammt, sei von ihrer Dimension ebenso wie von ihrem Standort her als Hauptorgel ungeeignet. Trotzdem sei man froh, die Orgel zu haben. Und vor allem, dass sie von den Spenden der Bürger für die alte Oberlinger-Orgel restauriert werden konnte.

Die damaligen Spenden seien nicht umsonst gewesen, denn die Restaurierung habe rund 130.000 Euro gekostet. Ohne das Geld und die Orgel wäre es still in St. Lambertus. Architekt Viethen betont auch, dass die rund 80 000 Euro Baukosten für die Empore nicht aus dem Spendentopf getragen würden. „Das machen wir ehrenamtlich, damit es losgehen kann.“

Während der zweimonatigen Bauzeit können keine Messen in der Hauptkirche abgehalten werden. Die Messen finden zu den gewohnten Zeiten in der Krypta statt. Dort ist für rund 200 Besucher Platz, betont Rombach. „Dort fing es nach dem Krieg mit der ersten Christmesse auch an“, erklärt er. Er verweist aber auch auf die 16 Kirchen der neuen Erkelenzer Großgemeinde Christkönig. Ebenerdig und daher für Besucher mit Rollstuhl oder Rollator geeignet ist beispielsweise die Kapelle des Hermann-Josef-Krankenhauses an der Tenholter Straße. Die Karnevalsmesse am Tulpensonntag wird voraussichtlich in die Stadthalle verlegt.

Dass die Musik in Erkelenz eine große Rolle spielt, braucht Rombach nicht zu betonen. Der Orgelbau wird mit rund 1,1 Millionen Euro zu Buche schlagen. Damit ist es der größte Orgelbau der letzten Jahrzehnte im Bistum. „Das ist kein Protz“, erklärt Rombach. Erkelenz sei eine kirchenmusikalische Schwerpunktgemeinde und ziehe mit den Konzerten in St. Lambertus Publikum aus der ganzen Region an.

Am 16. August kann man erstmals den Klang einer Orgel von der Empore aus erleben. Kantor Knauer wird mit der „Kastenorgel“ eine Konzertreihe starten, zu der auch Solisten und Musiker eingeladen werden.

Mindestens 800.000 Euro

Mit dem Bau der neuen Orgel kann der Mönchengladbacher Orgelbaumeister Martin Scholz beginnen, wenn die Spendensumme mindestens 800.000 Euro beträgt, betont Forg. Die Bauzeit wird rund drei Jahre betragen. Denn die rund 15 Tonnen schwere Orgel mit ihren 3200 Pfeifen wird Stück für Stück in Handarbeit aufgebaut. Mit der Errichtung der Empore und dann der Hauptorgel über dem Eingang wird auch der Urzustand der Kirche vor der Zerstörung wieder hergestellt.

Um nun die Spendenbereitschaft wieder anzukurbeln, wollen Forg und Viethen mit der Empore ein Zeichen setzen. Bis die Bausumme erreicht ist, liegt noch ein weiter Weg vor ihnen. Doch als Markus I. und Jungfrau Josefine sind sie schon für die Spitze des Kirchturms in die Bütt gestiegen und haben im Karneval die Erkelenzer begeistert.

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