St. Lambertus Kindergarten wird umgebaut

Von: Norbert F. Schuldei
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Christel Lenz ist Leiterin des Lambertus-Kindergartens in Hückelhoven. Wenn der Neubau ferig ist, geht sie in den Ruhestand. Sie sieht das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Fotos (2): N. Schuldei Foto: Schuldei
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In diesen Container sind die drei Gruppen des Kindergartens seit April untergebracht. Das Provisorium wird noch bis Oktober stehen bleiben.

Hückelhoven. Die Matratzen, auf denen die ganz Kleinen kuscheln können, sind schon bestellt. Das Problem ist nur: Die Räume für das Kuscheln sind noch nicht fertig. Noch nämlich steht der Kindergarten St. Lambertus zwischen der Burg Hückelhoven, das heute das Pfarrzentrum von St. Lambertus ist, dem Altenheim, Haus Schnorrenberg und der Grundschule An der Burg im Rohbau da.

„Bis Ende des Jahres müssen wir fertig sein. Wir müssen das in irgendeiner Form schaffen“, sagt Wolfgang Emondts. Er ist nicht nur der Architekt der Erweiterung des Kindergartens, der in Wirklichkeit einem Neubau gleichkommt. Emondts ist auch Vertreter des Kirchengemeindeverbandes (KGV) Hückelhoven. Und der ist Träger des Bauprojektes. „Ohne den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren seit dem 1. August wäre unser Kindergarten nicht erweitert worden. Er wäre dann aber auch nicht mehr konkurrenzfähig gewesen“, sagt Christel Lenz. Sie ist die Leiterin des Kindergartens in kirchlicher Trägerschaft.

Am Beispiel des Kindergartens St. Lambertus lässt sich sehr schön verdeutlichen, welche konkreten Auswirkungen Gesetze, die in Berlin gemacht werden, bei der Umsetzung vor Ort auf dem platten Land haben. Und welche Anstrengungen sie den direkt und den indirekt Betroffenen abverlangen. „Die Baukosten liegen bei rund 600.000 Euro“, sagt Wolfgang Lennartz. Das Land Nordrhein-Westfalen gibt einen Zuschuss in Höhe von 220.000 Euro. „Die Stadt Hückelhoven beteiligt sich mit 200.000 Euro an den Baukosten“, sagt Kämmerer Helmut Holländer. Die Plätze für die U3-Betreuung, die dort entstehen, sind schließlich auch ein Baustein dafür, dass die Stadt genügend Plätze anbieten kann, um den Elternwünschen Genüge zu tun. „Im gesamten Stadtgebiet haben wir 252 Plätze für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren“, sagt Holländer. Damit ist Hückelhoven aus dem Schneider.

„Ein Kind, das das erste Lebensjahr vollendet hat, hat bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres Anspruch auf frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in Kindertagespflege“. So steht es im Sozialgesetzbuch. Zehn Platze für Kinder von vier Monaten bis drei Jahren wird es im „neuen“ Kindergarten nach dessen Fertigstellung geben. Sechs Zweijährige werden zusammen mit 14 Kindern, die schon älter sind, eine Gruppe bilden; in der „Nestgruppe“ werden die ganz Kleinen, also die, die vier Monate bis zwei Jahre alt sind, pädagogisch betreut.

Christel Lenz ist seit fast 36 Jahren im St.-Lambertus-Kindergarten in Hückelhoven tätig und seit 27 dessen Leiterin. „Ich gehöre eigentlich schon zum Inventar hier“, sagt sie. Und sie bedauert es sehr, dass sie den „neuen“ Kindergarten St. Lambertus nicht mehr begleiten kann: Am 27. September geht sie in den Ruhestand. Wenige Tage später wird die neue Einrichtung, wenn alles glatt läuft, von den Kindern in Besitz genommen. Bis dahin wird man sich freilich noch mit dem Provisorium, in dem die Kleinen seit April betreut werden, begnügen müssen. „Wie bei jeder Baustelle“, sagt Christel Lenz, „ist natürlich auch hier nicht alles glatt gelaufen.“ Probleme gab es beispielsweise mit dem Dixi-Klo, das neben den Containern „thront“, in denen die drei Gruppen des Kindergartens untergebracht sind.

„Die haben uns gesagt, es sei ausreichend, wenn das alle drei Monate geleert wird. Die haben aber nicht bedacht, dass es für 75 Kinder reichen muss.“ Nun wird es alle vier Wochen geleert, jetzt funktioniert‘s.

Der Wasserschaden bei dem Starkregen im Juli, auch der brachte Unannehmlichkeiten, die nicht vorhersehbar waren. Aber andere waren davon viel schwerer betroffen... Man habe „ein Riesenproblem“ mit allen Unternehmen, so Wolfgang Emondts. Auch die Baufirmen machen Ferien, das Einhalten und Koordinieren der Termine ist alles andere als einfach.

Inzwischen allerdings ist der Baufortschritt deutlich erkennbar, in der kommenden Woche wird wohl das Dach auf den Anbau gesetzt werden. „Wir mussten in die Höhe gehen, weil das Gelände eine Erweiterung nicht hergibt“, sagt Christel Lenz. Denn auf den Erlebnisspielplatz mit Rollerweg, Wasserpumpe, Sträuchern und Bäumen wollte man auf keinen Fall verzichten. Die Auslagerung in die Container sei vor allen Dingen auch eine logistische Herausforderung gewesen. Aber auch das habe man in den Griff bekommen.

Die zwölf Mitarbeiterinnen des Kindergartens St. Lambertus freuen sich schon, ganz klar, auf die neuen Räume. Und auch auf die Arbeit, die auf sie zukommt, denn auf zehn „Küken“ werden sie sich erst einstellen müssen, die Arbeit mit den ganz Kleinen ist auch für sie Erzieherinnen Neuland. „Das ist eine ganz, ganz spannende Geschichte“, sagt Christel Lenz. „Und wenn ich ehrlich bin: Das reizt mich ungemein.“ Aber auch der Ruhestand, Christel Lenz sieht das jedenfalls so, hat ja so seine Reize...

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