Spur der Verwüstung zieht sich über den Campingplatz

Von: Verena Müller
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Was vom Camping-Idyll übrig blieb: Zum Jahreswechsel sollten die Dauercamper am Effelder Waldsee ihre Stellplätze räumen, damit der künftige Pächter den Platz auf Vordermann bringen kann. Foto: V. Müller
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Am Dienstag will die Stadt Wassenberg den Vertrag mit dem künftigen Pächter des Campingplatzes Effelder Waldsee unterzeichnen. Foto: V. Müller

Wassenberg-Effeld. Wut und Trauer haben auf dem Campingplatz Effelder Waldsee ihre Spuren hinterlassen. Auf vielen der mehr oder weniger geräumten Stellplätze türmen sich offensichtlich mit Gewalt herausgerissene und zerkleinerte Teile von Vorzelten, Spanplatten und Bodenbeläge. Hier wurden Elektrogeräte und alte Fahrräder zurückgelassen, dort sind noch Betonplatten und Blumenkübel zu finden.

Zum Jahreswechsel sollten alle Dauercamper ihre Plätze in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt haben, weil der neue Pächter, der am Dienstag mit der Stadt Wassenberg seinen Vertrag unterzeichnen will, größere Instandsetzungsarbeiten vor hat. Aber von „ursprünglichem Zustand“ kann kaum die Rede sein. Viele Dauercamper fühlten sich vom alten Pächter und der Stadt Wassenberg schlecht über die anstehenden Veränderungen informiert.

Bei Joseph und Marlene Jongen aus Brunssum hat sich in den vergangenen zwei Monaten auf den ersten Blick wenig verändert. Die Anbauten sind abmontiert, aber Wagen und Vorzelt stehen noch. „Wir hatten Glück, wir haben einen Käufer gefunden“, erzählt Marlene Jongen.

Die 61-Jährige und ihr drei Jahre älterer Mann gehören zu den vielen Dauercampern, die jahrzehntelang den Sommer am See verbrachten und für die es sich nicht rentiert, abzubauen und auf dem instandgesetzten Platz mit zum Teil neuem Material wieder aufzubauen. Nur rund 50 der ehemals rund 130 Dauercamper wollen definitiv bleiben und haben dies den neuen Investoren, zwei Niederländern, mitgeteilt.

„Eine Gruppe hat sich zusammengeschlossen und geht auf einen Platz bei Niederkrüchten“, erzählt Marlene Jongen. So bleibt ein Teil der Gemeinschaft an anderem Ort erhalten.

Im ursprünglichen Eingangsbereich zum Campingplatz hat ein Bagger den Weg aufgerissen. Allerspätestens jetzt kommt niemand mehr über die Hauptzufahrt rein. Stattdessen müssen die Camper über einen Waldweg fahren, in dessen Spuren zentimeterhoch Wasser und Schlamm stehen. Wohnwagen hier durchzuziehen, ist schlicht unmöglich.

Das Privatgrundstück der Familie Krause, der ehemaligen Pächter, überschneidet sich mit dem Campingplatz. Deshalb ist die alte Zufahrt nun ein Privatweg. Laut Bürgermeister Manfred Winkens versucht die Stadt Wassenberg mit den Krauses ein Grundstück zu tauschen, so dass rechts vom Wohnhaus eine neue Zufahrt geschaffen werden kann. Die Gespräche laufen noch.

Joseph und Marlene Jongen gehen in Gummistiefeln zurück zum Auto. Auf dem Weg dorthin kommen sie an rausgerissenen Stromkästen und Leitungen vorbei. „Inzwischen wird hier auch geklaut“, erzählt Joseph Jongen. „Traurig.“ „Wir sind heute zum letzten Mal hier“, sagt seine Frau.

Wer am Ende den zurückgelassenen Schrott wegräumt, kann man sich leicht ausrechnen. Die meisten Camper haben ihre Kaution bereits erhalten. Details zu Zufahrten und zum Konzept wollen die Investoren, die mit einem Echter Planungsbüro zusammenarbeiten, in Kürze bekanntgeben.

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