Heinsberg - Spritziger Sound beim ersten „Festival zu Hause“

Spritziger Sound beim ersten „Festival zu Hause“

Von: anna
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Wohnzimmerkonzert
Vor dem Durchgang zum Esszimmer spielten Axel Fischbacher, André Nendza und Ulf Stricker (von links) im Wohnzimmer von Ludwig und Uschi Florack in der ersten Folge des „Festival zu Hause“. Foto: anna

Heinsberg. Genau 39 Stühle waren es, die im Wohnzimmer von Ludwig und Uschi Florack Platz gefunden hatten – zwischen dem darin verbliebenen kleinen Schrank mit Leuchte auf der einen und dem offenen Kamin auf der anderen Seite. Die beiden Heinsberger waren die ersten Gastgeber des neuen „Festival zu Hause“.

Damit solle den Menschen in und um Heinsberg Gelegenheit gegeben werden, sich mit dem alle zwei Jahre stattfindenden internationalen Heinsberger Gitarrenfestival noch stärker zu identifizieren und als Multiplikatoren für das Festival wirken zu können, formulierte es Festivaldirektor Theo Krings in seiner Begrüßung. „Ich habe die große Hoffnung, dass wir uns künftig noch öfters in einem solchen Rahmen treffen können“, fügte er hinzu.

Er sei selbst Hobby-Gitarrist, und als er von der neuen Initiative gehört habe, sei sein Wunsch gewesen, als erster dabei zu sein, verriet Florack. Er freute sich über die große Besucherzahl in seinem privaten Wohnhaus. Insgesamt waren es mehr als 60 Gäste, die zum Konzert mit dem „Axel Fischbacher Trio“ gekommen waren, dem neuesten Projekt des deutschen Gitarristen. Die Gäste, die keinen Sitzplatz mehr im Wohnzimmer ergattert hatten, lehnten am Fenster und am Kaminsims oder machten es sich in der Diele bequem.

Schon beim ersten Stück, eigentlich einem Jazz-Standard, wie ihn Fischbacher bezeichnete, wurde klar, dass die drei Musiker, neben Fischbacher mit der Gitarre André Nendza am Kontrabass und Ulf Stricker am Schlagzeug, nicht einfach Stücke spielten, sondern mit den Stücken spielten. Oder, wie es Fischbacher beschrieb, sie „ganz schön durch den Wolf“ drehten. Es gab noch mehr „alte“ Stücke an diesem Abend, wie sie der Gitarrist nannte, aber auch ganz neue, eigene Kompositionen, so etwa den „Dustsucker“. „Das habe ich meinem Staubsauger gewidmet, und das wird am Ende ganz schön laut für Wohnzimmermusik“, warnte er schmunzelnd.

Nicht nur Fischbacher und Nendza holten in ihren Solostrecken alles aus ihren Instrumenten heraus. Auch Stricker begeisterte vollends, nicht nur, als er mit seinen „Besen“ sogar den Schrank mit nutzte, neben dem sein Schlagzeug Platz gefunden hatte, gleich mit dem Fuß selbst die Trommel „bediente“ oder gar aus seinen Trommelstöcken selbst die Töne hervorlockte.

„Es ist wirklich schön, hier zu spielen“, befand Fischbacher bereits vor der Pause. Und seine Begeisterung sollte auch in der zweiten Hälfte nicht nur auf seine beiden Mitstreiter, sondern auch auf sein Publikum stark abfärben. Auch Krings war am Ende restlos begeistert. „Das war unser erster Jazzstreich für 2014“, erklärte er und kündigte den zweiten gleich an. Mit einem der außergewöhnlichsten Jazz-Ensembles Skandinaviens startet die diesjährige Konzertreihe „Jazz im Rondell“ bereits am kommenden Montag, 3. Februar, in der Jugendmusikschule Heinsberg.

Der norwegische Tubist Lars Andreas Haug und seine Formation „La Band“ sind 2014 ansonsten in Deutschland nur noch in Bremen live zu hören. In ihrem Programm „Conrairo“ nehmen die sieben Musiker ihr Publikum mit auf eine musikalische Weltreise. Haug spielt dabei auch sein selbst gebautes Tubmarine: eine abgesägte Tuba mit einem langen Mundrohr. Steffen Schorn ist zudem mit seiner Tubax dabei, einem weltweit nur in wenigen Exemplaren existierenden, überdimensionalen Saxophon. Das Konzert beginnt um 20 Uhr im „Rondell“ (Zufahrt Rheinerstraße). Karten sind im Vorverkauf erhältlich in der Buchhandlung Gollenstede, bei der Raiffeisenbank und in der Jugendmusikschule Heinsberg, E-Mail buero@jms-hs.de. E-Mail buero@jms-hs.de

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