Sprayer zeigen Kreativität und Geduld

Von: Helmut Wichlatz
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Mit Konzentration bei der Sache: die jungen Sprayer beim Ferienworkshop. Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz. Beim zweiten Graffiti-Workshop im Jugendzentrum Katho konnten Kinder und Jugendliche das Sprayer-Handwerk von der Pike auf lernen. Und das auch noch gefördert mit Mitteln aus dem Kulturrucksack und im Rahmen der städtischen Ferienspiele.

Bereits im vorigen Jahr war der Workshop mit Sören Walluga ein ziemlicher Renner gewesen. „Diesmal meldeten sich über 50 Kinder“, erklärte Sozialpädagogin Christina Meyers, die den Workshop auf die Beine gestellt hat. Geplant hatte sie für acht bis zehn Teilnehmer. Es wurden knapp 20. „Wir hätten gerne noch mehr dazu genommen“, betonte sie. Doch dann wäre eine intensive Betreuung nicht mehr möglich gewesen.

Zuerst gab es jedoch einen kleinen Ausflug in die Geschichte der Graffiti-Kunst und ihre Risiken. Um eine Belehrung darüber, welche juristischen Folgen es haben kann, wenn man seine Werke an die Hauswände anderer sprüht, kamen die Nachwuchskünstler nicht herum.

Rechtliche Belehrung

Sören Walluga hat selbst mit 15 Jahren begonnen zu sprayen. „Ich habe auch Ärger bekommen“, räumt der 39-jährige ein. „Daher ist die rechtliche Belehrung am Anfang des Workshops wichtig.“ Heute arbeitet er als Krankenpfleger in Gangelt, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Gesprayt wird nur noch auf Anfrage und bei Workshops, die er regelmäßig für Jugendliche anbietet.

Anstelle der Hauswände sind Spanplatten oder Keilrahmen getreten. Ein Schritt weiter in Richtung „Kunst“. Die farbenfrohen und kreativen Ergebnisse des Workshops werden im Gebäude des Katho aufgehängt. Denn kaum ein Jugendzimmer bietet an den Wänden Platz für eine Spanplatte von graffititauglichen Ausmaßen. Deshalb wurden auch kleine Bilder hergestellt, die bei Oma über dem Sofa Platz haben.

„Das Schwierigste ist das Warten, bis eine Schicht getrocknet ist“, verriet Walluga. Dazu kam der fachgerechte Umgang mit den Sprühdosen, die bis zu vier Euro pro Stück kosten können. „Wenn man zu ungeduldig ist, sprüht man schnell die halbe Dose leer”, erklärte er. Rund 140 Dosen mit Sprühfarbe gingen an den drei Tagen drauf.

Gesprüht wurde nach Vorlage. Denn ein Graffito, das was hermachen will, sollte gut vorbereitet sein. Und so entwarfen die Jugendlichen zuerst ihre Motive und stellten Schablonen her, die dann als Grundlage für ihr Kunstwerk dienten. Die einzige Möglichkeit in Erkelenz, um legal seinem Graffiti-Hobby nachzugehen, ist an der Skate-Anlage am Adam-Stegerwald-Hof. Für die nächsten Wände muss man dann schon bis Neuss oder Mönchengladbach fahren.

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