Sportvereine bewegen sich auf die Jugend zu

Von: Helmut Wichlatz
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„Gemeinsam am Ball“: Im Rathaus wurde die neue Kooperation für mehr sportliche Ausbildung auf den Weg gebracht. Foto: Koenigs

Erkelenz. „Gemeinsam am Ball“ wollen Schulen und Sportvereine zukünftig sein. Da die Jugendlichen nicht mehr automatisch in die Vereine kommen, wenn sie sich für eine Sportart interessieren, müssen die Vereine mit ihren Angeboten an die Schulen gehen.

Dessen ist sich auch der DFB bewusst, der zu einer bundesweiten Aktion aufgerufen hat. Der SC 09 Erkelenz unterbreitet den weiterführenden Schulen nun ein Angebot für Kooperationen im Bereich der sportlichen Qualifizierung und Ausbildung.

„Die Zeit der Selbstverständlichkeit ist vorbei“, erklärte Guido Dürbaum im Rathaus. Der sportliche Leiter des SC 09 hofft, dass die Kooperation mit den Schulen auch von anderen Vereinen wahrgenommen wird. „Wir müssen uns in die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen begeben und ihnen dort Angebote machen“, lautet sein Konzept.

Dementsprechend waren die Schulleiter der beiden Gymnasien und der Europaschule bei Schulamtsleiter Joachim Mützke zusammengekommen, um eine Kooperationsvereinbarung mit dem Verein zu unterzeichnen. Für die Zusammenarbeit können Fördermittel beantragt werden.

Mehrwert für Verein und Schule

Geplant ist die Ausbildung zum Vereinsassistent oder Jugendschiedsrichter. Der Vereinsassistent umfasst 70 Lerneinheiten von zeitgemäßer Vereinsführung bis hin zu den Regeln und Strukturen der jeweiligen Sportart.

Darauf aufbauend kann man sich zum DFB-Jugendtrainer ausbilden lassen. Davon profitieren nicht nur DFB und Sportvereine, denn an den Schulen können die Schüler Sport-AGs leiten oder den Pausensport organisieren, wie an der Europaschule.

Den Schulen kommt das Angebot auch personell sehr entgegen, wie Hans-Jürgen Peisen betonte. Er ist Vorsitzender der Fachschaft Sport an der Europaschule und weiß um die dünne Personaldecke an den Schulen. Das Angebot des SC 09 begrüßte er und erklärte, dass hoffentlich auch andere Vereine dem Vorbild folgen.

Europaschulleiter Willi Schmitz betonte, dass die Sporthelfer aus dem schulischen Leben nicht mehr wegzudenken seien. Sport bezeichnete er als „Charakterbildung par excellence“.

Die Leiterin des Cusanus, Rita Hündgen, konnte vermelden, dass sich elf der mittlerweile 20 ausgebildeten Sporthelfer an ihrer Schule zum Juniorentrainer weiterbilden lassen wollen. Am Cornelius-Burgh-Gymnasium kommt das erweiterte Sportangebot gut an, wie Leiter Peter Boidol erklärte.

Vor zwei Jahren war man dort mit einer Fußball-AG angetreten. Mittlerweile sind drei AGs im Angebot. Kooperationen im Bereich Volleyball seien in Planung. Das sportliche Angebot sei auch für die Lernerfolge wichtig, da Bewegung zum Lernen dazugehört. Auch bei der Arbeitssuche seien es oftmals die „Soft Skills“ wie soziales oder sportliches Engagement, die ausschlaggebend sind.

Heinz Musch vom Stadtsportbund betonte, dass die Vereine ihre Jugendarbeit auf den Prüfstand stellen sollten. Das Leistungsprinzip gerade beim Fußball führe dazu, dass mittelmäßige Sportler aussortiert werden und den Spaß am Vereinssport verlieren.

Auch für den Normalsportler müsse es Vereinsangebote geben. Auch Schnuppermitgliedschaften könnten dazu beitragen, die Jugend in die Vereine zu holen. Beim SC 09 ist dies schon gut gelungen. Dort trainieren ausgebildete Schüler die Nachwuchsmannschaften mit.

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