„Spitzentöne“ verbindet Profis und Amateure

Von: Rainer Herwartz
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Die Violinistin Eva Dollfuß gehört zu den preisgekrönten Musikern, die ihre Wurzeln in der Region haben und mittlerweile längst unter den Spitzenmusikern des Landes etabliert sind. Foto: Oliver Mills

Heinsberg. Die Idee sei in einem Gespräch mit dem Vorstandschef der Kreissparkasse Heinsberg, Thomas Pennartz, und den beiden Leitern der Musikschulen im Kreis Heinsberg, Gerda Mercks für die Kreismusikschule und ihm selbst für die Jugendmusikschule Heinsberg entstanden, sagt Theo Krings.

„Die Sparkassen sind ja der Hauptsponsor von Jugend musiziert, doch Thomas Pennartz wollte dieses Engagement erfreulicherweise sogar noch vertiefen. In dem auf seine Initiative erfolgten Treffen reifte dann der Gedanke, jungen Leuten eine Bühne zu bieten, die bei Jugend musiziert oder anderen Wettbewerben besonders erfolgreich waren. Sie sollten sich gemeinsam mit Künstlern präsentieren können, bei denen sich aus den gewonnenen Preisen auch schon eine Karriere ergeben hat.“ Die neue Veranstaltung, die nun am 8. November ins Leben gerufen wird, heißt „Spitzentöne“.

Als Profis bereits etablierte Künstler und preisgekrönte Nachwuchsmusiker gestalten in der neu konzipierten Reihe jeweils ein Konzert gemeinsam. Das erste Programm sei den klassischen Streichinstrumenten gewidmet, sagt Krings. „Den Part der etablierten Künstlerin übernimmt dabei Eva Dollfuß an der Violine mit ihrem Klavierpartner Paul Rivinius. Die andere Konzerthälfte gestalten die jungen Preisträgerinnen Hannah Forg an der Violine und Hannah Heinrichs am Cello.“

Wettbewerbe seien für aufstrebende Musiker nicht nur wichtige Motivationspunkte in jungen Jahren, sondern oft auch Startpunkt für eine professionelle Karriere. Nicht wenige hätten sich mittlerweile etabliert als Musikschullehrer, Orchestermitglied oder als Solist. Dies gelte auch für die gebürtige Erkelenzerin Eva Dollfuß. Noch während ihrer Zeit als Schülerin von Ernest Frissen an der Kreismusikschule gewann sie 1995 den hoch dotierten nationalen Jakob-Stainer-Violinwettbewerb und erhielt danach bis zu ihrem Abitur Unterricht bei Keiko Wataya. Später studierte sie in Berlin beim legendären Konzertmeister der Philharmoniker, Thomas Brandis, und bei Mikyung Lee in Helsinki. Seit 2005 ist Eva Dollfuß stellvertretende Konzertmeisterin der Dresdner Philharmonie. „Sie gastiert auch regelmäßig als zweite Konzertmeisterin beim WDR-Sinfonieorchester“, schiebt Krings noch nach.

Profilierte Künstler

Ihr Klavierpartner Paul Rivinius gehört zu Deutschlands profiliertesten Pianisten im Bereich der Kammermusik. In unterschiedlichen Besetzungen, unter anderen mit dem 1. Preis beim ARD-Wettbewerb ausgezeichnet, unterrichtete er lange als Professor für Kammermusik an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ in Berlin und spielt mit bekannten Partnern wie Julian Steckel, Johannes Moser und seinen Brüdern Benjamin, Gustav und Siegfried. In Heinsberg spielt das Duo nun die Violinsonate A-Dur von Johannes Brahms und die Violinsonate von Leoš Janáek.

Die 13-jährige Hannah Forg entstammt ebenfalls der Violinklasse von Ernest Frissen in Erkelenz. Neben Erfolgen bei Jugend musiziert gewann sie 2014 einen 1. Preis beim „Prix Jeune Dominique“ in Venlo. 2015 war sie Finalistin beim „Prinses Christina Concours“ in Maastricht und Preisträgerin beim Wettbewerb „Bühne frei“ der Niederrheinischen Sinfoniker. Gemeinsam mit Paula Roggen (Violine), Thao My Le (Viola) und Magdalena Bücker (Cello) eröffnet sie das Konzert mit dem ersten Satz aus Joseph Haydns Streichquartett G-Dur op. 9 Nr. 3. Im Duo mit Vater Michael am Klavier folgt dann die „Meditation“ aus der Oper „Thaïs“ von Jules Massenet.

Hannah Heinrichs aus Heinsberg hat gerade ihr Abitur gemacht und wurde an der Jugendmusikschule von Johanna Peiler, Juana Vitzthum und Jorin Jorden ausgebildet. Sie war bei Jugend musiziert auf Regional- und Landesebene erfolgreich und erspielte sich unter anderem ein Meisterinstrument der sächsischen Staatsstiftung als Leihgabe der Deutschen Streicherphilharmonie. Sie spielt den 1. Satz aus der Cellosonate e-moll von Johannes Brahms und „Après un rêve“ von Gabriel Fauré. Am Klavier begleitet wird sie dabei vom Leiter der Heinsberger Jugendmusikschule selbst, Theo Krings.

Durch das Konzert führt als Moderator Jörg Lengersdorf. Der unter anderem aus den Klassikformaten „Tonart“ und „Klassikforum“ bekannte gebürtige Baaler machte seine ersten Schritte als Geiger ebenfalls bei Ernest Frissen. Neben seiner Moderatoren- und Konzerttätigkeit engagiert er sich bis heute als Lehrer an der Heinsberger Jugendmusikschule in der professionellen Jugendausbildung in der Region.

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