Speed-Dating für Ausbildungsbetriebe und künftige Azubis

Von: Helmut Wichlatz
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Kontakte knüpfen und sich kennenlernen: Beim Speed-Dating in der Hauptschule In der Schlee saßen Ausbildungsbetriebe und potenzielle künftige Azubis an einem Tisch. Foto: Helmut Wichlatz

Hückelhoven. Zehn Minuten von Angesicht zu Angesicht. Darum ging es beim Speed-Dating in der Hauptschule In der Schlee. 35 Schüler des Abschlussjahrganges und Vertreter von fünf Ausbildungsbetrieben ließen Zeugnis und Noten mal außen vor und lernten sich persönlich kennen. Organisiert wurde das Speed-Dating von der Heinsberger Arbeitsagentur in Abstimmung mit den Aachener Kollegen.

Ziel der als Pilotprojekt stattfindenden Kontaktbörsen ist es, Bewerber und Ausbilder persönlich ins Gespräch zu bringen. Das ist dringend nötig, denn mit den Schülerzahlen sinken auch die Zahlen der Schulabgänger kreisweit. Schon 2020 werden es rund 500 Schulabgänger weniger sein. „Die Azubis werden zum wertvollen Gut“, betont Klaus Jeske von der Arbeitsagentur. „Der Wandel vom Stellenmarkt zum Bewerbermarkt ist im vollen Gange.“ Umso besser stehen die Chancen für Jugendliche auf eine Ausbildungsstelle.

Bewerbungsunterlagen dabei

Auch für Hauptschüler, wie Jeske und seine Kollegin Vera Schmitz betonen. Der schlechte Ruf, der der Schulform eine Zeit lang anhaftete, gehöre längst der Vergangenheit an. Die 35 Schüler nahmen freiwillig und nach vorheriger Absprache mit ihren Eltern teil. Einige hatten sich auf die Gespräche vorbereitet und ihre aussagefähigen Bewerbungsunterlagen dabei. Andere hatten zuerst einmal Interesse an einem Praktikum, um das Berufsfeld kennenzulernen.

Stephan Oden ist Bäcker in Brüggen und warb für sein Handwerk. Seit drei Jahren kooperiere er mit der Arbeitsagentur und den Schulen und habe auch schon Auszubildende dadurch gefunden, betonte er in der kurzen Pause, bevor ihm die nächsten erwartungsvollen jungen Gesichter gegenüber saßen.

Für die Schüler waren auch Unternehmen wie Frauenrath oder Mobau Wirtz interessant, weil sie mehr als einen Ausbildungsberuf anbieten. „Der Vorteil bei den kleinen Datings liegt darin, dass jeder Teilnehmer auch jedes Unternehmen kennenlernen kann“, sagt Jeske. Oftmals müsse man aber auch grundsätzlich aufklären, weiß Gabriele Bautz, die bei Frauenrath für Personalfragen zuständig ist. Und mit Vorurteilen aufräumen. „Wir bilden keine Bauhelfer aus“, betonte sie und verwies auf die breitgefächerte Palette an Berufen, die ihr Unternehmen anbietet. Tipps für die Bewerber hatte sie auch parat. „Die Bereitschaft für Praktika ist ebenso wichtig wie eine gesunde Neugier und gründliche Vorbereitung“, erklärte sie.

Denn wenn die persönlichen Eigenschaften stimmen, ist die Zeugnisnote oftmals zweitrangig, zumal die Azubis auch während der Ausbildung begleitet und gefördert werden, wie Rüdiger Schneider betonte. Er ist in Heinsberg bei der Arbeitsagentur für die Schulabgänger zuständig. „Derzeit ist der Trend gut“, erklärte er mit Blick auf die Vermittlungszahlen.

Auch an den Schulen werden die Jugendlichen ab der siebten Klasse auf den Berufseinstieg und die Arbeitswelt vorbereitet, betont Rektorin Christiane Müller. Neben Praktika sei dies an ihrer Schule auch ein sogenanntes „Bereb“-Büro (Berufseinstiegsbegleitender Dienst). Dort betreut ein Mitarbeiter eines freien Trägers die Schüler bis zum Einstieg in die Ausbildung. Derzeit werden dort 30 Schüler betreut, nach den Sommerferien folgen 30 weitere.

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