SPD und Grüne gegen Park-&-Ride-Platz

Von: Rainer Herwartz
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Parallel zur Bahnstrecke durch Oberbruch wird zwischen Mai und August eine neue Park- and Ride-Anlage entstehen. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg-Oberbruch. Noch rollen sie nicht, die Züge zwischen Heinsberg und Lindern. Doch im Vorfeld läuft zumindest aus der Sicht von Sozialdemokraten und Grünen nicht alles wie geschmiert. Denn trotz ihres Widerstandes gegen eine in Oberbruch geplante Park- and Ride-Anlage wird diese im Bereich der Straße In der Gansweid entstehen. Die CDU hat dies in der Sitzung des Planungs- und Verkehrsausschusses so entschieden.

Die Herstellungskosten werden etwa 450.000 Euro betragen – zuzüglich jährlich anfallender Kosten von etwa 3600 Euro, die sich zum Beispiel durch Winterdienst oder Beleuchtung ergeben. Wie die Verwaltung jedoch mitteilte, seien vom Zweckverband Nahverkehr Rheinland Fördermittel von „90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten in Aussicht gestellt“ worden.

Zwischen Mitte Mai und Anfang August sollen nun innerhalb von zwölf Wochen 54 asphaltierte Pkw-Parkplätze und sechs Felder für insgesamt 24 Fahrradstellplätze entstehen. Die Zufahrt des Verkehrs aus Heinsberg über die Karl-Arnold-Straße soll über eine neue Erschließungsstraße erfolgen. Die Ausfahrt in Richtung Oberbruch ebenfalls. Der Verkehr aus Oberbruch erreicht die Anlage über die Zufahrt In der Gansweid.

„Da nach unserer Meinung die Zufahrtsmöglichkeiten über die Straßen In der Gansweid und Urbanstraße nicht ausreichten, weil sie zu schmal und teilweise ohne Bürgersteig gebaut sind, sollte durch die Verwaltung geprüft werden, ob die alte Trasse der Bahnlinie, die früher an der Gartenstraße vorbei ins Glanzstoffgelände geführt hat, genutzt werden könnte“, erläuterte Helmut Frenken von der CDU gegenüber unserer Zeitung.

„Das ist jetzt auch die Hauptzufahrt, versehen mit der Auflage, dass diese nur aus Heinsberg kommend als Einfahrt nach rechts genutzt werden kann. Auch diejenigen, die die Park- and Ride-Anlage verlassen, können dies nur nach rechts tun, damit der Verkehr auf der Karl-Arnold-Straße nicht unnötig behindert wird.“

Derlei löbliche Überlegungen besänftigen Birgit Ummelmann, die Fraktionschefin der Grünen im Heinsberger Rat, allerdings nicht. „Unserer Meinung nach reicht es für diese kurze Bahnstrecke wohl vollkommen aus, den Bürgern drei dieser Anlagen anzubieten. Unser Vorschlag war, diese in Heinsberg, Dremmen und Randerath einzurichten.“

Auch der Hinweis der CDU, dass die Anlage ja schließlich mit 90 Prozent gefördert werde, beeindruckt die Grüne nicht. „Wir können uns doch tatsächlich laut CDU, trotz angespannter Haushaltslage, mal eben 45.000 Euro Eigenanteil und die Folgekosten von 3600 Euro leisten“, sagt Ummelmann ironisch. Am Ende würde es dann sicher noch mehr.

In diese Kerbe schlägt auch Jochen Lintzen von der SPD. Außerdem seien die 90 Prozent ja nur „in Aussicht“ gestellt, so dass der Eigenanteil noch wachsen könne, meint er.

„Für uns ist die Park- and Ride-Anlage nicht wirtschaftlich, weil auch noch Land gemietet oder angekauft werden muss.“ Hierzu habe es seitens der Verwaltung bislang noch gar keine verlässlichen Angaben gegeben.

Hans-Walter Schönleber, der Leitende Rechtsdirektor der Stadt, erklärt auf Anfrage zu diesem Punkt nur: „Wir müssen erst einmal eine Planung haben, die dann Grundlage ist, um in Verhandlungen mit dem Eigentümer einzutreten.“ Daher sei der Beschluss erforderlich gewesen.

Lintzen, der diese Abfolge nicht nachvollziehen kann, hält die neue Anlage schlicht für überflüssig, weil diejenigen, die den Pkw nutzten, um sie zu erreichen, auch bis Dremmen fahren könnten. Die übrigen Nutzer gingen eh zu Fuß.

Für Helmut Frenken gilt hingegen der Grundsatz: „Eine Bahnanlage, die nicht attraktiv ist, wird auch nicht genutzt. Die Rahmenbedingungen gehören einfach dazu.“

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